MHC-Mobility-Umfrage unter Fuhrparkchefs: Nicht Image, sondern Werkstatt bremst China-Autos

MHC-Mobility-Umfrage unter Fuhrparkchefs
Nicht Image, sondern Werkstatt bremst China-Autos

Chinesische Marken sind bei Fuhrparks kaum ein Image-Problem – nur 9 Prozent stört das. Werkstattnetz, Datenschutz und Ersatzteile bremsen den Wechsel deutlich stärker, zeigt eine MHC-Mobility-Umfrage.

BYD Seal und BMW i4 im Vergleich: Die beiden Elektro-Limousinen treten als chinesischer und deutscher Wettbewerber gegeneinander an.
Foto: BMW/BYD, KI bearbeitet Open AI

Chinesische Marken haben in deutschen Fuhrparks kein Image-Problem mehr – nur 9 Prozent der Befragten nennen das Markenimage als Grund gegen den Wechsel, damit landet es abgeschlagen auf dem letzten Platz. Was Unternehmen tatsächlich noch zögern lässt, sind operative Fragen: Service- und Werkstattnetz (26 Prozent), politische Unsicherheit wie Zölle (22 Prozent) sowie Datenschutz und IT-Sicherheit (20 Prozent). Es folgen Ersatzteilversorgung (13 Prozent) und Restwertrisiko (10 Prozent). Das zeigt eine Umfrage von Omniquest im Auftrag von MHC Mobility unter rund 1.000 Berufstätigen, darunter 615 aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen.

MG4 EV Modellpflege in schraeger Frontansicht waehrend der Fahrt auf einer Landstraße.
MG

MG kommt in Deutschland aktuell auf einen Marktanteil von 1,1 Prozent – deutlich weniger, als die Umfragewerte zur Offenheit gegenüber chinesischen Marken vermuten lassen.

Nicht mehr ob, sondern unter welchen Bedingungen

„Die Frage ist offenbar nicht mehr, ob chinesische Fahrzeuge in deutsche Fuhrparks kommen, sondern unter welchen Bedingungen", sagt Rainer Thies, CEO von MHC Mobility. „Die Marke allein entscheidet nicht mehr. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug seine Aufgabe erfüllt, ob die Kosten kalkulierbar sind und ob von der Werkstatt bis zum Ersatzteil alles funktioniert."

Grundsätzliche Offenheit ist hoch – Marktanteil noch klein

Dabei ist die grundsätzliche Offenheit hoch: 58 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in den nächsten drei Jahren ein Auto von BYD, MG oder einem anderen chinesischen Hersteller im eigenen Fuhrpark zu fahren. Unter denen, die bei der Fahrzeugbeschaffung mitreden, sind es sogar 79 Prozent, ein Viertel plant die Aufnahme schon konkret. Nur 25 Prozent schließen einen Wechsel grundsätzlich aus, 17 Prozent sind unentschieden.

Rainer Thies, Geschäftsführer von MHC Mobility in Deutschland und Österreich, vor einem Fahrzeug am Standort Bockel.
MHC Mobility

Rainer Thies, CEO des Auto-Abo-Anbieters MHC Mobility: Für ihn ist der Preis chinesischer Marken künftig kein Wettbewerbsvorteil mehr, den Fuhrparks ungenutzt lassen sollten – wenn Service und Restwert stimmen.

Bei Befragten ohne Entscheidungsbeteiligung liegt die Zustimmung dagegen nur bei 34 Prozent – ebenso viele antworten hier mit „weiß nicht". Auch das Alter spielt eine Rolle: Bei den 30- bis 39-Jährigen können sich 77 Prozent chinesische Fahrzeuge vorstellen, bei den 60- bis 69-Jährigen nur 42 Prozent.

Preis und Technik überzeugen am meisten

Zwischen diesen Zahlen und der Realität liegt allerdings noch einiges. Im ersten Halbjahr 2026 kam BYD in Deutschland auf einen Marktanteil von 1,8 Prozent, MG auf 1,1 Prozent. Im Flottengeschäft lag der Anteil chinesischer Anbieter laut Dataforce Anfang 2026 sogar erst bei rund 1,4 Prozent.

Als wichtigsten Grund für einen chinesischen Hersteller nennen 29 Prozent den Preis beziehungsweise die Gesamtbetriebskosten, dicht gefolgt von Technologie und Ausstattung mit 27 Prozent. Unter den Entscheidern liegen Technologie und Ausstattung mit 32 Prozent sogar vorn. 19 Prozent führen die Elektro-Kompetenz der Hersteller an.

10 bis 20 Prozent günstiger reicht meist schon

Beim Dienstwagen als Statussymbol zeigt sich ein ähnliches Bild wie beim Image: 43 Prozent der Befragten sagen, ein BYD oder MG statt Audi oder BMW wäre für sie „kein Problem, Hauptsache, das Auto ist gut". Weitere 22 Prozent fänden es sogar spannend. Nur für 22 Prozent fühlt sich der Wechsel wie ein Abstieg an, 13 Prozent wäre er gegenüber Kunden und Kollegen unangenehm.

Der Preis kann einen möglichen Imageverlust zusätzlich ausgleichen. Für 81 Prozent der Befragten ist die Entscheidung für oder gegen ein chinesisches Modell grundsätzlich eine Preisfrage. 32 Prozent würden wechseln, wenn das Modell 10 bis 20 Prozent günstiger wäre, 26 Prozent verlangen mehr als 20 Prozent Preisvorteil. 19 Prozent reichen schon, 5 bis 10 Prozent, 4 Prozent der gleiche Preis. Nur 19 Prozent schließen einen Wechsel aus, selbst wenn der Preis stimmt.