Dacia Spring 2026: Preis, Reichweite, Laden

Neuer Dacia Spring ab Dezember 2026
Vom China-Import zum Slowenien-Europäer

Der neue Dacia Spring teilt sich die Plattform mit dem Renault Twingo E-Tech, wächst um 16 Zentimeter in der Breite und bekommt einen Frunk fürs Ladekabel. Geladen wird trotzdem im Schneckentempo. Alle Details mit Bildergalerie.

Dacia Spring in hellblauer Lackierung schräg von vorn mit Frontpartie, Scheinwerfern und schwarzen Designelementen.
Foto: Dacia

Wenn später mal die Geschichte der E-Mobilität geschrieben wird, darf der Dacia Spring nicht fehlen. Nicht etwa, weil er ein besonders innovatives, gutes oder gar attraktives Auto war. Das wird auch in der Retrospektive niemand ernsthaft behaupten wollen. Nein, weil der Spring Pionierarbeit geleistet hat. Mit seinem günstigen Einstiegspreis von damals rund 16.807 Euro (alle Preise netto) hat der Rumänen-Stromer den E-Antrieb demokratisiert und dafür gesorgt, dass auch der „kleine Mann“ Elektromobilität kennenlernen konnte. Seit 2021 verkaufte Dacia 210.000 Spring in 40 Ländern. Für 93 Prozent der Kunden war es der erste Kontakt mit einem EV.

Vom Dongfeng-Werk in die Twingo-Fabrik

Jetzt kommt der neue Spring – und damit der zweite Frühling. Denn plötzlich blüht er auf. Wurde der Budget-Stromer bislang beim chinesischen Partner Dongfeng möglichst preiswert zusammengeschraubt, wird der neue Spring ein waschechter Europäer. Gebaut im slowenischen Werk Novo Mesto, parallel zum Konzernbruder Renault Twingo E-Tech, mit dem sich der Viertürer auch die wesentlichen Eckpfeiler seiner Technik teilt.

Dacia Spring in hellblauer Lackierung von Hinten
Dacia

Angetrieben wird der Spring von einer 60 kW/80 PS starken E-Maschine und einer 27,5-kWh-LFP-Batterie im Unterboden.

Der Spring legt vor allem bei der Breite kräftig zu

Beide stehen auf der gleichen RG-EV-Plattform. Mit 3,85 Meter streckt sich der Dacia allerdings 6 Zentimeter mehr in die Länge als der Twingo und überflügelt seinen Vorgänger sogar um satte 15 Zentimeter. Der größte Sprung ins Erwachsenenalter findet allerdings in der Breite statt: Mit 1,74 m wirkt er nun deutlich stabiler und vertrauenswürdiger als das schmale Hemd aus Wuhan, das gerade mal 1,58 Meter breit war und schon im Stand wie ein fragiler Wackelkandidat ausschaute. Obwohl der Spring in allen Dimensionen zulegt, bleibt er mit lediglich 1,2 Tonnen ein Leichtgewicht, was vor allem dem Verbrauch zugutekommen dürfte. Dacia verspricht 12,7 kWh auf 100 Kilometer.

Abschied vom Billig-Look

So selbstbewusst und stämmig, wie der Handtaschen-Stromer jetzt auf den Rädern steht, gelingt es dem Design-Team um David Durand, den Spring aus der Spielzeugecke zu holen. Bislang war er kaum mehr als automobile Grundversorgung. Nun kommt mit dem Spring II ein moderner Kleinwagen, komplett befreit von jeglichem Fremdschäm-Potenzial. Die Front hochgezogen und robust, die Überhänge vorne und hinten minimal, die Linien klar und kantig.

So grenzt sich der Spring optisch vom Twingo ab

Obwohl Durands Truppe nahezu die komplette Dachpartie des Twingos inklusive der Fensterlinie transplantiert hat, sind Ähnlichkeiten zum Franzosenbruder wirklich nur mit viel Fantasie zu entdecken. An Front und Heck leuchten serienmäßig LED-Lichter. Sie spiegeln das Licht im Gehäuse geschickt um 45 Grad – und sehen so nach mehr aus, als sie tatsächlich sind. Massive Stoßfänger aus unlackiertem, schwarzem Kunststoff schützen vor kleinen Remplern und großen Rechnungen, Designelemente wie die Black Panels trennen das Dach optisch von der Karosserie.

Innenraum des Dacia Spring mit Lenkrad, digitalem Kombiinstrument, zentralem Touchscreen und Armaturenbrett.
Dacia

Zum Marktstart im Dezember gibt es den Spring in vier Farben und zwei Ausstattungen.

Mehr Kofferraum und sogar ein Frunk fürs Ladekabel

Das Plus an Länge nutzt der neue Spring vorne, um einen 18-Liter-Frunk fürs Ladekabel unterzubringen. Den hat der Twingo nicht. Und hinten für mehr Ladevolumen. 337 Liter bis 1283 Liter bedeuten einen deutlichen Zuwachs zum Spring Nummer Eins und sind Top für diese Klasse. Trotzdem bleibt innen noch erstaunlicher Platz für vier Erwachsene, auf der Rückbank sogar mit ordentlicher Knie- und Kopffreiheit. Meckerpotential bieten hier allenfalls die nicht versenkbaren Scheiben, preiswertere Ausstellfenster müssen reichen.

Wo Dacia spart – und wo der Spring erwachsener wird

Na klar sieht man hier und da, dass kein Euro leichtfertig in überflüssigen Schnickschnack gesteckt wurde. „Jedes Element muss auch einen praktischen Nutzen haben“ sagt David Durand. Der Spring ist nach wie vor auf cleveres Sparen konditioniert. Praktisch eingerichtet, aber nicht ärmlich. Die Sitze fühlen sich bequem und erwachsen an, zwei Displays – 7- und 10,1-Zoll groß - wurden vom Twingo übernommen und mit einer eigenen Graphik bespielt, die keinesfalls schlechter informiert als beim Franzosenbruder. Zahlreiche Staufächer schlucken den Kleinkram des Autofahrer-Alltags, das Agaveblau der Polster findet sich als horizontaler Streifen am Armaturenbrett wieder.

Drei weitere Dacia-Stromer bis 2030

Wie die Einrichtung ist auch die E-Technik kein Armutszeugnis, sondern pragmatisch auf die Klientel zugeschnitten. Der Spring ist dabei der erste Dacia, der von neuen, verkürzten Entwicklungszyklen der Renault Group profitiert. So sollen neue Modelle künftig nach zwei Jahren fertig sein und gleichzeitig weniger kosten. Dacia kündigt zusätzlich zum Spring bereits drei weitere EVs bis 2030 an.

Geöffneter Kofferraum des Dacia Spring mit Gepäckraum, Rücksitzlehnen und Abdeckung.
Dacia

Der Kofferraum entspricht dem Klassenstandard.

Warum Dacia bei Batterie und Ladeleistung knapp kalkuliert

Unnötigen Ballast schleppt der Spring gar nicht erst mit. 60 kW/80 PS müssen ebenso reichen, wie eine kleine, leichte 27,5-kWh-LFP-Batterie, die tief im Unterboden versteckt ist. Damit kommt man rund 250 Kilometer weit. Mehr braucht ein hauptsächlich in der Stadt eingesetzter Mini nicht, sagt Dacia. Auch das gemächliche Ladetempo stellt für die Kunden kein größeres Problem dar. Der neue Spring füllt seinen Akku extrem bedächtig mit nur 6,6 kW. An der Haussteckdose braucht er zum Laden neun Stunden (15 bis 80 %), an der Wallbox fast drei. Gegen Aufpreis gibt es ein Paket, das AC-Laden mit 11 kW ermöglicht (1 Stunde 55 min) sowie DC-Laden mit 50 kW (28 min). Inkludiert ist dann auch die Möglichkeit, externe Elektrogeräte mit Strom zu versorgen, bekannt als Vehicle-to-Load-Funktion (V2L).

Marktstart im Dezember, Bestellstart schon jetzt

Zum Marktstart im Dezember wird es den Spring in vier Farben und in zwei Ausstattungsversionen geben. Die Einstiegsvariante „Expression“, unter anderem mit 15-Zoll-Stahlrädern, manueller Klimaanlage und Media-Paket, soll unter 15.126 Euro kosten. Der „Journey“ erhält zusätzlich 16-Zöller, Rückfahrkamera, ein höherwertiges Media-System sowie zusätzliche Konnektivität. Er startet für unter 16.807 Euro in den zweiten Frühling.

Technische Daten Dacia Spring

Fünftüriger Elektro-Kleinwagen mit Frontantrieb; Länge: 3,85 m, Breite: 1,74 m, Höhe: 152 mm, Radstand: 2,49 m, Kofferraum 337-1.283 Liter, Frunk 18 Liter,

E-Antrieb, LFT-Batterie mit 27,5 kWh, Leistung 60 kW/80 PS, 1-Gang-Automatik, max. Drehmoment 175 Nm, 0-100 km/h: 12,1 s, Vmax: 130 km/h, Verbrauch 12,7 kWh/100km (kombiniert, WLTP), Ladezeit mit am AC-Lader 1,55 Stunden (15 – 80%), Ladezeit am DC-Lader 28 Minuten, elektrische Reichweite ca. 250 km (WLTP)*.

Preis: unter 18.000 Euro (15.126 Euro netto).

Warum: Weil man sich jetzt mit dem Spring sehen lassen kann

Warum nicht: Weil das Ladetempo viel Tagesfreizeit voraussetzt

Was noch: Leapmotor T03, Renault Twingo E-Tech, Citroen e-C3, Hyundai Inster

Wann kommt er: im Dezember, bestellbar ab 15.9.