Xpeng L03 im Fahrtest: Preis, Reichweite, Kritik

Xpeng L03 bei der ersten Ausfahrt
Was kann das günstige Elektro-SUV?

Mit dem L03 erweitert Xpeng sein Angebot um ein kompaktes SUV-Coupé. Beim ersten Test in der Topversion zeigen sich ein kräftiger Antrieb, gute Ladeleistung – und einige Schwächen im Detail.

Xpeng L03 2026
Foto: Xpeng

Schon klar: Der Basispreis ist für die meisten Autokäufer eher ein theoretischer Wert. Wer noch ein bisschen in der Ausstattungsliste stöbert oder eine kräftigere Motorisierung ankreuzelt, liegt oft erheblich über dieser Summe. Trotzdem ist die aufgerufene Zahl durchaus wichtig – im Sinne einer generellen Orientierung. Das trifft auch auf das neue Mittelklasse-SUV aus dem Hause Xpeng zu, den LO3. 35.600 Euro für die Version RWD Standard Range mit einer Leistung von 180 kW/245 PS, einer WLTP-Reichweite von 445 Kilometern aus dem 58,3-kWh-Akku und einer sehr ordentlichen Ausstattung: Das ist eine klare Kampfansage an die Konkurrenz vom Schlage eines Tesla Model Y, BYD Sealion 7, Skoda Elroq, Renault Scénic E-Tech oder des VW ID. Tiguan.

Erste Fahrt: Der Xpeng L03 zeigt seine stärkste Seite

Wie sich das Einstiegsmodell auf der Straße schlägt, konnten wir bei der ersten praktischen Bekanntschaft mit dem L03 noch nicht herausfinden. Für die Testfahrten im Dreiländereck um Basel stand nur die Spitzenversion namens AWD Performance Ultra parat. Deren zwei E-Motoren sorgen nicht nur für den Allradantrieb, sondern auch für eine Systemleistung von 285 kW/388 PS, ein maximales Systemdrehmoment von 431 Nm und dank der Batteriekapazität von 71,2 kWh für eine Reichweite von 440 Kilometern.

Laden und Beschleunigen: Was der Xpeng L03 tatsächlich schafft

Interessanter Aspekt: Trotz der Entscheidung für die 400-, statt für die teurere 800-Volt-Architektur hat Xpeng seinem Neuzugang eine sehr ordentliche Ladeleistung mitgegeben. Der größere Akku wird in der Spitze mit 236 kW gefüllt, der kleinere immer noch mit 193 kW. Laut Hersteller reichen jeweils 20 Minuten für die Betankung von zehn auf 80 Prozent. Bei den Testfahrten wurde der Ultra probehalber bei rund 50 Prozent SoC angesteckt und kam bis zu einem Füllgrad von knapp 70 Prozent in der Spitze auf knapp 180 kW. Im Schnitt waren es etwas über 150 kW. Damit kann man im Alltag gut leben. Ebenso mit den Fahrleistungen: Von null bis 100 km/h dauert es nur 4,5 Sekunden, das Spitzenmodell wird wie die anderen Varianten bei 180 Sachen abgeregelt. Wer's fliegen lässt, hat sogar 193 km/h auf dem Tacho stehen.

Xpeng L03 2026
Xpeng

Die Front mit den bumerangförmigen LED-Scheinwerfern könnte auch von einer anderen Marke stammen.

Fahrverhalten und Verbrauch: Hier zeigt der L03 seine Grenzen

Die Zeitspanne vom moderaten Tempolimit-Dahingleiten bis rauf zur unlimitierten Vmax ist kurz und im Sportmodus auch sehr erquickend. Dabei bleiben Reifen- und Windgeräusche auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Bei Landstraßentempo lässt sich der L03 auch munter durch Kurven steuern – mit den üblichen gewichtsbedingten Einschränkungen bei E-Autos mit ihren dicken Akkus. Die Lenkung dürfte gerne noch eine etwas konkretere Rückmeldung liefern, auch im mit ein paar Klicks aufs 15,6 Zoll große Display einstellbaren strafferen Modus bleibt Luft nach oben. Als angemessen erwies sich bei den Testfahrten der Verbrauch. Bei moderater Fortbewegung genehmigte sich der Allradler 14,5 kWh pro 100 Kilometer, nach einer Tour mit Vollstrometappen auf der Autobahn zeigte der Bordcomputer gut 20 kWh an.

Vier Varianten des Xpeng L03: Welcher Aufpreis lohnt sich?

Der Vollständigkeit halber: Neben der Basis, die mit maximal 193 kW lädt, und dem ab 38.655 Euro (alle Preise netto) angebotenen Ultra gibt es den jüngsten Xpeng-Sprößling auch noch als RWD Long Range mit dem schwächeren Antrieb, aber der größeren Batterie – das ist sozusagen die Vernunftlösung für Viel- und Langstreckenfahrer. Er soll bei einem Normverbrauch von 16,0 kWh/100 km eine WLTP-Reichweite von 520 Kilometern schaffen und kostet ab 32.437 Euro. Vierter im Bunde ist der AWD Performance für 34.958 Euro. Er hat den Antrieb aus dem Ultra, muss aber auf ein paar Ausstattungs-Details verzichten. So hat das Spitzenmodell beispielsweise eine hochwertigere Audio-Anlage namens Xopera an Bord, 20 statt 18 Zoll große Leichtmetallräder und es bietet eine Massagefunktion an den Vordersitzen – und zwar eine echt empfehlenswerte.

Xpeng L03 2026
Xpeng

Glatt, aufgeräumt, übersichtlich: Die Bedienung des L03 ist eher einfach, die Materialien können überzeugen

Assistenzsysteme: Diese Technik bleibt dem Topmodell vorbehalten

Ein besonderes Alleinstellungs-Merkmal bringt die Spitzenversion außerdem noch mit: den Xpeng Next Generation Pilot (XNGP), der teilautonomes Fahren ermöglicht und gerade erst im Rahmen der Pariser Automesse im dortigen Straßengetümmel bewiesen hat, was er drauf hat. Über eine Menge Serienausstattung verfügen alle L03er, erfreulicherweise kostet auch die im Winter so hilfreiche Wärmepumpe nicht extra.

Platzangebot: Viel Raum, aber ein überraschend kleiner Kofferraum

4,65 Meter Länge, 1,92 Meter Breite: Das schick und fließend gezeichnete, aerodynamisch optimierte SUV-Coupé ist das bisher kleinste Xpeng-Modell. Platz bietet es trotzdem reichlich, auf den vorderen Plätzen sowieso, aber auch im Fond kommen Großgewachsene gut zurecht. Wobei auch das serienmäßige Panoramadach das Raumgefühl positiv beeinflusst. Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 367 Litern eher ein bisschen klein ausgefallen, in den Frunk passen noch 89, bei den Allradversionen 44 Liter. Positiv fallen wiederum die Innenraum-Materialien, die Sitze und die Verarbeitung der Vorserienmodelle auf. Das Interieur wirkt wie aus einem Guss, von den Schaltern und Knöpfen bis zu den hochwertigen Lautsprecher-Abdeckungen.

Xpeng L03 2026
Xpeng

Das Dach zieht sich in einem eleganten Bogen bis zu den durchgehenden Rückleuchten.

Bedienung und Assistenten: Wo Xpeng noch nachbessern muss

Der Umgang mit dem L03 ist nach kurzer Eingewöhnungszeit eher einfach. Und vermutlich wird auch die Sprachassistentin in den ersten Kundenfahrzeugen ein bisschen verständiger sein als ihre Azubi-Kollegin im Testwagen: Die Reaktionen auf das freundliche „Hello Xpeng“ waren nämlich zwischendurch etwas ausbaufähig. Und ja: Auch die Tempo-Erkennung und sonstige Assistenzsysteme dürfen bis zum Serienanlauf noch im Herbst gerne noch etwas nachjustiert werden. Positiv: Die Warntöne für die Assistenzsysteme agieren akustisch eher zurückhaltend. Und lassen sich natürlich auch ausschalten.

Fazit zum Xpeng L03: Viel Elektroauto fürs Geld?

Insgesamt hinterließ der Neue im Xpeng-Portfolio einen guten Eindruck. Er sieht flott aus, ist in Sachen Software auf dem neuesten Stand, er ist sicher, einfach zu bedienen und kann bei der Antriebstechnik gegen seine Mitbewerber locker mithalten. Und das meist für ein paar Scheine weniger. Noch keine Preise verrät der Hersteller zur in Kürze nachgereichten Version mit Range-Extender namens L03 REEV, die mit einer Tank- und Akkufüllung auf bis zu 1.000 Kilometer Reichweite kommen soll.

Technische Daten – Xpeng L03

Fünftüriges, fünfsitziges Elektro-SUV-Coupé; Länge: 4,65 Meter, Breite: 1,92 Meter, Höhe: 1,60 Meter, Radstand: 2,85 Meter, Kofferraumvolumen: 367/1.131 Liter, Frontkofferraum: 89 Liter bei Heckantrieb bzw. 44 Liter bei Allradantrieb, DC-Ladezeit 10 - 80 Prozent: 20 Minuten.

RWD Standard Range:Permanentmagnet-Synchronmotor, Leistung: 180 kW/245 PS, maximales Drehmoment: 264 Nm, Heckantrieb, 0-100 km/h: 7,5 s, Vmax: 180 km/h, Batteriekapazität: 58,3 kWh, Normverbrauch: 15,3 kWh/100 km, WLTP-Reichweite: 445 km, DC-Ladeleistung: maximal 193 kW; Preis: ab 29.916 Euro.

RWD Long Range:Permanentmagnet-Synchronmotor, Leistung: 180 kW/245 PS, maximales Drehmoment: 264 Nm, Heckantrieb, 0–100 km/h: 6,6 s, Vmax: 180 km/h, Batteriekapazität: 71,2 kWh, Normverbrauch: 16,0 kWh/100 km, WLTP-Reichweite: 520 km, DC-Ladeleistung: maximal 236 kW; Preis: ab 32.437 Euro.

AWD Performance:Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren, Systemleistung: 285 kW/388 PS, maximales Systemdrehmoment: 431 Nm, Allradantrieb, 0-100 km/h: 4,5 s, Vmax: 180 km/h, Batteriekapazität: 71,2 kWh, Normverbrauch: 18,4 kWh/100 km, WLTP-Reichweite: 440 km, DC-Ladeleistung: maximal 236 kW; Preis: ab 34.958 Euro.

AWD Performance Ultra:Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren, Systemleistung: 285 kW/388 PS, maximales Systemdrehmoment: 431 Nm, Allradantrieb, 0–100 km/h: 4,5 s, Vmax: 180 km/h, Batteriekapazität: 71,2 kWh, Normverbrauch: 18,4 kWh/100 km, WLTP-Reichweite: 440 km, DC-Ladeleistung: maximal 236 kW; Preis: ab 39.160 Euro.

Xpeng L03 AWD Performance Ultra – Kurzcharakteristik

Warum: sehr üppige Ausstattung, gute Ladezeiten, sehr sorgfältige Verarbeitung

Warum nicht: kleiner Kofferraum, noch Verbesserungsbedarf beim Infotainment

Was sonst: Tesla Model Y, BYD Sealion 7, Škoda Elroq, Renault Scénic E-Tech