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Opel GT X Experimental

So sieht die Opel-Zukunft aus

GT X Experimental Foto: Opel 7 Bilder

Opel ist jetzt seit über einem Jahr Teil des französischen PSA-Konzerns. Wie das künftige Markenprofil aussehen soll, zeigt das Konzeptfahrzeug Opel GT X Experimental.

Opel geht es gar nicht so schlecht unter den neuen französischen Hausherren. Zumindest wirtschaftlich. Denn im ersten Halbjahr 2018, also im ersten Jahr nach der Übernahme durch den PSA-Konzern, schrieb das Traditionsunternehmen aus Rüsselsheim, das im kommenden Jahr 120 Jahre Automobilbau feiert, erstmals seit 20 Jahren wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn betrug eine halbe Milliarde Euro und die Rendite lag bei fünf Prozent. Abgesehen davon, wie nachhaltig dieser Gewinn ist, sorgen sich Skeptiker auch um das eigenständige Profil der Marke im Umfeld von Peugeot, Citroen und DS.

Diese Zweifel wollen die Opelaner mit der Konzeptstudie GT X Experimental ausräumen. Sie gibt einen Ausblick auf die künftigen Modelle der Marke mit dem Blitz. "Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie wir die Zukunft von Opel erfolgreich gestalten wollen", sagt dazu Opel-Chef Michael Lohscheller. "Wir richten den Blick auf ein starkes Markenprofil, das von unseren Werten bestimmt wird: deutsch, nahbar und begeisternd."

Mit anderen Worten: Opel-Modelle mögen in Zukunft zwar auf französischen Plattformen aufbauen, ihr eigenständiger Charakter soll aber erhalten bleiben. Womit deutsche Ingenieurskunst kombiniert mit visionären Ideen und emotionalem Design gemeint ist. Opel-Kunden sollen sich aber auch an Technologien aus dem Premium-Segment erfreuen. Die Rüsselsheimer wollen damit sogar einen Gegenpunkt im PSA-Konzern zu den Marken Citroen, Peugeot und DS setzen.

Der Opel GT X Experimental knüpft an die Tradition zahlreicher Konzeptfahrzeuge an, mit denen die neue PSA-Tochter schon häufig Entwicklungen und Visionen in Blech geformt hat. Und nicht ohne Grund gibt es nahezu eine Namensgleichheit mit dem Opel Experimental GT von 1965 – dem Vorläufer des Opel GT. Denn die erste Konzeptstudie eines europäischen Autoherstellers, entstanden in den damals taufrischen Opel Styling Studios in Rüsselsheim, verbreitete einst eine ähnliche Aufbruchsstimmung, wie das nun, über 50 Jahre später, mit dem X-Modell der Fall sein soll.

Natürlich wird der voll elektrisch angetriebene Opel GT X Experimental so niemals in Serie gehen. Das nur 4,06 Meter lange Kompakt-SUV gibt aber schon einen sehr konkreten Hinweis darauf, wie das Front- und Heckdesign künftiger Opel-Modelle Mitte der 2020er-Jahre aussehen könnte. Die Rüsselsheimer sprechen dabei von den so genannten Designelementen "Vizor" und "Kompass".

"Vizor" kennzeichnet das neue Gesicht der Marke. Inspiriert von einem Motorradhelm-Visier beherbergt er unter dunkel getöntem Plexiglas Hightech- und Markenfeatures wie den LED-Opel-Blitz, der in verschiedenen Farben auch über den Betriebszustand des Fahrzeugs informieren kann, die LED-Matrix-Scheinwerfer, das Tagfahrlicht sowie die Kameras und Sensoren, die für die Assistenzsysteme und autonomen Funktionen bis zu Level 3 benötigt werden. Die komplette Lichttechnik und der Grill in einer Einheit – das könnte man vielleicht zum ersten Mal 2020 im neuen Mokka sehen.

Etwas schwieriger nachvollziehbar ist die optische Identität künftiger Opel-Modelle beim "Kompass", unter dem zwei horizontal und vertikal verlaufende Achsen mit dem Blitz-Symbol im Kreuzungspunkt zu verstehen sind. Die vertikale Achse zieht sich über eine scharfe Bügelfalte auf der Motorhaube und die Dachantennen-Finne bis in die Rückpartie zur akzentuierten Linie im Stoßfänger hinab. Die vertikale Linie wird an der Front durch die Tagfahrlichter und am Heck durch die ebenfalls flügelförmigen Rückleuchten markiert.

Geschwungene, glatte Flächen prägen die Seitenansicht des 1,53 Meter hohen Kompakt-SUVs. Keine Türgriffe und keine Außenspiegel stören den Gesamteindruck. Anstelle konventioneller Außenspiegel ermöglichen kleine Kameras den Blick nach hinten, die seitlich der Motorhaube aus der gelben Grafiklinie hervortreten. Diese Signaturlinie trennt optisch die hellen unteren und dunklen oberen Fahrzeugbereiche voneinander ab und ist eine Reminiszenz an die traditionelle Opel-Farbgebung grau-schwarz-gelb.

Neben einer unteren Beplankung der Karosserie, die den SUV-Charakter des Fahrzeugs betonen soll, beweisen die Hessen durchaus auch Liebe zum Detail. So greifen an den Reifen gelbe Design-Linien die Signatur der Karosserie auf, lassen die 17-Zoll-Räder optisch größer erscheinen und umrahmen den Opel-Blitz in der Radnabe, der für den Betrachter auch bei Reifenrotation waagrecht im Lot bleibt. Und in der Seitenbeplankung zeigt an der Fondtür ein kleiner, dreieckiger LED-Bildschirm den Ladestatus der Batterie an. Die Portaltüren ohne B-Säule, die sich per App allerdings nur im Zeitlupentempo öffnen, werden es allerdings wohl nie mehr wie einst beim Meriva in die Serie schaffen.

Ansonsten soll auch der Innenraum durch die Reduzierung auf das Wesentliche überzeugen und Wohlfühl-Ambiente schaffen. Das gut 80 Zentimeter breite "Pure Panel", das die Gestaltung des "Vizors" mit dem Lenkrad als Mittelpunkt aufnimmt, dominiert das Cockpit und macht mit seinen verschiedenen Displays Knöpfe und andere Bedienelemente überflüssig.

Genauere Daten zum voll elektrischen Antrieb des Experimental-Fahrzeugs mit einer 50-kWh-Lithium-Ionen-Batterie der nächsten Generation gibt es natürlich noch nicht. Nur, dass der GT X auch induktiv aufgeladen werden kann: Einfach über oder neben einer Ladefläche parken – und schon "tankt" das Fahrzeug Strom. Für Opel geht aber es dabei um mehr als ein Statement: Es gilt das Versprechen, bis 2024 für alle Modelle eine elektrische Variante anzubieten.

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