Wer übermüdet fährt, ist nicht einfach nur ein bisschen unkonzentrierter. Er fährt mit deutlich höherem Unfallrisiko. Schon weniger als sieben Stunden Schlaf können im Straßenverkehr spürbar gefährlich werden. Bereits zwei Stunden verpasste Nachtruhe verdoppeln die Wahrscheinlichkeit eines Crashs gegenüber einem ausgeschlafenen Fahrer, wie eine Studie des amerikanischen Automobilclubs AAA zeigt.
Schlafmangel wirkt wie Alkohol
Noch klarer wird der Effekt bei kürzeren Nächten. Wer nur vier bis fünf Stunden schläft, hat der Untersuchung zufolge ein vierfaches Unfallrisiko. Damit liegt das Risiko in einer Größenordnung, die sonst mit alkoholisierten Fahrern verglichen wird. Bei weniger als vier Stunden Schlaf steigt der Faktor sogar auf 11,5. Die Zahlen basieren auf der Auswertung von gut 7.200 Fahrern bei 4.500 Unfällen.
Risiko für Dienstwagenfahrer
Für Dienstwagenfahrer, Berufskraftfahrer und Fuhrparks ist das mehr als ein individuelles Gesundheitsproblem. Müdigkeit wirkt direkt auf Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und Entscheidungsverhalten. Wer früh startet, spät zurückfährt oder nach einer kurzen Nacht längere Strecken übernimmt, bringt damit ein Risiko in den Straßenverkehr, das in der Praxis oft unterschätzt wird.
Schlafdauer in Deutschland
Die durchschnittliche Schlafdauer in Deutschland liegt laut einer Studie der Universität Regensburg bei sieben Stunden. Erwachsene gehen demnach im Schnitt um 23:04 Uhr ins Bett, brauchen rund 15 Minuten zum Einschlafen und wachen um 6:18 Uhr wieder auf. Das klingt zunächst solide. Die AAA-Daten zeigen aber, wie schmal der Abstand zur Risikozone sein kann: Schon eine verkürzte Nacht reicht, um das Unfallrisiko deutlich zu erhöhen.






