Zeekr 7 GT im Test: Stärken und Schwächen

Zeekr 7 GT im Fahrbericht
Starker E-Kombi mit lästigen Schwächen

Der Zeekr 7 GT tritt mit starker Leistung, üppiger Ausstattung und ambitioniertem Preis in der gehobenen Mittelklasse an. Auf der Testfahrt zeigt der E-Kombi allerdings auch klare Schwächen.

Zeekr 7GT 2026
Foto: Zeekr

Gefühlt kommt derzeit jeden Monat eine neue chinesische Automarke nach Deutschland. Zeekr ist zwar schon etwas länger da, die Marke aber ist noch recht wenig bekannt, wie wir auch auf unseren Testfahrten mit dem 7 GT merkten.

Viel Platz, aber der Kofferraum enttäuscht

Der Kombi gehört mit 4,82 Metern zur gehobenen Mittelklasse und ist auch preislich dort angesiedelt – dazu gleich mehr. Das Fahrzeug wurde dynamisch gezeichnet, die Dachlinie fällt stark nach hinten ab. Das erschwert den Einstieg in den Fond, der Kopf muss deutlich eingezogen werden, um unfallfrei das hintere Gestühl zu erreichen. Dort ist dann allerdings ebenso wie vorn reichlich Platz, wie wir es von Elektroautos inzwischen gewohnt sind. Das Kofferraumvolumen fällt mit 456 Litern für ein Fahrzeug dieser Größe unterdurchschnittlich aus, aber es gibt vorn noch einen Frunk, der weitere 32 Liter Volumen beisteuert.

Edler Innenraum, umständliche Bedienung

Innen empfängt den Fahrer und die Mitfahrer ein penibel eingerichteter, hochwertiger Innenraum mit dem üblichen großen Touchscreen in der Mitte. Alles sehr aufgeräumt, leider um den Preis fehlender Direktzugriffe. Die Einstellung der Außenspiegel, auch deren Einklappen oder die Lenkradverstellung müssen zum Beispiel umständlich über den Screen angesteuert und dann teilweise noch zusätzlich über Lenkradtasten vorgenommen werden. Da ist der Zeekr zwar speziell unter den chinesischen Autos keinesfalls allein, Spaß macht das aber trotzdem nicht.

Zeekr 7GT 2026
Zeekr

Innen empfängt den Fahrer und die Mitfahrer ein penibel eingerichteter, hochwertiger Innenraum mit dem üblichen großen Touchscreen.

646 PS: Der Zeekr 7 GT zeigt seine sportliche Seite

Den erwarten wir eher vom Antrieb, denn unser Testwagen kam mit der stärkeren der zwei zur Verfügung stehenden Motorisierungen, Privilege AWD genannt. Hier treiben zwei Elektromotoren mit zusammen 475 kW/646 PS jeweils eine Achse an, womit ein Allradantrieb entsteht. Die wichtigsten Daten – 710 Newtonmeter Drehmoment, 0-100 km/h in 3,3 Sekunden und Spitze 210 km/h – zeigen deutlich, dass der Zeekr 7 GT als Sportkombi antritt.

Apropos Zeekr: Die Marke gehört zu Geely. Nicht alle werden den China-Konzern kennen, der seit diesem Jahr auch unter diesem Namen in Deutschland Fahrzeuge verkauft, aber Marken wie Volvo, Polestar oder Lotus sind hierzulande natürlich bekannt und gehören ebenfalls zu Geely. In Göteborg, also letztlich bei Volvo, wurde das Fahrzeug auch gestaltet.

Zeekr 7GT 2026
Zeekr

Das Fahrzeug wurde dynamisch gezeichnet, die Dachlinie fällt stark nach hinten ab.

Premiumpreis: Was bietet der Zeekr 7 GT dafür?

Dass die Marke, die ausgesprochen an das englische Wort „Seeker“ (Sucher) erinnert, ambitioniert aufgestellt wird, zeigen Ausstattung und Preis. Der liegt in der Spitzenversion bei knapp 50.000 Euro netto, da müssen selbst deutsche Dienstwagenfahrer erst mal schlucken. Das legt sich allerdings ein wenig beim Blick auf die Ausstattungsliste. Die Spitzenversion hat unter anderem Luftfederung, Matrix-LED-Licht, elektrische Sitz- und Lenkradverstellung, Panoramadach, elektrische Heckklappe und ein riesiges Head-up-Display an Bord. Die Liste ließe sich noch um einige Posten weiterführen. Zum Beispiel um die elektrischen Türen, sie öffnen auf Knopfdruck und schließen von allein, leider alles ein wenig betulich, wenn man es etwas eiliger hat.

Fahrspaß trifft auf nervöse Assistenzsysteme

Zackig fährt sich der Zeekr, was angesichts der Daten keine Überraschung ist. Das Lenkgefühl könnte allerdings noch ein wenig besser sein, liegt aber weit vor den meisten anderen China-Marken. Der mögliche Fahrspaß wird leider – und auch das ist keine Neuigkeit – klar von den übergriffigen Assistenzsystemen überlagert. Der sogenannte Aufmerksamkeitsassistent benimmt sich wie ein Helikopter-Elternteil und duldet keinerlei Blick weg von der Straße, der Spurhalteassistent raubt mit seinen aggressiven Eingriffen die letzte Freude am Fahren. Klar, die kann man alle ausstellen, aber das muss ja nach jedem Start aufs Neue geschehen. Ja auch, europäische Hersteller etwa haben mit den teils sinnlosen EU-Vorgaben ebenfalls zu kämpfen, schaffen es aber eher, die Assis einigermaßen in Zaum zu halten.

Zeekr 7GT 2026
Zeekr

Zackig fährt sich der Zeekr, was angesichts der Daten keine Überraschung ist.

Kommen wir zu einer Stärke des Zeekr 7 GT Alles rund um Akku und Laden. Die Batterie fällt mit 100 kWh groß aus, aber die Ladeleistung mit bis zu 450 kW ebenfalls. Da in Deutschland kaum ein Charger das bietet, hat Zeekr die Ladezeit auf Basis einer 320-kWh-Säule berechnet und kommt auf rund eine Viertelstunde. Chapeau.

Zeekr 7 GT ab 48.000 Euro: Reicht das für deutsche Premiumkunden?

Wer mit reinem Hinterradantrieb und immerhin noch 421 PS bei etwas weniger Ausstattung (z.B. keine Luftfederung) zufrieden wäre, ist schon ab 40.336 Euro netto dabei. Leicht wird es für die Marke trotzdem nicht, im Heimatland von Audi oder Mercedes zu wildern, auch wenn das Fahrzeug ausstattungsbereinigt viel günstiger kommt. Ob also im hiesigen Dienstwagenland die Suche nach Premium-Kunden erfolgreich sein wird, darf zumindest leicht angezweifelt werden. Abgesehen davon und von einigen Schwächen, ist der Zeekr ein gutes, unserer Meinung nach sogar eines der besten chinesischen Autos.

Zeekr 7 GT – Technische Daten

Fünftüriger, fünfsitziger Kombi der gehobenen Mittelklasse; Länge: 4,82 m, Breite: 1,91 m (mit Außenspiegeln: 2,07 m), Höhe: 1,46 m, Radstand: 2,90 m, Kofferraumvolumen: 456 l + Frunk (65 l)

Zwei Elektromotoren, 475 kW/646 PS, Allradantrieb, max. Drehmoment: 710 Nm, 0-100 km/h: 3,3 s, Vmax: 210 km/h, Normverbrauch: 19,8 kWh/100 km, 800-Volt-Technologie, Akku: 100 kWh, Laden AC: 22 kW, Laden DC: 420 – 450 kW, Laden 10-80 %: 13-16 Min., Normreichweite: 558 km, Testverbrauch: 22,2 kWh/100 km

Preis: 49.992 Euro netto

Einstiegspreis Baureihe: 40.328 Euro netto

Kurzcharakteristik

Warum: hervorragende Verarbeitung; schön gestalteter Innenraum, umfangreiche Ausstattung, sehr schnelles Laden; angemessener Verbrauch; dadurch gute Praxisreichweite

Warum nicht: teils umständliche Bedienung; nervige Assistenten; relativ teuer, kleiner Kofferraum

Was sonst: Audi S6 Avant e-tron; Kia EV6 GT; Polestar 4 Dual Motor Performance