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Kaufberatung Skoda Superb Combi: Frachtexemplar

Der Skoda Superb lockt mit viel Platz und günstigen Preisen. Der Modellcheck zeigt, was Skodas Mittelklassemodell sonst noch kann und welche Variante sich am besten als Dienstwagen eignet.

Flottenbetreiber, die in der gehobenen Mittelklasse einen besonders geräumigen Dienstwagen suchen, kommen am Skoda Superb einfach nicht vorbei. Sowohl die Limousine als auch der Combi, den die Tschechen traditionell mit »C« schreiben, sind wahre Frachtexemplare. Wohin man auch schaut, der Superb bietet Platz in Hülle und Fülle.

Ebenso gibt’s beide Karosserievarianten für vergleichsweise wenig Geld. Das Schrägheck startet als 1.4 TSI mit 125 PS schon bei 21.084 Euro. Im Verkauf spielt die fünftürige Limousine jedoch eher eine untergeordnete Rolle, denn es ist kein Geheimnis, dass rund 90 Prozent aller Superb-Käufer dem praktischeren Combi den Vorzug geben. Angesichts des geringen Preisaufschlags auch keine Überraschung. Denn für gerade einmal 840 Euro mehr bietet das 4,86-Meter-Flaggschiff ein dermaßen feudales Platzangebot, dass selbst der hauseigene Konzernbruder VW Passat Variant resignierend das Handtuch wirft. Hinzu kommt noch das Gepäckabteil mit einem opulenten Fassungsvermögen von 660 Litern. Wer den Skoda bis unters Dach randvoll packen möchte, dem stehen dazu sogar stattliche 1.950 Liter Stauraum zur Verfügung.

Zwar geizt hier der Wolfsburger ebenso wenig und hält stolze 650 bis 1.780 Liter dagegen. Allerdings wirkt dieses im direkten Vergleich recht bescheiden und ist eben nicht genug, um mit dem Tschechen auch nur ansatzweise mithalten zu können. Gleiches gilt für den Preis. Erst für 23.088 Euro wechselt der Passat Variant in der günstigsten Ausführung und mit identischem 1,4 TSI seinen Besitzer – das sind mal eben gute 1.000 Euro mehr

Beim Kofferraumvolumen spielt der Kombi in einer eigenen Liga

Auch renommierte Edel-Frachter aus der Mittelklasse ziehen bei solch einem Kofferraumvolumen den Kürzeren. Ein ­Audi A6 Avant muss mit 565 bis 1.680 Litern genauso passen wie ein BMW 5er Touring (560–1.670 Liter). Einzig das brandneue T-Modell der Mercedes E-Klasse wird zum Debüt im Herbst zumindest beim minimalen Ladevolumen dem Skoda das Wasser reichen können. Exakt 670 Liter Stauraum bietet die neue Modellgeneration. Allerdings findet selbst der Stuttgarter Lademeister mit maximalen 1.820 Litern im Superb Combi seinen Meister.

Vom Preis in Euro, der für die drei Nobel-Laster zu berappen ist, wollen wir besser erst gar nicht reden. Der ist beim Superb alles andere als Premium und fast genauso weit entfernt wie die Konzernzentralen der Premium-Marken aus Ingolstadt, München und Stuttgart zu Skodas Firmensitz in Mladá Boleslav.

Ihnen ist ein riesiges Kofferraumvolumen gar nicht so wichtig? Macht nichts. Der Tscheche hat noch weitere Argumente in der Hinterhand, bei denen die Konkurrenz vor Neid erblasst. Beispiel Kollegen. Die wollen oder müssen schließlich auch mal mit auf eine Dienstreise. In den Skoda steigen die Mitarbeiter über große und weit aufschwingende Türen ein und genießen das üppige Raumangebot in vollen Zügen. Besonders im Fond ist die Bewegungsfreiheit fast schon verschwenderisch. Hier finden selbst lange Zwei-Meter-Kollegen eine ordentliche Beinfreiheit vor, haben sogar noch reichlich Luft über ihrem Haupthaar und fühlen sich dabei genauso wohl wie in einem Fahrzeug aus der Luxusklasse.

In der Mittelarmlehne sind zwei Cupholder und ein Kugelschreiber-Halter integriert. Gegen Zuzahlung von 185 Euro lässt sich die Temperatur der Klimaautomatik vom Fond aus einstellen. Für weitere 202 Euro sind die äußeren Sitzplätze beheizbar, und wer nochmals 118 Euro drauflegt, bekommt hinten eine 230-Volt-Steckdose samt USB-Anschluss an der Rückseite der vorderen Armlehne.

Eine Reihe dahinter fällt der Kofferraum – wie schon eingangs erwähnt – besonders üppig aus. Sie wollen mal eben Regale oder einen neuen Kühlschrank abholen. Mit dem Skoda sind die meisten Transportaufgaben des Alltags überhaupt kein Problem. Die große Ladeluke vereinfacht das Be- und Entladen und die geteilten Rücksitzlehnen können zudem auch ganz galant vom Kofferraum aus entriegelt werden. Nach dem Umklappen entsteht zwar eine kleine Stufe, die aber vom doppelten Ladeboden in seiner höchsten Stufe kaschiert wird. Allerdings kostet dieses ausgleichende Feature 134 Euro Aufpreis

Praktische Details für den Alltag

Der Superb Combi ist nicht nur ein riesig dimensioniertes Fahrzeug, sondern auch ein sehr praktisches dazu. Die Tschechen haben an wirklich alles gedacht und ihrer Mittelklasse viele nützliche Details mit auf den Weg gegeben. An den ausklappbaren Haken der Seitenwände finden beispielsweise bis zu vier Einkaufstüten einen sicheren Halt. Die Kofferraum-beleuchtung auf der linken Seite erweist sich als eine herausnehmbare Akku-Taschenlampe. Bei Nichtgebrauch wird sie einfach wie der in die Bordwand zurückgesteckt und aufgeladen. Die Taschenlampe ist übrigens serienmäßig an Bord, für drei Gepäcknetze muss der Kunde 67 Euro zahlen, inklusive eines kleinen Abfallbehälters für den Innenraum. Preislich aber absolut okay. Ein wichtiges Sicherheitstrennnetz muss hingegen für 151 Euro extra geordert werden. Auch lässt sich langes Ladegut problemlos im Superb transportieren. Hierzu wird die Beifahrerlehne einfach flach gelegt. Warum dieses Extra jedoch nicht innerhalb der gesamten Kombi-Familie angeboten wird, sondern nur für die beiden Modelle Ambition und Greenline (jeweils 76 Euro), bleibt allerdings ein Rätsel

Ergonomisch durchdacht

Als gut durchdacht erweist sich dagegen die Bedienung. Alle Schalter und Hebel sind dort, wo man sie vermutet. Und deren Funktionen sind selbsterklärend. Dazu gibt es klar gegliederte Rundinstrumente in einem hübschen Design. Dazwischen liegt ein kleines Display unter anderem für den Bordcomputer. Das höhenverstellbare Lenkrad lässt sich weit genug herausziehen. Eine optimale Sitzposition für alle erdenklichen Körperstaturen ist somit schnell gefunden.

Der restliche Innenraum kann sich ebenfalls sehen lassen. Wohin das Auge auch schaut, gibt es viele aufgeschäumte Flächen und sauber eingepasste Teile. Die Materialien an Mittelkonsole und Türverkleidungen wirken hochwertig. Mit seinen beiden in den Türen untergebrachten Regenschirmen macht sich der Skoda außerdem bei schlechtem Wetter Freunde. Überhaupt lässt sich beim näheren Blick viel Detailliebe erkennen. Angefangen beim Tickethalter an der Windschutzscheibe bis hin zum Eiskratzer, der auf der Innenseite des Tankdeckels seinen festen Platz hat.

Beim Thema Sicherheit gibt sich der Skoda ebenfalls keine Blöße. Sieben Airbags, inklusive eines Knieairbags für den Fahrer, sind Standard. Wer den Schutz seiner Gäste im Fond erhöhen möchte, erhält zusätzlich seitliche Luftsäcke für 370 Euro. Auch das Sortiment an Fahrerassistenzsystemen ist ordentlich. Die City-Notbremse ist bei allen Versionen Serie, optional gibt es einen Abstandsradar (ab 269 Euro) oder etwa einen Spurhalter mit Spurwechsel- sowie Aus­park­assis­tenten für zusammen 689 Euro. Insgesamt fünf Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, die beliebteste beim Combi ist die zweite Stufe und hört auf den Namen Ambition. Hier sind unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Radio mit DAB+, beheizbare Außenspiegel mit Anklapp-Funktion, Parksensoren hinten sowie ein Tempomat werksseitig mit an Bord.
Hinzu kommen zwei Business-Pakete, von denen das teurere namens Columbus lobenswert ist. Für einen Zuschlag von 2.176 Euro umfasst es unter anderem ein acht Zoll großes Navi, einen WLAN-Hotspot, eine Verkehrszeichenerkennung samt Müdigkeitswarner, eine induktive Ladestation für das Smartphone, zwei SD-Kartenslots am DVD-Laufwerk und eine Tablethalterung im Fond.

Bei den Motoren muss es nicht unbedingt der große Turbodiesel mit 190 PS sein, die kleinere TDI-Variante mit 150 PS reicht vollkommen aus. Das blitzschnell schaltende Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe steht für 1.681 Euro in der Preisliste. Empfehlenswert ist auch das adaptive Dämpfersystem für 790 Euro, denn damit bietet der Superb zum hohen Alltagsnutzen auch einen hohen Fahrkomfort.

Plus

Riesiges Platzangebot für Mensch und Gepäck, günstiger Einstiegspreis, sieben Airbags Serie, reichhaltiges Angebot an Fahrerassistenten, kultivierter 150-PS-Diesel, spontan schaltendes DSG-Getriebe, saubere Verarbeitung, einfache Bedienung, hoher Fahrkomfort, sichere Fahreigenschaften, geringer Wertverlust.

Minus

Karge Basisausstattung (Active), teure Spritsparversion Greenline, Sicherheitstrennnetz und doppelter Ladeboden beim Kombi nur gegen Zuzahlung erhältlich, kleinliche Aufpreispolitik, überdurchschnittlich hohe Wartungs- und Verschleißkosten bei 40.000 km/Jahr.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

22. Juli 2016
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