Zeekr 7GT im Fahrbericht: Premium-Kombi im Test

Zeekr 7GT im ersten Fahrbericht
E-Kombi macht deutschen Premiumherstellern Druck

Der Zeekr 7GT verbindet Premium-Anspruch, starke Fahrleistungen und hohe Reichweiten. Auf den Straßen rund um Marbella zeigte der Elektro-Kombi, was in ihm steckt. Wie sich der Gran Turismo fährt.

Zeekr 7GT vor der Testfahrt in den Bergen rund um Marbella in Spanien.
Foto: Zeekr

Der Zeekr 7GT kommt je nach Version auf bis zu 655 Kilometer WLTP-Reichweite. Beim gefahrenen Privilege Launch Edition AWD sind es bis zu 558 Kilometer laut WLTP. Hinzu kommen 646 PS und eine 800-Volt-Architektur. Der neue Zeekr 7GT bringt also alles mit, was ein modernes Premium-Elektroauto braucht. Doch die spannendere Frage lautet: Wie fährt sich der chinesische Shooting Brake tatsächlich? firmenauto.de hat den Elektro-Kombi bereits rund um Malaga und Marbella getestet – auf Autobahnen ebenso wie auf den kurvenreichen Straßen der Sierra Blanca.

Wiedererkennung garantiert

Wer den Zeekr 7X kennt, wird sich im neuen 7GT sofort zu Hause fühlen. Technisch teilen sich beide Modelle große Teile ihrer Architektur. Doch während der 7X eher den entspannten Langstrecken-Cruiser gibt, verfolgt der 7GT ein anderes Ziel: Fahrspaß. Und genau das merkt man bereits nach den ersten Kilometern.

Der Zeekr 7GT ist kein SUV mit flacherem Dach

Viele Hersteller verwandeln ihre SUV-Plattformen inzwischen in Coupés oder Kombis und verkaufen diese anschließend als eigenständige Modelle. Beim Zeekr 7GT funktioniert dieser Ansatz überraschend gut. Die flache Karosserie mit der langgezogenen Dachlinie sorgt nicht nur für eine deutlich sportlichere Optik, sondern verändert auch den Charakter des Fahrzeugs spürbar. Während der 7X zum entspannten Gleiten animiert, fordert der 7GT seinen Fahrer regelrecht dazu auf, die nächste Kurve etwas ambitionierter anzusteuern. Vor allem auf den kurvenreichen Bergstraßen der Sierra Blanca zeigte sich schnell, dass die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht haben. In den Serpentinen fühlt sich der Elektro-Kombi überraschend leicht an.

Die Topversion Privilege Launch Edition AWD im Test

Getestet wurde die Topversion Privilege Launch Edition AWD mit 646 PS, Allradantrieb und Luftfahrwerk. Offiziell sprintet sie in lediglich 3,3 Sekunden auf Tempo 100. Die spanischen Tempolimits verhinderten zwar einen vollständigen Leistungstest. Doch auf den zahlreichen Serpentinen rund um Marbella wurde deutlich, worauf Zeekr den Fokus gelegt hat.

Kurvenräuber statt Cruiser

Der 7GT lenkt präzise ein, bleibt auch bei schnellen Richtungswechseln erstaunlich neutral und vermittelt deutlich mehr Rückmeldung als viele andere Elektrofahrzeuge dieser Leistungsklasse. Trotz seiner Größe wirkt das Fahrzeug erstaunlich handlich. Die Kombination aus tiefem Schwerpunkt, ausgewogener Gewichtsverteilung und straff abgestimmtem Fahrwerk macht den Elektro-Kombi zu einem echten Kurvenräuber. Wer vom Zeekr 7X kommt, wird überrascht sein, wie unterschiedlich sich beide Fahrzeuge trotz vieler gemeinsamer Gene anfühlen.

Auf der Autobahn zeigt sich der GT-Gedanke

Auch auf den Autobahnetappen rund um Malaga hinterließ der 7GT einen souveränen Eindruck. Das Fahrzeug liegt ruhig auf der Straße, Windgeräusche bleiben angenehm im Hintergrund und die Sitze bieten auch auf längeren Strecken hohen Komfort. Das große Head-up-Display, die hochwertigen Materialien und die umfangreiche Serienausstattung unterstreichen den Premiumanspruch.

Dynamik und Alltagstauglichkeit für Dienstwagenfahrer

Hinzu kommt das enorme Platzangebot. Trotz der sportlichen Dachlinie bietet der 7GT ausreichend Raum für Passagiere und Gepäck. Der Kofferraum fasst bis zu 456 Liter, bei umgelegter Rückbank stehen bis zu 1.390 Liter zur Verfügung. Gerade für Dienstwagenfahrer könnte genau diese Mischung aus Dynamik und Alltagstauglichkeit interessant sein.

Beim Ladenavigator gibt es noch Luft nach oben

So überzeugend das Fahrzeug insgesamt auftritt, ganz ohne Kritikpunkte kommt der 7GT nicht davon. Verbesserungsbedarf gibt es vor allem bei der Ladeplanung. Zwar hat Zeekr die Software bereits überarbeitet und weitere Updates angekündigt, im Alltag wirkt das System aber noch nicht vollständig ausgereift.

Luft nach oben: Filtermöglichkeiten für Ladestationen

Problematisch sind insbesondere die Filtermöglichkeiten für Ladestationen. Wer ein Fahrzeug mit moderner 800-Volt-Architektur fährt, erwartet eine gezielte Auswahl von High-Power-Chargern. Der aktuell höchste Filter startet jedoch bereits bei 150 kW Ladeleistung. Für ein Fahrzeug, das unter optimalen Bedingungen mit bis zu 420 beziehungsweise 450 kW laden kann, wirkt das wenig zeitgemäß. Wünschenswert wäre eine zusätzliche Auswahlmöglichkeit für Ladepunkte mit 300 kW oder mehr.

Auswahl der Ladeanbieter

Hinzu kommt, dass die Navigation bei längeren Strecken teilweise Ladeanbieter einplant, die zuvor eigentlich ausgeschlossen wurden. Während einer Testroute setzte das System zwar zunächst auf einen bevorzugten Anbieter, plante anschließend aber dennoch einen Ladestopp bei einem Betreiber ein, der eigentlich vermieden werden sollte.

Auch der Spurhalteassistent nervt gelegentlich

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Assistenzsysteme. Der Spurhalteassistent lässt sich grundsätzlich deaktivieren. In der Praxis scheint das Fahrzeug allerdings gelegentlich anderer Meinung zu sein. Erkennt das System eine vermeintliche Annäherung an die Fahrbahnmarkierung, meldet sich der Warnton nach einem ersten „Verstoß“ teilweise erneut zurück. Das ist kein gravierender Mangel, kann im Alltag aber durchaus störend wirken.

Zeekr nutzt Kunden-Feedback zur Weiterentwicklung

Die gute Nachricht: Zeekr hat in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gezeigt, dass man auf Kunden-Feedback reagiert. Dank regelmäßiger Over-the-Air-Updates lassen sich solche Kinderkrankheiten vergleichsweise schnell beheben.

Premium-Angriff mit Kampfpreis

Spannend wird der Zeekr 7GT vor allem beim Blick auf die Preisliste. Während deutsche Premiumhersteller für vergleichbare Leistungs- und Ausstattungsniveaus häufig deutlich höhere Summen aufrufen, startet der neue Elektro-Kombi bereits unterhalb der 50.000-Euro-Marke. Gleichzeitig bietet er hochwertige Materialien, moderne Software, eine 800-Volt-Plattform, hohe Ladeleistungen und ein Fahrverhalten, das sich keineswegs hinter etablierten Premium-Marken verstecken muss.

Fazit: Der bislang spannendste Zeekr für Dienstwagenfahrer

Der Zeekr 7GT ist mehr als nur die Kombiversion des 7X. Er wirkt sportlicher, direkter und emotionaler. Wer gerne fährt, wird sich vermutlich schneller mit dem 7GT anfreunden als mit dem SUV-Bruder. Gleichzeitig bleiben die Stärken erhalten: viel Platz, hohe Reichweiten, moderne Technik und ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis. Noch nicht alles funktioniert perfekt. Die Ladeplanung und einige Assistenzfunktionen benötigen weitere Feinarbeit. Doch genau diese Punkte lassen sich per Software korrigieren. Bleibt Zeekr bei seinem bisherigen Update-Tempo, könnte der 7GT schon bald zu den interessantesten elektrischen Dienstwagen-Neuheiten des Jahres gehören.

Fahrzeugdaten nach Versionen des Zeekr 7GT

Zeekr 7GT Business Edition RWD

  • Antrieb: Heckantrieb
  • Leistung: 310 kW / 421 PS
  • Drehmoment: 440 Nm
  • Batterie: 75 kWh LFP
  • Architektur: 800 Volt
  • WLTP-Reichweite: bis zu 519 km
  • DC-Ladeleistung: bis zu 450 kW
  • AC-Ladeleistung: bis zu 22 kW
  • 0–100 km/h: 5,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • Kofferraum: 456 bis 1.390 Liter
  • Frunk: bis zu 65 Liter
  • Preis: ab 47.990 Euro

Zeekr 7GT Long Range Launch Edition RWD

  • Antrieb: Heckantrieb
  • Leistung: 310 kW / 421 PS
  • Drehmoment: 440 Nm
  • Batterie: 100 kWh NMC
  • Architektur: 800 Volt
  • WLTP-Reichweite: bis zu 655 km
  • DC-Ladeleistung: bis zu 420 kW
  • AC-Ladeleistung: bis zu 22 kW
  • 0–100 km/h: 5,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • Kofferraum: 456 bis 1.390 Liter
  • Frunk: bis zu 65 Liter
  • Preis: ab 52.990 Euro

Zeekr 7GT Privilege Launch Edition AWD

  • Antrieb: Allradantrieb
  • Leistung: 475 kW / 646 PS
  • Drehmoment: 710 Nm
  • Batterie: 100 kWh NMC
  • Architektur: 800 Volt
  • WLTP-Reichweite: bis zu 558 km
  • DC-Ladeleistung: bis zu 420 kW
  • AC-Ladeleistung: bis zu 22 kW
  • 0–100 km/h: 3,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • Luftfederung: serienmäßig
  • Kofferraum: 456 bis 1.390 Liter
  • Frunk: bis zu 65 Liter
  • Preis: ab 59.490 Euro