Iveco eMoovy: Elektro-Transporter im Test

Eletro-Lkw auf Hyundai-Basis im Test
Iveco eMoovy: 800 Volt für die Stadt

Mit dem eMoovy bietet Iveco ein elektrisches Fahrgestell in der Klasse bis 3,5 Tonnen an. Technisch basiert das Fahrzeug auf dem Staria von Hyundai. Was kann der kompakte Transporter leisten?

Iveco EMoovy
Foto: Iveco

Fährt sich wie ein Auto, arbeitet wie ein Lkw. So beschreibt Iveco den eMoovy, der technisch auf dem Hyundai Staria basiert. Er kombiniert also von Grund auf BEV-Pkw und Transporter. Durchaus spannend.

Elektroantrieb und Reichweite des Iveco eMoovy

Zur Verfügung steht dem elektrischen City-Flitzer dabei ein Elektromotor mit 160 kW Leistung und ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Verbaut werden im eMoovy darüber hinaus zwei unterschiedliche Antriebsbatterien mit jeweils 63 beziehungsweise 76,1 kWh Energie brutto. Abrufbar sollen dabei 60,7 oder entsprechend 73,4 kWh sein, was für 265 und 320 Kilometer Reichweite sorgen soll. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Für den städtischen Verkehr also mehr als ausreichend.

800-Volt-Technik für kurze Ladestopps

Geladen werden die Lithium-NMC-Batterien mit 800-Volt-Technologie vergleichsweise schnell. Das Versprechen: In weniger als zehn Minuten soll das Fahrzeug Energie für 100 Kilometer zurückgewinnen. Mit einer DC-Gleichstrom-Ladung und maximal 350 kW soll das Fahrzeug laut Iveco in 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden. An der heimischen Steckdose lädt das Fahrzeug von fünf bis 100 Prozent in 7,2 Stunden – und damit locker über Nacht. Zudem verfügt das Fahrzeug über einen 230-V-Wechselstromanschluss, der mit einer Leistung von bis zu 3,5 kW Aufbauten wie Kühlaggregate versorgen kann.

Konfigurationsseitig bietet Iveco den eMoovy mit Kofferaufbau, wahlweise aber auch als Pritsche oder Kipper an. Damit bietet er bis zu 10 m3 Ladekapazität. Als Kastenwagen gibt es den leichten Transporter aber nicht. Macht aber auch Sinn, denn im Hyundai-Konzern deckt die Schwestermarke Kia mit dem PV5 diese Lücke bereits ab

Digitales Cockpit und moderne Assistenzsysteme

Im Fahrzeuginnenraum macht der eMoovy eine hübsche Figur. Ein digitales, konfigurierbares 12,3-Zoll-Farbdisplay zeigt die wichtigsten Informationen zur Fahrt, das Infotainment leitet auf dem 10,25-Zoll-LCD-Display den Fahrer intuitiv durch die Menüs. Am Lenkrad können Funktionen wie ein intelligenter Tempomat oder der Spurhalteassistent bequem verwaltet werden. Während der Fahrt unterstützt eine intelligente, regenerative Bremsfunktion den Fahrer beim sanften Abbremsen. Bei leicht überhöhtem Tempo mahnt das Fahrzeug aber deutlich. Es blinkt und piept alles – typisch Koreaner eben.

Lenkassistent bei Windlast

Ein Highlight war allerdings der Lenkassistent, der eingreift, wenn sehr starker Widerstand in Form von Wind auf das Fahrzeug einwirkt. Das System unterstützt dabei so geschmeidig, dass selbst unter sehr widrigen Witterungsbedingungen wie an unserem Testtag das Lenken ohne große Mühe funktioniert.

Beim Verbrauch fordert der Testwagen im Schnitt 28 kWh – allerdings sei dabei erwähnt, dass unser eMoovy mit Winterreifen und 780 kg Ladung unterwegs war. Insgesamt also ein Mittelklasse-Wert, aufgrund der Umstände aber zufriedenstellend. Von der Zuladung merkt man am Fahrverhalten indes gar nichts, da der Wagen förmlich lossprintet.

Preis und Leasingangebot für den Iveco eMoovy

Einziger wirklicher Wermutstropfen ist der stolze Preis von 57.900 Euro netto für das Fahrzeug mit Kofferaufbau. Iveco verspricht aber im Rahmen eines Leasingangebots inklusive Wartung, Reparatur und einem persönlichen Ansprechpartner bei 10.000 km und 60 Monaten Laufzeit eine Rate von 699 Euro für den Koffer – was das Fahrzeug in erschwinglichere Preisgefüge rückt.