So funktioniert der Klappenauspuff

Röcheln auf Knopfdruck

Foto: Porsche

Mit einem Klappenauspuff lässt sich der Motorsound während der Fahrt verändern. So funktioniert’s!

Die einen kriegen eine Gänsehaut und feuchte Augen, wenn sie einen V8-Motor tief blubbern hören – die anderen eine pochende Halsschlagader. Fakt ist: Am Motorsound scheiden sich die Geister. Manchen kann das Triebwerk gar nicht kernig genug klingen, einige wünschen sich dagegen lieber möglichst leise Motoren. Eine Möglichkeit, den Klang zu beeinflussen, bietet ein sogenannter Klappenauspuff.

Grundsätzlich entsteht der Klang eines Motors durch die Verbrennung in den Zylindern. Ein Großteil des Schalls wird aber zusammen mit den Abgasen vom Motor weg zum Heck des Fahrzeugs transportiert. Diese Aufgabe übernimmt die Abgasanlage. Auf dem Weg vom Motor zum Endrohr werden einerseits die Abgase im Katalysator und immer häufiger auch im Partikelfilter gereinigt. Andererseits wird mitunter in mehreren Schalldämpfern – Vor-, Mittel- und Endschalldämpfer – der Klang verändert und vor allem die Lautstärke reduziert. Denn: Wie laut ein Auto sein darf, ist inzwischen streng reglementiert. Die Grenzwerte liegen je nach Fahrzeuggewicht und Leistung derzeit bei rund 72 bis 75 Dezibel.

Innerhalb dieses Rahmens darf der Klang allerdings beeinflusst werden

Durch eine Klappe im Abgasstrang lässt sich der Weg der Abgase verändern, einzelne Schalldämpfer können umgangen werden oder der Luftstrom durch Kammern mit mehr oder weniger Dämmung geleitet werden. Dadurch kann einerseits die Leistung beeinflusst werden, da die Abgase zum Teil mit weniger Gegendruck entweichen können. Vor allem aber wird der Sound lauter oder leiser.

Die Hersteller nutzen die Technik in beide Richtungen

Viele von Haus aus eher leise Modelle verfügen über eine Sport-Taste. Drückt man drauf, klingt der Wagen merklich kerniger. Bei manchen Sportwagen dagegen findet sich sogar eine "Leise-Taste": Wird die Funktion aktiviert, wird der Schall so geführt, dass er gedämpfter hinten rauskommt. So werden die Nachbarn am frühen Morgen nicht aufgeweckt und auch Langstrecken-Fahrten sind mitunter angenehmer, wenn es nicht andauernd von hinten knurrt, faucht oder kreischt. Auch eine automatische Steuerung der Klappe ist denkbar. Bei manchen Autos geht sie bei einer bestimmten Geschwindigkeit oder Drehzahl automatisch auf oder zu.

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Klappensteuerungen gibt es grundsätzlich auch zum Nachrüsten, allerdings müssen auch hier strenge Vorschriften eingehalten werden. Bevor man sich eine entsprechende Anlage zulegt, sollte man also genau prüfen, ob sie auch verwendet werden darf. Übrigens: Die Klappensteuerung darf nicht mit einem Soundgenerator verwechselt werden, der im Abgasstrang den Klang künstlich beeinflusst oder verstärkt. Die gibt es auch, allerdings gelten hier ebenfalls enge, gesetzliche Regeln. Außerdem ist die Nachrüstung eines Soundgenerators, außer bei Elektro-Fahrzeugen, verboten.

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