Alpine A390 GTS mit drei E-Motoren
Exakt 50 kW/70 PS mehr als die Basisversion bringt die natürlich ebenfalls vollelektrische GTS-Variante an die vier angetriebenen Räder. Ihre 345 kW/470 PS und das Drehmoment von bis zu 824 Nm machen sie zur veritablen Sprint-Expertin. Statt in 4,8 Sekunden wie die GT-Version saust die Neue in nur 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Abgeregelt wird erst bei 220 statt bei 200 km/h. Auf dem abgesperrten Handlingkurs in der Nähe von Mailand lässt sich die Mehrleistung gefahrlos ausreizen. Und dabei zeigt die A390 GTS, dass sie trotz ihres Mittelklasse-Formats fast so knackig ums Eck zu lotsen ist wie das Vorbild, das speziell die Fahrwerks-Ingenieure bei der A390-Entwicklung vor Augen hatten: die Sport-Flunder A110.
Warum die A390 leichter wirkt als sie ist
Es war das erklärte Ziel von Alpine, die A390 sozusagen als „große A110“ zu platzieren. Ihr also deutlich mehr als nur einen Hauch vom Flair und von den sportlichen Talenten der in Kürze auslaufenden und 2027 durch eine Elektro-Variante ersetzten kleinen Schwester mitzugeben. Und das trotz einer völlig anderen, wesentlich kräftigeren Statur und rund einer Tonne Mehrgewicht. Dank einer extrem aufwendigen Fahrwerkskonstruktion mit Anklängen an die Formel 1 und dank dreier Motoren (einer vorne, zwei hinten) entwickelt die A390 GTS nun auch tatsächlich eine Handling-Leichtigkeit und -Dynamik, die man ihr angesichts ihres zwar knackigen, aber ausgewachsenen Mittelklasse-Formats im Stil eines SUV-Coupés mit einer Länge von 4,62 Metern eigentlich nicht zutrauen würde. Anders ausgedrückt: Durch das geballte Entwickler-Know-how kann sie ihre rund 2.100 Kilo ziemlich gut kaschieren.

Sport-Fastback: Die elegant geformte A390-Karosserie bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck.
Drehmomentverteilung macht den Unterschied
Klar: Solch ein stattliches Lebendgewicht lässt sich nicht einfach wegzaubern. Doch schon im Normal- und im Sportmodus verbreitet der Neuzugang aus Dieppe reichlich Freude am Kurvenfahren. Durch die Wahl des Track-Modus ist das Vergnügen noch ausbaufähig: Mit ihrer ausgeprägten Gutmütigkeit lässt sie sich dank der komplexen aktiven Drehmomentverteilung mit ausgefeiltem Torque-Vectoring auch von ambitionierten Laien am Steuer mit dem Fahrpedal zu allerlei spaßfördernden Einlagen und berechenbaren Heckschwenks animieren. Laut Hersteller soll der Sport-Fastback „lebendige Fahreigenschaften bieten und leicht zu kontrollieren sein“. Urteil nach den ersten Testfahrten auch auf Landstraßen und Autobahnen: Dieses Ziel wurde erreicht. Kongenial unterstützt wird der E-Sportler für Familie und Rennstrecke dabei von maßgeschneiderten Michelin-Reifen mit spezieller A39-Kennzeichnung mit serienmäßig 21 und optional für mehr Reichweite 20 Zoll.
400-Volt-Technik bleibt der Lade-Haken
Apropos Reichweite: Bis zu 541 Kilometer soll die A390 GTS mit den kleineren Pneus kommen, bis zu 503 mit den 21-Zöllern, das entspricht einem WLTP-Verbrauch von 18,7 bis 20,4 kWh/100 km. Der Strom stammt aus einer 89 kWh fassenden, in Frankreich produzierten Batterie mit neuester Zellchemie, die laut Alpine „vollstromfest“ sein soll und sich gegenüber dem gleich großen GT-Akku mit bis zu 190 statt mit bis zu 150 kW laden lässt. Besonders lobend erwähnen die Franzosen die hohe durchschnittliche Ladeleistung der GTS-Version. Zwischen 15 und 80 Prozent sollen es 135 kW sein. Das kaschiert etwas den technologischen Abstand zu den Mitbewerbern mit 800-Volt-Technik. Die Füllung von 15 auf 80 Prozent dauert aber immerhin 27 Minuten. Das können die mit doppelter Spannung arbeitenden Kollegen dann doch deutlich fixer.

Willkommen: Das Cockpit der A390 GTS ist geschickt um den Menschen am Steuer herumgebaut.
Innenraum verbindet Komfort und Sport
Die A390 GTS verbreitet dafür trotz eines reichlich bemessenen Platzangebots in beiden Sitzreihen und eines ebenso großzügigen Kofferraums von der ersten Sekunde an eine Art Zuhausegefühl. Das Interieur ist geschickt um den Menschen am Lenkrad herumkonstruiert, die Anzeigen und die physischen Tasten sind günstig platziert. Besonders auffallend: das blaue Drehrad am Lenkrad, mit dem sich die Rekuperation von dezenter Motorbremse bis zum One-Pedal-Driving variieren lässt. Und der rote OV-Knopf, der zehn Sekunden lang einen Boost für flinke Überholvorgänge aktiviert. Die Materialien im Innenraum verströmen ein dezent luxuriöses Flair, das lederbezogene Gestühl in Reihe eins passt wie maßgeschneidert, lässt sich beheizen und verfügt über eine Massagefunktion.
Die GTS kostet 10.500 Euro Aufpreis
Reichlich Komfort und ein Hauch von Luxus fahren also in der A390 GTS immer mit. Diese Tatsache, die feine und dynamische Antriebstechnik und das ausgefeilte Torque-Vectoring-Fahrwerk lässt sich Alpine aber auch gut bezahlen: Unter 78.000 Euro (65.546 Euro netto) geht gar nichts. Die Mehrleistung und die bessere Ausstattung gegenüber der GT-Version müssen Käuferinnen und Käufern also 10.500 Euro (8.824 Euro netto) wert sein.
Alpine A390 GTS – Technische Daten
Fünftürige, fünfsitzige Schräghecklimousine der Mittelklasse; Länge: 4,62 Meter, Breite: 1,89 Meter (mit Außenspiegeln: 2,06 Meter), Höhe: 1,53 Meter, Radstand: 2,71 Meter, Kofferraumvolumen: 532 - 1.643 Liter; drei PSM-E-Motoren mit zusammen 345 kW/470 PS, Drehmoment: 824 Nm, Allradantrieb, 0 - 100 km/h: 3,9 s, Vmax: 220 km/h, Verbrauch: 18,7 - 20,4 kWh/100 km, Akkugröße: 89 kWh, Reichweite (20-/21-Zoll-Räder): 541 - 503 km (WLTP), Ladeleistung: 190 kW (DC), 11 kW (AC, optional 22 kW), Ladedauer: DC: 15 - 80 % in 27 Minuten, AC 11 kW: 20 - 80 % in 5 Std. 20 Min., AC 22 kW: 20 - 80 % in 2 Std. 40 Min.
Preis: ab 78.000 Euro (65.546 Euro netto)
Alpine A390 GTS – Kurzcharakteristik
Warum: sportliche Fahrleistungen, ausgefeilte Fahrwerkstechnik
Warum nicht: nur 400-Volt-Technik, ambitionierter Preis
Wann kommt er: bereits bestellbar









