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Autogas-Umrüstung: LPG als Direkteinspritzer

Ab Werk gibt es noch keine Autogasumrüstung für Direkteinspritzer – zum Nachrüsten aber sehr wohl. ecoFleet hat den Umbau eines VW Golf 1.4 TSI begleitet.

Bei den Ottomotoren geht der Trend klar zu aufgeladenen Direkteinspritzern. Doch bei den wenigen Benzinern, die ab Werk mit gegenüber Superkraftstoff rund 50 Prozent günstigerem Autogas (LPG) betrieben werden können, handelt es sich durchweg um wenig attraktive Saugmotoren. Die Werksangebote sind zwar gut gemeint, meist professionell gemacht, aber echte Spaßbremsen. Abhilfe bieten nun professionelle Nachrüster wie beispielsweise Blue for Green in Bad Kreuznach.

Aber vor dem Sparen an der Tankstelle müssen LPG-Interessenten erst einmal tief in die Tasche greifen: Knapp 3.000 Euro kostet der Umbau eines Golf 1.4 TSI. Dafür gibt Blue for Green jedoch drei Jahre Garantie auf die Einbauteile, bietet einen Hol- und Bring-Service zu einem der bundesweit acht Einbaustandorte und eine TÜV-zertifizierte Anlage mit Eintragung in die Fahrzeugpapiere – in der Branche keine Selbstverständlichkeit.

Direkteinspritzer verlangen viel mehr technisches Know-how

Aber wo liegt eigentlich die Problematik bei der Nachrüstung von direkt einspritzenden Benzinern? Im Gegensatz zu klassischen Saugmotoren, bei denen der Kraftstoff in den Ansaugkrümmer vor dem Einlassventil eingespritzt wird, muss bei Direkteinspritzern Benzin und Autogas über eine gemeinsame Einspritzdüse in den Brennraum eingebracht werden. Die Kraftstoff-Injektoren liegen im Zylinderkopf, wo die Temperaturen sehr hoch sind. Damit sie im Autogasbetrieb nicht überhitzen, muss zur Kühlung ein kleiner Teil Benzin beigemischt werden. Das erfordert neben einem erhöhten konstruktiven Aufwand auch eine umfangreiche Abstimmungsarbeit auf dem Prüfstand.

Beim Nachrüster Blue for Green ist dafür der technische Leiter Antonio Spada zuständig. "In Deutschland sind die Kunden sehr anspruchsvoll. In meinem Heimatland Italien ist es hingegen völlig normal, dass ein Motor im Autogasbetrieb auch einmal ruckelt", erklärt der Italiener. Sicherheit wird großgeschrieben. Sollte das System tatsächlich undicht sein, blockiert das Steuersystem den Autogas-Betrieb. Im Ernstfall entleert sich der Tank nach unten. Spada benötigt für den Einbau der kompletten Anlage etwa 20 Stunden. Der 52 Liter fassende Zusatztank findet in der Ersatzradmulde Platz, der LPG-Tankstutzen sitzt neben der originalen Benzin-Einfüllöffnung unter der gemeinsamen Tankklappe.

Im Innenraum unterscheidet sich der Golf nach dem Umbau nur durch die unauffällig in die Mittelkonsole integrierte Füllstandsanzeige für den LPG-Betrieb. Der Rest der Anlage versteckt sich am Unterboden und im Motorraum. Die Schläuche vom Tank zum Motor müssen in sicherer Entfernung vom Auspuff verlegt werden und münden schließlich im Verdampfer. Dieser erhitzt das Gas und leitet es durch einen Filter an die auf diesen Motoren-Typ angepasste Verteiler-Rail weiter. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Anpassung des Motormanagements auf dem Prüfstand. Was bei Techniker Spada dank seiner Erfahrung so easy aussieht, ist für einen Laien und auch für die meisten Anbieter von Autogas-Nachrüstungen nicht machbar. Für den Kunden bedeutet der LPG-Betrieb lediglich, dass er den rund 13 Euro teuren Filter alle 35.000 Kilometer ersetzen sollte.

Autor

Foto

Dino Eisele

Datum

26. April 2012
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