TÜV-Report 2026: Jeder 10. Transporter fällt durch

TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026
Jeder zehnte Transporter fällt beim TÜV durch

Der TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 zeigt: Fast jeder zehnte leichte Transporter fällt bei der HU durch. Am schlechtesten schneidet der Maxus Deliver 9 ab – mit 33,6 Prozent Mängeln. Das Ranking im Überblick.

Toyota Hilux im Gelände und Ford-Transporter auf Schotterpiste, TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026
Foto: Ford/Toyota

Fast jeder zehnte leichte Transporter fällt beim TÜV durch – und mit steigendem Alter wird es nicht besser: Bei den Ein- bis Zweijährigen kommen noch 82,8 Prozent ohne Mängel durch die Hauptuntersuchung, bei den Drei- bis Vierjährigen sind es nur noch 74,2 Prozent. Die Quote erheblicher Mängel steigt im gleichen Zeitraum von 9,9 auf 15,4 Prozent. So lautet die nüchterne Bilanz des neuen TÜV-Reports Nutzfahrzeuge 2026, der erstmals auch ein detailliertes Ranking nach Modellen und Altersklassen liefert. Die Unterschiede zwischen den Fahrzeugen sind enorm – und ein Modell sprengt dabei alle Erwartungen.

Maxus Deliver 9: schlechtester Wert im gesamten Report

Gut jeder dritte ein bis zwei Jahre alte Maxus Deliver 9 hat bei der Hauptuntersuchung erhebliche Mängel: 33,6 Prozent der untersuchten Fahrzeuge fallen durch. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert im gesamten Report – so eine hohe Quote gab es bei ein- bis zweijährigen Nutzfahrzeugen unter 3,5 Tonnen laut TÜV noch nie. Der chinesische Transporter landet damit abgeschlagen auf dem letzten Platz seiner Altersklasse. Doch auch andere Modelle liefern keine Glanzleistung.

Die Datenbasis ist ordentlich: Für den TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 wurden 2.365.907 Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 ausgewertet. Über alle Nutzfahrzeugklassen hinweg fallen 20,3 Prozent mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln durch – im vorherigen Report waren es 20,4 Prozent. Ein Zehntel Prozentpunkt weniger: Als echte Verbesserung lässt sich das kaum verkaufen.

Leichte Nutzfahrzeuge bleiben anfällig

Besonders interessant ist der Blick auf die leichten Nutzfahrzeuge unter 3,5 Tonnen. Hier führt der TÜV erstmals ein eigenes Mängelranking nach Modellen und Altersklassen ein. Verglichen wird die Quote der erheblichen Mängel (EM). Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln fallen bei der HU durch und müssen innerhalb eines Monats repariert und erneut vorgeführt werden.

The new (e)Vito & (e)Sprinter

The new (e)Vito & (e)Sprinter
Mercedes-Benz AG – Global Comm

Der Mercedes-Benz eVito landet bei den Ein- bis Zweijährigen mit 19,7 Prozent erheblichen Mängeln auf dem vorletzten Platz – Feststellbremse und Antriebswellen bereiten Probleme.

Bei den ein bis zwei Jahre alten Nutzfahrzeugen unter 3,5 Tonnen liegt die durchschnittliche Quote erheblicher Mängel bei 9,9 Prozent. Schon das ist kein schmeichelhafter Wert: Im Schnitt fällt jeder zehnte Transporter dieser Altersklasse mit erheblichen Mängeln durch. An der Spitze liegt der Ford Transit/Tourneo Courier mit 7,8 Prozent. Dahinter folgen Toyota Hilux, Ford Ranger und VW Crafter. Der Peugeot e-Expert schafft es als Elektrotransporter auf einen guten fünften Platz.

Die zehn besten Modelle bei den 1–2-Jährigen:

  1. Ford Transit/Tourneo Courier – 7,8 Prozent
  2. Toyota Hilux – 8,2 Prozent
  3. Ford Ranger – 8,3 Prozent
  4. VW Crafter – 8,3 Prozent
  5. Peugeot e-Expert – 8,4 Prozent
  6. VW Caddy – 8,5 Prozent
  7. Ford Transit/Tourneo Custom – 8,5 Prozent
  8. Renault Kangoo – 8,9 Prozent
  9. Toyota Proace/Proace City – 9,2 Prozent
  10. VW Transporter – 9,2 Prozent

Die Schlusslichter des Transporter-Rankings:

  1. Mercedes-Benz eVito – 19,7 Prozent
  2. Maxus Deliver 9 – 33,6 Prozent

Wie weit die beiden Letzten zurückliegen, zeigt die vollständige TÜV-Tabelle: Nach den zehn Spitzenmodellen folgen zunächst Fahrzeuge mit EM-Quoten zwischen 10,1 und 15,8 Prozent. Dann springt der Wert beim vorletzten eVito auf 19,7 Prozent – und beim Maxus schließlich auf satte 33,6 Prozent. Der Deliver 9 ist erstmals im TÜV-Report vertreten. Maxus gehört zum chinesischen SAIC-Konzern, zu dem auch die Pkw-Marke MG zählt. Der Deliver 9 tritt in der Sprinter-Klasse an – und sein Debüt im TÜV-Report hätte kaum schlechter ausfallen können.

Toyota Hilux bei Wasserdurchfahrt im Gelände: Spitzenreiter im TÜV-Report 2026 mit 10,6 Prozent Mängeln bei Drei- bis Vierjährigen
Toyota

Der Toyota Hilux führt gleich zwei Ranglisten an: Platz 2 bei den Ein- bis Zweijährigen, Platz 1 bei den Drei- bis Vierjährigen mit 10,6 Prozent erheblichen Mängeln.

Bei den drei bis vier Jahre alten Fahrzeugen liegt die durchschnittliche EM-Quote bereits bei 15,4 Prozent. Entsprechend höher fallen auch die Werte der einzelnen Modelle aus. An der Spitze steht der Toyota Hilux mit 10,6 Prozent, gefolgt vom VW Caddy mit 11,5 und dem MAN TGE mit 12,1 Prozent.

Die zehn besten Modelle bei den 3–4-Jährigen:

  1. Toyota Hilux – 10,6 Prozent
  2. VW Caddy – 11,5 Prozent
  3. MAN TGE – 12,1 Prozent
  4. Ford Ranger – 12,7 Prozent
  5. Ford Transit/Tourneo Courier – 12,7 Prozent
  6. Nissan Navara – 13,0 Prozent
  7. VW Crafter – 13,3 Prozent
  8. Ford Transit/Tourneo Custom – 14,4 Prozent
  9. Ford Transit/Tourneo – 14,9 Prozent
  10. VW Transporter – 15,0 Prozent

Die Schlusslichter des Transporter-Rankings:

  1. Peugeot Expert – 21,0 Prozent
  2. StreetScooter – 26,4 Prozent

Beim StreetScooter gehört allerdings eine wichtige Einordnung dazu: Das Modell wird nicht mehr produziert, die Fertigung in Deutschland endete 2024. Für den aktuellen Neuwagenmarkt ist der letzte Platz deshalb nur noch begrenzt relevant. Im Bestand sind die Elektrotransporter aber weiterhin unterwegs, vor allem bei DHL.

Peugeot Expert parkend vor Gebäude: TÜV-Report 2026 zeigt 21,0 Prozent erhebliche Mängel bei Drei- bis Vierjährigen
Peugeot

Beim Peugeot Expert weist gut jedes fünfte drei bis vier Jahre alte Fahrzeug erhebliche Mängel auf – Platz 28 von 29 im aktuellen TÜV-Ranking.

Elektrotransporter: von Platz fünf bis ganz nach hinten

Interessant ist auch das Abschneiden der Elektrotransporter – gerade weil sich kein einheitliches Bild ergibt. Der Peugeot e-Expert landet bei den Ein- bis Zweijährigen mit 8,4 Prozent auf Platz fünf. Der Mercedes-Benz eVito steht mit 19,7 Prozent dagegen auf dem vorletzten Platz. Laut TÜV machen ihm unter anderem die Feststellbremse, die Antriebswellen und die Beleuchtung zu schaffen. Daraus jetzt eine grundsätzliche Schwäche von Elektrotransportern abzuleiten, wäre allerdings voreilig – genau davor warnt auch der TÜV. Mit eVito, e-Expert und StreetScooter sind bislang gerade einmal drei Elektromodelle im Report vertreten. Für ein belastbares Urteil über die Antriebsart ist das schlicht zu wenig.