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VW Financial Services: Wachstum in unsicheren Zeiten

Die Geschäfte der VW-Finanztochter scheinen trotz Abgas-Skandal gut zu laufen. Wachstumstreiber sind vor allem Versicherungen und Dienstleistungen. Künftig im Fokus: digitale Services.

Die Geschäftsentwicklung ist unmissverständlich positiv, wir haben alles im Griff – so lautet die Doppelbotschaft der Finanzierungssparte des Volkswagenkonzerns auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt. Dieser zeigte sich dort entschlossen zuversichtlich, dass sich die durch die Dieselkrise ausgelösten Turbulenzen auch künftig nicht negativ auf das eigene Geschäftsfeld auswirken werden. Die Führung von VW Financial Services hat dabei auf einigen Ebenen vorgesorgt, falls doch noch Probleme auftauchen, sogar einen Euro-Rettungsschirm aufgespannt für volkswirtschaftliche Risiken im Falle eines Auseinanderdriftens der Eurozone. Die Eigenkapitalquote wurde deutlich ausgeweitet(plus 7,3 Prozent), das Unternehmen hat sich finanziell breit aufgestellt, will sparen und effizienter werden. Gleichzeitig soll das gesamte Geschäftsmodell bei absoluter Kostendisziplin überprüft, Neukunden gewonnen und Bestandskunden gehalten werden.

Bestes operatives Ergebnis

Die VW Finanzdienstleistungen konnten laut Geschäftsbericht 2015 erneut deutlich zulegen. "2015 war ein ebenso ereignisreiches wie herausragendes Geschäftsjahr. Mit 1,9 Milliarden Euro erzielten wir das beste operative Ergebnis aller Zeiten", sagte der Vorstandsvorsitzende der VW Financial Services, Lars Henner Santelmann. Verbessert hätten sich nahezu alle wesentlichen Kennzahlen, die Bilanzsumme stieg demnach auf 157,9 Milliarden (+14,9 Prozent), und der Gesamtvertragsbestand inklusive aller Joint Ventures legte um 11,4 Prozent auf 16,6 Millionen Euro zu. Und so soll es auch 2016 weitergehen. Santelmann erwartet für 2016 "wieder ein sehr gutes Ergebnis, das mindestens auf dem Niveau des bisherigen Rekordjahres 2014 mit 1,7 Milliarden Euro liegen wird." Und das sei eher konservativ gerechnet.

Versicherungen und Dienstleistungen sorgen für dickes Plus

Ein dickes Plus gab es bei den Vertragsabschlüssen, getrieben durch Versicherungen und Dienstleistungen wie Wartung und Verschleiß oder Reifenservices, die etwa für das Flottengeschäft von großer Bedeutung seien. Besonders deutlich legten die Versicherungen mit insgesamt 5,1 Millionen abgeschlossenen Verträgen zu (plus 18,6 Prozent), jährlich kämen in Deutschland mindestens 150.000 Abschlüsse hinzu. Das Joint Venture mit der Allianz Versicherung entwickle sich stabil. Die Dienstleistungen wuchsen nach Unternehmensangaben insgesamt um 12,5 Prozent auf 2,7 Millionen Verträge. Auch die Zahl aller Neuverträge in den Bereichen Finanzierung, Leasing, Versicherung und Dienstleistungen wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr stärker, auf 6,8 Millionen (fast plus fünf Prozent).

Ausbau des digitalen Service

Ausbauen will der Finanz- und Flottendienstleister auch den digitalen Service. "Wir wollen das Thema auch auf B-to-B-Kunden ausweiten", sagte Vertriebsvorstand Dr. Christian Dahlheim. Der Vertrieb soll bis in vier Jahren alle Produkte auch online verkaufen können. So erhofft sich das Unternehmen, mit seinen Produkten auch Gebrauchtwagenkunden zu erreichen, die von privat kaufen. Das Ziel sind 30 Millionen Verträge, also fast eine Verdoppelung der aktuell 16,6 Millionen. Als weitere Dienstleistungen sollen laut Vorstandschef Santelmann Telematik-Lösungen die Leistungen im Fuhrparkmanagement wie die Rechnungskonsolidierung ergänzen. Auch dies soll europaweit ausgebaut werden.

Autor

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Achim Hartmann

Datum

15. März 2016
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