Mit dem PV7 erweitert Kia im kommenden Jahr sein Angebot an rein elektrischen Nutz- und davon abgeleiteten Passagierfahrzeugen nach oben. Das in zwei Längen und zwei Höhen ab April bestellbare und wahrscheinlich ab Oktober zur Auslieferung kommende leichte Nutzfahrzeug wird deutlich über dem seit knapp einem Jahr in Deutschland erhältlichen PV5 positioniert. Preise nennt der Hersteller noch nicht, die Liste für den bis zu 5,35 Meter langen PV7 wird aber wahrscheinlich bei rund 50.000 Euro (42.017 Euro netto) starten.
800 Volt und zwei Akkus für bis zu 450 Kilometer
PV5 wie PV7 beruhen zwar beide auf der von Kia eigens entwickelten E-GMP.S-Plattform, während der in Europa inzwischen rund 20.000 Mal verkaufte PV5 jedoch mit 400-Volt-Technik arbeitet, wird der stets frontgetriebene PV7 mit 800-Volt-Technik ausgeliefert. Entsprechend schnell lässt sich das Fahrzeug laden. Die Koreaner sprechen vor Homologation von rund 25 Minuten für eine Ladung von 10 auf 80 Prozent. Es werden zwei Akku-Größen angeboten: 71,5 und 96,2 kWh brutto. Die Reichweiten sollen bei rund 360 bzw. 450 Kilometern liegen. Der Ladeanschluss (AC/DC) ist vorn am Kühler, optional lässt sich seitlich hinten ein AC-Ladeanschluss hinzubuchen.
Bis zu acht Kubikmeter für die Cargo-Version
Die für kleinere und mittlere Betriebe ausgelegte Cargo-Version will vor allem mit viel Platz, leichter Beladung (Ladehöhe 55 cm), geringen Unterhaltskosten sowie umfangreicher Unterstützung durch das „Business Solution“-Angebot punkten. Die Langversion des PV7 bietet bis zu 6,1 Kubikmeter Ladevolumen und Platz für drei Europaletten, als Hochdachvariante bis zu 8 Kubikmeter. Die Zuladung beträgt bei der Standardversion bis zu 1.200 Kilogramm, bei der Langversion sind es 1.165 Kilo. Eine V2L-(Vehicle-to-Load-)Funktion mit Steckdosen im und am Fahrzeug gehört zur Serienausstattung.
Sieben oder neun Sitze mit ungewöhnlichem Konzept
Die Passagier-Version ist als 7-Sitzer (2-2-3) oder als 9-Sitzer in einer ungewöhnlichen 2-2-2-3-Konfiguration erhältlich. Beim 7-Sitzer sind hinter der ersten Reihe lange Schienen eingebaut, so dass die 5 Sitze äußerst flexibel und je nach Bedarf konfiguriert werden können, etwa, indem man die mittleren Sitze gegen die Fahrtrichtung dreht, einen Sitz umklappt und somit vier Mitfahrer um einen „Tisch“ platzieren kann. In der 9er-Version hat jeder Sitz eine eigene Schiene.

Kia erwartet 70 Prozent Cargo-Anteil
„Für uns ist der PV7 ein extrem wichtiges Auto, weil er in Europa im bedeutendsten Nutzfahrzeug-Segment antritt“, erläutert Sangdae Kim, Vice-President bei Kia und verantwortlich für den PBV-Bereich des koreanischen Herstellers. „Wir gehen davon aus, dass rund 70 Prozent der Fahrzeuge in der Cargo-Version etwa an Unternehmen in der Logistik oder an Handwerker verkauft werden, rund 30 Prozent werden sich für das Passagierfahrzeug entscheiden.“ Als Hauptwettbewerber sieht Sangdae Kim künftig vor allem chinesische Marken.
23 Varianten und Kooperationen mit Ausbauern
Kia will das Angebot an Varianten nach Markteinführung sukzessive auf 23 ausbauen. Hinzu kommen diverse Kooperationen mit Ausbauern, je nach Marktanforderung auf weltweiter, auf regionaler oder auch auf nationaler Ebene. Für einen Ausbau als Camping-Bus sind zum Beispiel Kooperationen mit Hymer und Westfalia geplant.
Nach dem PV7 steht bereits der PV9 an
Mit dem PV7 lässt es Kia in den Segmenten rein elektrischer leichter Nutzfahrzeuge nicht bewenden: Für 2029 planen die Koreaner den PV9, der in der Gesamtlänge deutlich über 6,00 Meter liegen dürfte.









