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Detroit Auto Show 2019

Viel Benzinpower in den USA

Foed Mustang Shelby GT500 Foto: Ford 15 Bilder

Die Bedeutung der Auto Show in Detroit wird kleiner. Viele Amerikanische Hersteller sind ohne Neuheiten vertreten, die Weltpremieren vertrauen fast immer auf dicke Benziner.

Klimaschutz steht nicht wirklich weit oben auf der Agenda des US-Präsidenten Donald Trump, und die amerikanischen Autobauer scheinen darüber nicht gerade traurig zu sein. Zwar halten sich die heimischen Hersteller auf der Detroit Auto Show insgesamt stark zurück; GMC, Buick und Chevrolet begnügen sich mit neuen Modelljahrgängen oder bereits andernorts gezeigten Neuheiten, Lincoln präsentiert ein stark limitiertes Jubiläums-Modell des Continentals mit verlängertem Radstand und gegenläufig angeschlagenen Fondtüren und Chrysler bleibt der Messe ganz fern. Doch die Aussteller, die mit spannenden Weltpremieren in die Cobo Hall gereist sind, setzen vor allem auf große SUV und schnittige Sportler – mit starken Verbrennern unter der Haube. Nur ein einziger Hybrid hat sich auf die Messe verirrt, und einen reinen Stromer gibt es sogar nur als Concept Car.

Dodge rückt die Schwerlast-Versionen 2500 und 3500 seines Pick-ups Ram ins Rampenlicht, die mit dreieinhalb Tonnen Zuladung und einer maximalen Zuglast von fast 16 Tonnen wuchern. Dementsprechend kräftig – und sicher nicht minder durstig – fallen auch die Antriebe aus: Standard-Triebwerk ist ein 6,4-Liter-V8, der 416 PS und 582 Newtonmeter Drehmoment liefert. Alternativ steht ein 6,7-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel bereit. Der Selbstzünder kommt zwar nur auf 405 PS, entwickelt aber unwirkliche 1.356 Newtonmeter.

Dodge Ram Foto: Michael Gebhardt
Standard-Triebwerk ist ein 6,4-Liter-V8, der 416 PS und 582 Newtonmeter Drehmoment liefert. Alternativ steht ein 6,7-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel bereit. Der Selbstzünder kommt zwar nur auf 405 PS, entwickelt aber unwirkliche 1.356 N.

Etwas vernünftiger zeigt sich der Ford Explorer. Das SUV im Mercedes-GLE-Format, das wenige Tage vor der Messe seine Weltpremiere mit 2,3-Liter-Vierzylinder oder Dreiliter-V6 unter der Haube feierte, tritt auf der Auto Show auch – und als einziger – als Hybrid auf. Doch obwohl der Doppelherz-Explorer zusätzlich auf die Elektro-Unterstützung setzen kann, bekommt er einen großen 3,3-Liter-V6 als Benziner-Basis. Beide zusammen stellen 322 PS bereit, der Verbrauch soll bei nicht gerade vorbildlichen zehn Litern – nach US-Norm-Messung – liegen. An der Steckdose geladen werden kann der Explorer nicht. Und direkt neben dem Hybrid-Modell brachte sich der Ford Explorer ST in Position. Das Sport-Modell mit der doppelt aufgeladenen Dreiliter-Maschine kommt auf stattliche 405 PS.

Auf die Spitze treibt Ford das Leistungsstreben mit dem Shelby GT500. Das Top-Modell der Mustang-Baureihe ist der bislang stärkste Serien-Ford und wird von einem 5,2 Liter großen Kompressor-V8 befeuert. Im Datenblatt stehen 709 PS, zum Drehmoment macht Ford noch keine Angaben. Schon jetzt aber verraten die Amis, dass der Mustang mit den breiten Backen und der bissigen Cobra im Kühlergrill in rund 3,5 Sekunden von Null auf 100 sprintet und die in den USA übliche Viertelmeilen-Distanz in weniger als elf Sekunden runterreißt. In den amerikanischen Handel kommt der GT500 im Herbst, nach Deutschland schafft er es – wie auch der Explorer – wenn dann nur über Grauimporteure.

Fast schon schwach auf der Brust kommt im Vergleich Cadillacs Messe-Neuheit daher: Mit dem XT6 erweitern die Amerikaner ihre SUV-Palette und zwängen einen weiteren Hochbeiner zwischen XT5 und Escalade. Das Oberklasse-SUV erstreckt sich auf rund 5,05 Meter und bietet Platz für bis zu sieben Passagiere. Für standesgemäßen Vortrieb sorgt ein 3,6-Liter V6 mit 314 PS und 368 Newtonmeter, der unter anderem auch dem Sportwagen Camaro Beine macht. Immerhin: Der an eine Neungang-Automatik gekoppelte Sechszylinder verfügt über eine Zylinderabschaltung und läuft wenn möglich auf nur vier Töpfen. Wieviel Sprit das spart, und was der XT6 überhaupt verbraucht, ist allerdings noch nicht bekannt.

Der einzig wirklich vernünftige Ami kommt ebenfalls von Cadillac: Schon am Vorabend der Messe hat der Autobauer eine Elektro-Studie vorgestellt – das erste elektrische Concept-Car der Marke überhaupt.

Der einzig wirklich vernünftige Ami kommt ebenfalls von Cadillac: Schon am Vorabend der Messe hat der Autobauer eine Elektro-Studie vorgestellt – das erste elektrische Concept-Car der Marke überhaupt. Der noch namenlose Crossover spielt theoretisch in einer Liga mit Audi E-Tron, Jaguar i-Pace und Mercedes EQC, viele Details hat Cadillac allerdings noch nicht verraten. So verliert der Hersteller beispielsweise kein Wort über den Antrieb, allerdings soll der Crossover auf einer neuen Elektro-Plattform aufbauen, die flexibel an andere Modelle angepasst werden kann. Mit einem Serienstart des grünen Caddys dürfte in etwa einem Jahr zu rechnen sein, gleichzeitig hat der Autobauer allerdings bekannt gegeben, dass auch das Sprit-fressende Groß-SUV Escalade und eine Performance-Limousine in der nächsten Zeit neu aufgelegt werden.

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