Autonomes Fahren

Das Robotaxi kommt mit Wucht

Robotaxi Foto: VW

2025 sollen in großem Stil Roboterautos auf die Straße rollen. VW will die Technik zunächst für Mobilitäts- und Transportdienstleister anbieten. Aber auch Privatkunden dürfen hoffen.

Volkswagen will ab 2025 in großem Stil kommerzielle Roboterautos auf die Straße bringen. Zunächst soll das autonome Fahrten bei gewerblichen Mobilitäts- und Transportdiensten starten, kurz darauf könnte die Technik auch für Privatkunden zur Verfügung stehen, erläuterte Alexander Hitzinger im Rahmen einer Fahrdemonstration in Hamburg. Der ehemalige Formel-Eins-Ingenieur leitet die neu gegründete Unternehmenseinheit Volkswagen Autonomy GmbH, die sich beim Autohersteller konzernweit mit allen Aspekten des autonomen Fahrens beschäftigt.

In der Hansestadt lässt VW seit dem Frühjahr autonome Autos fahren – eine Premiere im öffentlichen Verkehr einer deutschen Großstadt. Etwa 2.000 Kilometer haben die fünf aufgerüsteten Elektro-Golf bislang auf der knapp 3 Kilometer langen City-Route abgespult, immer wieder unterbrochen von Datenauswertungen und Neujustierungen der Software. Unfälle oder Beinahe-Crashs habe es bislang nicht gegeben, so der Konzern anlässlich der ersten Halbjahresbilanz.

Getestet wird automatisiertes Fahren auf dem sogenannten Level 4 von 5. Das heißt, dass das Roboterauto unter normalen Einsatzbedingungen – also etwa in einer bekannten Umgebung – komplett ohne menschlichen Eingriff auskommt. Für VW ist das der wichtigste Standard. Das komplett automatisierte Auto auf Level 5, mit dem man ohne Lenkrad und Pedale zuverlässig um die ganze Welt fahren können müsste, ist technisch so aufwendig, dass sich die Entwicklung aus aktueller Perspektive wirtschaftlich niemals lohnen könne. Vor allem, weil für den kommerziellen Einsatz an Bord von Robotaxi und Co. bereits das weniger avancierte Level 4 reichen würden – denn die Fahrzeuge sind quasi per Definition in einem lokal klar definierten Rahmen unterwegs. Mit dem innerstädtischen E-Auto-Fahrdienst MOIA hat VW in Hamburg bereits ein Pilotprojekt am Start, bei dem eine künftige Automatisierung auf der Hand liegt.

Dass die Technik laut VW zunächst im Robotertaxi und bei Transportdienstleistern kommt, hat aber noch einen anderen Grund als die relativ klar definierbare Einsatzumgebung. Nämlich die Kosten: Gut 100.000 Euro an Sensorik fährt jeder der fünf Test-Golfs auf dem Dach durch Hamburg. Neben Radar, Kamera und Ultraschall treiben vor allem die bislang im Auto selten verwendeten Laserscanner die Kosten in die Höhe. Für Privatkunden ist ein Roboterauto somit zunächst wohl zu teuer. Wenn die Automatisierung von Taxis und Lieferfahrzeugen Mitte kommenden Jahrzehnts in großem Stil – also bei weltweit Hunderttausenden Fahrzeugen - startet, dürften die Preise für die Technik allerdings fallen. VW erwartet, dass dann schon relativ bald entsprechende Ausstattungspakete für private Luxus-Pkw bestellbar sind. Anschließend soll das autonome Fahren seinen Weg durch die Fahrzeugklassen nch unten bis in den Massenmarkt nehmen. Aktueller Maximalstandard auf deutschen Straßen ist übrigens Level 2 – etwa in Form von Stau- oder Autobahn-Piloten.

Farbklecks verwirrt Kamera Roboautos sind leicht abzulenken

Wie schnell die Entwicklung auf Level 4 in Deutschland geht, bleibt abzuwarten. Das höchste Tempo bei der Einführung erwarten Experten in den USA und China, wo vor allem die rechtlichen Hürden niedriger sind als hierzulande. Trotzdem bleibt aus VW-Sicht noch einiges zu tun, bis die Robotermobile tatsächlich das Straßenbild der Metropolen bestimmen. Neben angepasster Gesetzgebung und Kostensenkung geht es nicht zuletzt darum, die Zuverlässigkeit der Technik zu beweisen. Ein funktionierendes Produkt zu haben ist nämlich nur der erste Schritt – es muss seine Leistungsfähigkeit auch Kundschaft und Gesetzgebern über Millionen Fahrkilometer beweisen.

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