Luxusauto-Index: Baden-Württemberg vorne

Ranking: Süden und Stadtstaaten vorn
Wo gibt’s die meisten Luxusautos?

Eine aktuelle Auswertung von KBA-Zulassungsdaten zeigt, wo Sportwagen, Oberklasse und obere Mittelklasse besonders stark vertreten sind – und warum Heimatmärkte bei Premiummarken im Ranking zählen.

Porsche Macan 2024
Foto: Porsche

Für Fuhrparkmanager und Dienstwagenfahrer sind Zulassungsdaten mehr als Statistik. Sie zeigen, wo bestimmte Fahrzeugsegmente stark vertreten sind, welche Marken regional besonders gut laufen und wie unterschiedlich der Markt für gehobene Dienstwagen in Deutschland verteilt ist. Eine Auswertung der Traumautoverlosung auf Basis von KBA-Neuzulassungsdaten legt nun offen, in welchen Bundesländern Luxusautos, Sportwagen und Fahrzeuge der oberen Mittelklasse besonders häufig neu zugelassen werden.

Luxusanteil variiert stark nach Bundesland

An der Spitze des sogenannten Luxusauto-Index steht Baden-Württemberg. Dort entfallen 9,8 Prozent aller Neuzulassungen auf die zusammengefassten Klassen Sportwagen, Oberklasse und obere Mittelklasse. Auf Platz zwei folgt Bayern mit 8,3 Prozent. Berlin und Hamburg kommen jeweils auf 8,0 Prozent, Bremen erreicht 7,7 Prozent. Die Top fünf bestehen damit aus zwei süddeutschen Bundesländern und den drei Stadtstaaten.

Am anderen Ende des Rankings stehen vor allem ostdeutsche Flächenländer. Sachsen-Anhalt weist mit 3,6 Prozent den niedrigsten Anteil aus. Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern folgen mit jeweils 3,8 Prozent. Sachsen kommt auf 4,4 Prozent, das Saarland auf 4,5 Prozent. Zwischen Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt liegt damit nahezu ein Faktor drei.

Premiummarken profitieren vom Heimatmarkt

Besonders deutlich wird die regionale Konzentration bei deutschen Premiummarken. Porsche erzielt laut Auswertung 40,5 Prozent seiner deutschen Neuzulassungen in Baden-Württemberg. BMW kommt in Bayern auf 40,3 Prozent, Audi auf 37,0 Prozent. Damit entfällt bei diesen Marken jeweils rund vier von zehn in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeugen auf das jeweilige Heimatbundesland.

Rolls Royce 2026
UGO MISSANA STP

Bei Rolls-Royce ist die regionale Konzentration besonders ausgeprägt: 52,8 Prozent der deutschen Neuzulassungen entfallen laut Auswertung auf Bayern.

Für Flottenverantwortliche ist dieser Befund vor allem als Marktsignal interessant. Starke regionale Markenanteile können Hinweise auf gewachsene Händlerstrukturen, Unternehmensstandorte, lokale Kundengruppen und eine entsprechend hohe Sichtbarkeit bestimmter Marken in Dienstwagenflotten geben. Die Auswertung liefert allerdings keine Aussagen zu gewerblichen Anteilen, Nutzerprofilen oder Fuhrparkgrößen.

Bayern stark bei Supersportwagen

Auch bei ausländischen Luxus- und Supersportwagenmarken zeigt sich eine ausgeprägte regionale Bündelung. Rolls-Royce kommt der Auswertung zufolge auf 52,8 Prozent seiner deutschen Neuzulassungen in Bayern. McLaren erreicht dort 31,8 Prozent, Lamborghini 30,6 Prozent und Ferrari 24,7 Prozent. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen folgen mit Abstand.

Die Werte zeigen, wie stark einzelne Segmente regional konzentriert sein können. Gerade bei kleinen Stückzahlen können solche Anteile allerdings schnell deutlicher wirken als in Volumensegmenten. Die Pressemitteilung nennt keine absoluten Zulassungszahlen je Marke oder Bundesland. Entsprechend lässt sich aus den Prozentwerten nicht ableiten, wie groß die jeweiligen Märkte tatsächlich sind.

Datengrundlage: KBA-Neuzulassungen

Für die Untersuchung wurden Neuzulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamts auf Ebene der Bundesländer ausgewertet. Berücksichtigt wurde der Anteil der Fahrzeugklassen Sportwagen, Oberklasse und obere Mittelklasse an allen Neuzulassungen je Bundesland. Für die Herstellerbetrachtung wurden die jeweiligen Bundesland-Summen ins Verhältnis zur deutschen Gesamtsumme der Marke gesetzt.

Die Auswertung stammt von der Traumautoverlosung, die im April mit einer Verlosung eines Porsche 911 GT3 RS in Deutschland gestartet ist. Dieser Teil ist für die Markteinordnung nur eingeschränkt relevant. Für Flottenentscheider bleibt vor allem die regionale Verteilung interessant: Sie zeigt, dass gehobene Fahrzeugklassen in Deutschland nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern sich besonders stark in Süddeutschland und den Stadtstaaten konzentrieren.