Alles über Abgasskandal
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Foto: Hersteller

Rußfilter für Benziner

Wenig Aufwand, große Wirkung

Benziner mit Direkteinspritzung stoßen Massen an kleinsten Rußpartikeln aus. Ein Filter für etwa 25 Euro kann das ändern, aber er ist den Autobauern oftmals zu teuer.

Laut Eurostat sterben jedes Jahr in der EU 406.000 Menschen durch Luftverschmutzung. Das sind etwa zehn Mal mehr als bei Autounfällen ums Leben kommen. Nach dem Diesel-Abgasskandal sind erneut Benziner und ihr Ausstoß an Rußpartikeln in den Fokus geraten. Das betrifft insbesondere die schnell steigende Zahl der Direkteinspritzer, deren Marktanteil bei den Ottomotoren wegen geringeren Spritzverbrauchs und niedrigerer CO2-Emissionen inzwischen 40 Prozent erreicht hat. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Einspritzung geben Direkteinspritzer 100 Mal mehr Partikel in die Luft ab.

Die Teilchen sind zum Teil kleiner als ein Virus und extrem gesundheitsschädlich, denn siekönnen Schadstoffe wie giftige Metalle und krebserregende Kohlenwasserstoffe direkt in die Lungen und das Blut transportieren. Trotzdem kämpfen nach Informationen der Umweltorganisation T&E in Brüssel derzeit Automobilhersteller für eine laschere Auslegung der Regeln bei den geplanten neuen Straßentests (RDE). Dabei bekommen sie unter anderen Unterstützung von den Regierungen Spaniens und Schwedens, wo Seat und Volvo zu Hause sind.

Benzin-Partikelfilter: Billiger und haltbarer

Bereits jetzt sieht der Entwurf der EU-Kommission zur Euro-6c-Norm vor, dass die gemessenen Emissionen von Direkteinspritzern aufgrund von Unsicherheiten beim Testverfahren 50 Prozent über dem eigentlichen Limit liegen dürfen. Die Autobauer möchten hier offenbar auf 300 Prozent erhöhen, um den Test leichter zu bestehen. Das würde dann auch den Einbau eines Filters in Neuwagen unnötig machen. Dabei könnte er das Problem nahezu vollständig beheben und ist zum Preis von etwa 25 Euro bereits auf dem Markt.

Untersuchungen haben ergeben, dass Benzin-Partikelfilter billiger, einfacher, kompakter und haltbarer sind als die, die in Dieselautos eingebaut werden, berichtet T&E. Das liegt nicht zuletzt an den höheren Abgastemperaturen der Direkteinspritzer, die Rußansammlungen verhindern. Bislang findet man sie aber nur in wenigen Fahrzeugen. Mercedes, Volkswagen und der PSA-Konzern (Citroen, Peugeot) hatten angekündigt, dass die Filter in den meisten neuen Modellen verbaut werden, andere Hersteller versuchen, das Problem durch Schrauben am Motor zu beheben. 

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Datum

13. Februar 2017
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