E-Autos unter 25.000 €: T&E-Bericht mit Haken

T&E-Bericht zu Elektroautos unter 25.000 Euro
Siebenmal mehr Absatz, Verbrenner-Auswahl größer

Fast 40 neue Elektromodelle im ersten Halbjahr, über 100.000 Vorbestellungen für VWs Kleinwagenfamilie. Trotzdem gibt es unter 30.000 Euro fast dreimal so viele Verbrenner wie Stromer. Die Details zur Studie.

Renault Twingo E-Tech 2026
Foto: Renault

Die Elektroautos, auf die Europas Autofahrer jahrelang warten mussten, kommen jetzt in Serie. Das ist die Kernbotschaft des aktuellen EV-Fortschrittsberichts der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E). Fast 40 neue Elektromodelle kamen im ersten Halbjahr 2026 auf den Markt, bis Jahresende sollen es rund 60 sein. Zwischen 2021 und 2025 waren es im Schnitt 15 pro Jahr.

Am stärksten wächst das untere Preissegment. Bis Ende 2026 zählt T&E 16 Modelle mit einem Einstiegspreis unter 25.000 Euro, doppelt so viele wie im Vorjahr, darunter Fiat Grande Panda, VW ID.Polo, Cupra Raval und Renault Twingo. Ihr Absatz soll 2026 siebenmal so hoch liegen wie 2024. Das klingt spektakulär, sagt aber vor allem etwas über 2024: Damals gab es in dieser Klasse kaum etwas zu kaufen.

Absatz von E-Autos unter 20.000, 20.000–25.000 und 25.000–30.000 Euro in EU und Norwegen 2021–2027, Prognose rund 740.000 im Jahr 2027
T&E-Grafik

Bis 2024 lag der Absatz günstiger E-Autos bei rund 100.000 Stück pro Jahr. Mit den schärferen CO2-Zielen ab 2025 erwartet T&E für 2027 rund 740.000 Fahrzeuge unter 30.000 Euro. Die Kurve beruht auf einer Prognose von GlobalData.

Billig heißt Basisversion, irgendwo in Europa

Ein Blick in die Methodik relativiert die Preisschilder. Als Einstiegspreis gilt die günstigste Variante, und wo ein Modell in mehreren Ländern angeboten wird, setzt T&E den niedrigsten Preis in der EU an. Deutsche Listenpreise können also höher liegen. Zudem hat der Verbrenner beim Angebot weiter die Nase vorn: Unter 30.000 Euro gibt es heute fast dreimal so viele Verbrenner- wie Elektromodelle, zwischen 20.000 und 25.000 Euro sogar 4,4-mal so viele.

Wie stark die Größe den Preis treibt, zeigt eine Auswertung der Zulassungen: E-Autos unter vier Metern kosteten im ersten Halbjahr im Schnitt 26.854 Euro, Modelle zwischen 4,2 und 4,3 Metern 42.618 Euro. Zehn Zentimeter mehr Länge kosten damit rund 5.000 Euro.

40.000 Bestellungen für einen Kleinwagen

Dass Nachfrage da ist, belegt T&E mit Volkswagen. „Der ID.Polo von VW war beispielsweise schnell ausverkauft – mit mehr als 40.000 Bestellungen und einer Wartezeit von zehn Monaten“, sagt Susanne Goetz, Senior Referentin bei T&E Deutschland. Die gesamte Kleinwagenfamilie kommt laut Bericht auf über 100.000 Vorbestellungen. Goetz' Urteil über die Branche: „Das Problem war nicht die Nachfrage, sondern ihr Angebot.“

Für Volkswagen zahlt sich das auch beim CO2-Konto aus. Im April rechnete der Konzern noch mit Strafzahlungen von fast 1,5 Milliarden Euro für 2025 bis 2027. Drei Monate später erwartete er für 2026 keine weiteren Rückstellungen mehr. Aktuell fehlen VW laut T&E noch 7 Gramm CO2 je Kilometer. Insgesamt haben die Hersteller bereits 75 Prozent der Lücke zu ihren Zielen geschlossen, BMW, Stellantis, Kia sowie die Pools Mercedes-Volvo und Tesla-Ford erfüllen sie schon.

Diesel 38 Prozent teurer

Rückenwind kommt von der Tankstelle. Seit Beginn des Iran-Kriegs ist Diesel um 38 Prozent teurer geworden, eine 50-Liter-Füllung kostete Mitte September 30 Euro mehr. Zu Hause geladen, sind E-Autos laut T&E nur noch halb so teuer im Betrieb wie Benziner und Diesel. In der EU wurden von Januar bis August 1,64 Millionen E-Autos verkauft, 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Streit um die CO2-Ziele ab 2030

Umso deutlicher warnt T&E vor einer Abschwächung der Ziele für 2030 bis 2035. Nach dem Vorschlag des EVP-Berichterstatters Massimiliano Salini käme der E-Anteil 2030 laut T&E-Modell nur auf 22 statt 47 Prozent. „Würde das Ziel für 2030 jetzt abgeschwächt, könnte das Angebot erschwinglicher Modelle um fast drei Viertel einbrechen“, sagt Goetz. Bemerkenswert: Selbst der Vorschlag der EU-Kommission würde den Absatz der günstigen Modelle nach dieser Rechnung mehr als halbieren.

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T&E-Analyse
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