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Foto: Karl-Heinz Augustin

Kaufberatung Volvo V90

Alle Infos zum Premium-Kombi

Der erfrischend schnittig gestylte Volvo V90 bringt jede Menge Sicherheitsfeatures, vier Ausstattungslinien und fünf Motoren mit. Welcher Kombi am meisten Freude bereitet, klärt der Modellcheck.

Seine Gegner heißen Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Deutsche Premium-Fahrzeuge, die bevorzugt in den Etagen der Führungsebene unterwegs sind. Sie erfüllen allesamt höchste Qualitätsansprüche. Nur eines können sie nicht bieten: schwedisches Understatement.

Hier besetzt Volvo eine Lücke. Der 4,94 Meter lange, knackig gestylte V90 ist eine stattliche Erscheinung und hebt sich dabei optisch wohltuend von dem Mainstream der gehobenen Dienstwagen-Liga ab. Seine skandinavisch kühlen Linien sorgen für Aufsehen. Doch die wahren Stärken des Autos liegen unter der schnittigen Karosserie. Der Schwede bringt so ziemlich alle technischen Raffinessen mit, die Käufer in der gehobenen Busi­ness­klasse erwarten. Taghelle LED-Scheinwerfer zählen genauso dazu wie modernste Fahrassistenten sowie Materialien und Verarbeitung auf dem ­höchsten Niveau

Konkurrenzfähiges Gepäckabteil – nur die Mercedes E-Klasse packt mehr

Praktische Talente bringt der V90 ohnehin mit. Standesgemäß schwingt die Kofferraumklappe ab Werk elektrisch nach oben. Besitzer des Vorgängers V70 mögen beim Blick in den Frachtraum vielleicht die Nase rümpfen, denn das Volumen schrumpfte geringfügig. Glattflächige 560 Liter sind es trotzdem. Damit liegt der V90 exakt auf Augenhöhe mit dem Audi A6 Avant oder dem nagelneuen BMW 5er Touring. Einzig die traditionell auf Ladevolumen getrimmte Mercedes E-Klasse nimmt mit 640 bis 1.820 Litern ein paar Täschchen mehr mit.

Um die Rücksitzlehnen des Volvo flach zu legen genügt ein lässiger Knopfdruck. Schon erweitert sich das Raumangebot auf 1.526 Liter, was den meisten Bedürfnissen des Alltags entsprechen dürfte. Praktisch: Beim Umlegen tauchen die Kopfstützen automatisch nach vorne ab und das aufklappbare Fach im Lade­boden sichert mit Fixierbändern das Lade­gut. Darüber hinaus werden Taschen aller Art durch zahlreiche Haken vor dem Herumrutschen bewahrt

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Hinten sitzt man wirklich bequem. Selbst groß gewach­sene Mitfahrer können die Beine ausstrecken.

Seine wahre Größe beweist der Schwede aber im Innenraum, denn der ist im Vergleich zu dem V70 spürbar gewachsen. Vorne und ganz besonders hinten bietet der Volvo seinen Gästen Platz in Hülle und Fülle.

Die bis ins Detail solide Verarbeitung und die hochwertigen Materialien entsprechen dem, was man in dieser Klasse erwartet. Feinstes Leder und weich aufgeschäumte Kunststoffoberflächen sehen nicht nur top aus, sondern fühlen sich auch so an. Anders als sein Vorgänger bietet der V90 außerdem jede Menge Ablagen. In den großen Türtaschen lässt sich allerhand Kleinkram unterbringen, Gleiches gilt für die Ablagen in der Mittelkonsole oder die Trennnetze an den Lehnen der Vordersitze.

Multimediasystem mit Tücken

Ob telefonieren, mailen, das nächste Ziel per Sprachsteuerung eingeben, den Radiosender wechseln oder Online­musik streamen – das 983 Euro teure Navigationssystem Sensus erfüllt alle Ansprüche. Das System läuft fast komplett auf einem großen Touchscreen, sieht so natürlich cool und stylish aus. Ein Cockpit fast ohne Schalter spiegelt eben den Zeitgeist wider. Aber ist das reduzierte Cockpit auch praxistauglich? Na ja, wenn man sich daran gewöhnt hat, vielleicht schon. So lassen sich die meisten Funktionen nur über den senkrecht empor ragenden Touchscreen regeln. Blöd nur, wenn man just in der Sekunde über ein Schlagloch fährt und der Finger dann genau den Zentimeter daneben tippt. Stört beispielsweise die Zugluft der Klima­auto­ma­tik, muss immer wieder am Menüfeld nachjustiert werden. Das lenkt unnötig ab. Ein klassischer Dreh-Drücksteller wie bei BMW, Audi oder Mercedes wäre die bessere – und gewohntere – Lösung. Umso wichtiger ist also eine ausführliche Einführung, wenn man den V90 als neuen Fir­men­wagen übernimmt.

Sicherheit steht bei Volvo hoch im Kurs

Dafür stimmt es mit der Sicherheit, die  bei Volvo traditionsgemäß einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Wer hat den Dreipunktgurt oder den Begriff der Schwedenstahlkarosse geprägt? Eben. So bietet der V90 gleich eine ganze Schar elektronischer Schutzengel.

Schon in der Basisversion Kinetic sind der adaptive Tempomat, eine Verkehrszeichenerkennung sowie der Spurhalter mit aktivem Lenkungseingriff serienmäßig an Bord. Gleiches gilt für den Notbremsassistenten, der zusätzlich beim Linksabbiegen an Kreuzungen Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr verhindert. Zudem bremst der Volvo nicht nur automatisch, wenn unerwartet Fußgänger und Radfahrer die Straße kreuzen, sondern auch bei größeren Tiere wie Hunden oder Hirschen. Und mit dem Pilot Assist fährt der V90 bis zu einem Tempo von 130 km/h sogar teilautonom. Dann beschleunigt und bremst er automatisch im Stau, solange der Fahrer mit leichten Lenkbewegungen ab und zu bekundet, noch am Steuer zu sitzen. Ist überdies Volvo On Call inklusive WLAN-Hotspot an Bord (857 Euro), werden bei einem schweren Unfall die Rettungskräfte automatisch zum V90 gelotst. Vorbildlich sind ebenso die in die Rückbank integrierten Kindersitze im Fond für gerade einmal 294 Euro Aufpreis.

Vier Ausstattungen, aber die Basislinie sollte man nicht bestellen

Ob groß oder klein, für die Sicherheit aller ist bestens gesorgt. Ebenso für Komfort und Luxus. Mit Kinetic, Momentum, R Design sowie dem Topmodell Inscription stehen vier Ausstattungslinien zur Wahl. Preisbewusste Fahrer werden bereits mit dem Kinetic glücklich. Der bringt unter anderem die Klimaautomatik, das Infotainmentsystem Sensus Connect (ohne Navi), virtuelle Instrumente sowie 17-Zoll-Aluräder mit. Nicht nur wegen des leichteren Wiederverkaufs als Gebrauchtwagen raten wir aber zur nächsthöheren Ausstattung Momentum. Für 3.908 Euro mehr gibt’s LED-Scheinwerfer, beheizbare Ledersitze sowie eine Einparkhilfe mit dazu.

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Viel Licht ins Auto bringt das Panorama-Schiebedach, das sowohl einzeln als auch im Paket erhältlich ist.

Darüber hinaus bietet Volvo erst ab dem Momentum etliche Extras und im Verbund wesentlich günstigere Pakete an. Das Xenium-Paket etwa bündelt für 2.353 Euro Head-up Display, Panorama-Schiebedach und Rückfahrkamera. Vielfahrer sollten ihr Häkchen beim Sitzkomfort-Paket setzen, das neben umfangreich verstellbaren Klimasitzen eine wirksame Massagefunktion mitbringt.

Die Liste an Extras ist ellenlang. Wer sich seinen Geschäftswagen so individuell wie einen Maßanzug zuschneidet, landet schnell bei 70.000 Euro und mehr.  Das Pricing entspricht eben dem der Konkurrenz, mit Ausrutschern in beide Richtungen. So sind gut 300 Euro für die Smartphone-Einbindung über Apple Car Play oder Android Auto nicht mehr zeitgemäß.

Nur Vierzylindermotoren sowie ein Plug-in-Hybride

Fünf aufgeladene Vierzylinder mit jeweils zwei Liter Hubraum, so lautet das Motorenangebot. Die beiden Ottomotoren leisten 254 und 320 PS, die drei Selbstzünder kommen auf 150, 190 oder 235 PS. Bis auf den Einstiegs-Benziner sind alle ebenfalls mit Allrad erhältlich (2.100 Euro). Zusätzlich hat Volvo mit dem T8 Twin Engine AWD einen Plug-in Hybriden im Programm. Kompressor beatmeter Turbobenziner (320 PS) und E-Maschine (87 PS) bringen es auf 407 PS Systemleistung, die an die vier Räder geleitet wird. Das Ganze bei zwei Liter Normverbrauch. Wie immer steht und fällt der echte Verbrauch mit dem Nutzungsverhalten. Je mehr man lädt, desto günstiger fährt man.

Knapp die Hälfte aller Käufer greift aber zum 190 PS starken Diesel.  Eine gute Wahl. Der D4 arbeitet flüsterleise, kräftig und sehr kultiviert. Als Sechsgang-Handschalter beginnt der V90 D4 bei 37.857 Euro, in Verbindung mit der empfehlenswerten, sanft schaltenden Achtstufen-Automatik bei 1.891 Euro mehr. Der Automat passt sehr gut zum entspannenden Grundcharakter des Schweden. Mit 6,7 Litern verfehlt der Diesel auf unserer Normrunde die Werksangabe von 4,5 Litern zwar deutlich. Und im Alltag muss man mit gut sieben Litern rechnen. Doch für ein Auto dieses Kalibers ist das immer noch ein angemessener Wert.

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Datum

28. Mai 2017
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