Wenn man sich etwas ganz fest wünscht, geht es ja vielleicht in Erfüllung. Wolfgang Ufer hat da gute Karten, was seine Wünsche angeht. Schließlich ist der Mann frischgebackener Smart-Europachef und hat damit einen guten Draht zu den Leuten, die seinen Wunschkandidaten gerade erst auf der Auto China vorgestellt haben. Und wir sprechen hier nicht vom ikonischen Smart #2, der sich jetzt erstmals als Studie zeigte und spätestens Anfang 2027 in Serie gehen wird.
Smart #6 bringt neue Dynamik ins Portfolio
Doch der Zweier mit seiner eher dürftigen Rendite macht nicht satt. Auch wenn der Smart #5 mittlerweile gut nachgefragt ist, könnte weitere Unterstützung nicht schaden. Da kommt der neue Smart #6, der auf der China-Messe direkt neben dem Zweier parkte, gerade recht. Ein Auto, das sich Wolfgang Ufer auch sehr gut bei uns vorstellen könnte. Ein Smart wie ein CLS, elegant wie ein moderner Shooting Brake. Doch es gibt Probleme. Der Smart #6 war bisher nicht für Europa vorgesehen. Und es gibt ihn vorerst nur als Plug-in-Hybriden Und Smart hatte sich ja beim Neustart ausdrücklich als Elektromarke positioniert. Längst haben sich die Vorzeichen für Vollstromer geändert und die Technik der PHEVs weiterentwickelt.

Der #6 ist nicht für Europa vorgesehen.
Hybridantrieb mit starker Systemleistung
Wie auch beim #6. Was Smart hier zeigt, ist nicht weniger als die nächste Evolutionsstufe dieser Antriebsform. Der sogenannte Electric-Hybrid-Drive kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS und eine 272 PS starke E-Maschine zu einer Systemleistung von satten 435 PS. Gekoppelt ist das Ganze an ein Dreigang-Hybridgetriebe, das je nach Situation flexibel agiert: elektrisch im Stadtverkehr, generatorgestützt auf der Langstrecke oder auch mit direktem Verbrennerantrieb bei höherem Tempo.
Smart #6 setzt auf große Reichweite
Spannender als die nackten Leistungsdaten ist allerdings die Effizienz. Denn die fällt, jedenfalls auf dem Papier, geradezu spektakulär aus. Je nach Batteriegröße – angeboten werden Varianten mit 20 und 42 kWh – sollen rein elektrische Reichweiten von bis zu 285 Kilometern möglich sein. In Kombination mit einem vollen Tank ergibt sich nach chinesischem CLTC-Zyklus eine Gesamtreichweite von bis zu 1.810 Kilometern. Selbst wenn man die bekannten Unterschiede zu europäischen Messverfahren berücksichtigt, bleibt dieser Wert ein echtes Pfund. Der #6 wird damit zum Langstrecken-König unter den Plug-in-Hybriden und trifft genau den Nerv einer Zeit, in der viele Kunden noch zwischen Ladeinfrastruktur und Alltagstauglichkeit abwägen.

Für eine Mittelklasse-Limousine wirkt der Chinese durchaus sportlich.
Technisches Konzept für Langstrecken optimiert
Dabei hilft auch das technische Konzept im Hintergrund. Im Normalfall arbeitet der Verbrenner als Generator und versorgt die Batterie mit Energie. Das soll einen gleichmäßigen, effizienten Betrieb ermöglichen. Erst bei höheren Geschwindigkeiten wird der Vierzylinder direkt an die Vorderräder gekoppelt. Dieses Zusammenspiel reduziert Verbrauch und erhöht gleichzeitig die Reichweite – ein Ansatz, der vor allem auf langen Strecken seine Vorteile ausspielt.
Parallel dazu arbeitet Smart bereits an der nächsten Ausbaustufe. Vieles deutet darauf hin, dass der #6 künftig auch als rein batterieelektrische Variante kommen wird. Das wäre nicht nur logisch, sondern fast zwingend, um die eigene Markenstrategie konsequent weiterzuführen. Gleichzeitig würde Smart damit beide Lager bedienen: Kunden, die maximale Reichweite ohne Ladepause wünschen, und jene, die vollständig emissionsfrei unterwegs sein wollen.

Farbenfroh und recht nobel geht es im Innenraum zu.
Auch bei den Abmessungen zeigt sich der Anspruch des Modells. Mit 4,90 Meter Länge, 1,92 Metern Breite und einem Radstand von knapp 2,93 Metern erreicht der #6 fast E-Klassen-Format. Und genau hier wird es politisch ein heißer Tanz. Denn mit diesen Dimensionen und diesem Anspruch bewegt sich Smart zwangsläufig im direkten Umfeld von Mercedes-Benz – also der eigenen Muttermarke.
Design und Technik auf Premiumniveau
Das Design unterstreicht die heikle Mission. Eine flache, dynamische Silhouette, durchgehende Lichtbänder vorne und hinten sowie Details wie ein integrierter Heckspoiler oder rahmenlose Türen verleihen dem Fahrzeug eine Anmutung, die vielen gefallen dürfte. Dazu ein reisetauglicher Kofferraum und Features wie versenkbare Türgriffe oder kamerabasierte Außenspiegel. Der auf dem Dach platzierte Lidar-Sensor deutet zudem auf ein hohes Niveau an Fahrerassistenzsystemen hin.
Im Innenraum setzt sich dieser Eindruck fort. Ein vollständig digitalisiertes Cockpit mit mehreren Displays, eine KI-gestützte Sprachsteuerung und hochwertige Materialien schaffen eine Umgebung zwischen Komfort und Konnektivität. Stets mit an Bord ist ein hochwertiges Soundsystem mit 20 Sennheiser-Lautsprechern und eine adaptive Fahrwerksabstimmung, die gemeinsam mit Zulieferern wie ZF entwickelt wurde.








