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Fahrbericht Audi Q2: Q wie Cool

Audi launcht sein Mini-SUV. Der Q2 startet ab knapp 20.000 Euro, ist technisch verwandt mit dem A3 und soll neue Dienstwagenfahrer locken.

Ungewohnte Rolle für Audi. Mit dem Q2 fahren die Ingolstädter einen echten Trendsetter in die deutschen Schauräume. Mini-SUV gibt es zwar mit Skoda Yeti, Mazda CX-3, Peugeot 2008 oder Nissan Juke schon mehr als genug. Doch in der sogenannten Premiumklasse mussten Flotten- wie Firmenfahrer bislang auf die deutlich größeren Audi Q3, Mercedes GLA oder BMW X1 zurückgreifen. Ab 19.244 Euro netto ist der Q2 ab sofort zu bestellen, die Auslieferung erfolgt allerdings erst im November.

Sticht aus dem Audi-Einheitsbrei heraus

Warum nun ein Q2, wenn es doch ein sowohl technisch wie preislich ähnlicher A3 Sportback auch tun würde? SUV sind nun mal einfach cooler als Kombis, bieten eine höhere Sitzposition, mehr Übersicht und gehen nach wie vor wie geschnitten Brot. Insbesondere die Mini-Ausgaben werden immer beliebter und zahlreicher, kommen sie doch nicht ganz so wuchtig und wichtig daher und sind in der Regel auch günstiger in Anschaffung, Unterhalt und Spritverbrauch. Das alles gilt auch für den Audi Q2, mit dem die Bayern neue und jüngere Kunden für die Marke gewinnen wollen.

Deshalb ist er auch deutlich frecher gezeichnet, hebt sich vom gewohnten Audi-Einheitsbrei durch viele Ecken und Kanten ab. Selbst der nach wie vor dominierende Singleframe-Grill ist nun als Achteck gestaltet, links und rechts flankiert von großen Lufteinlässen und kantig geformten Scheinwerfern. In der Seitenansicht fallen die eingezogenen Flanken und das abfallende Dach mit den farblich kontrastierenden Blades an der C-Säule auf, die für Audi seit dem R8 "Sportlichkeit" suggerieren. Am Ende vielleicht Geschmacksache, als charakteristisches Erkennungszeichen taugen sie jedoch allemal. Die Heckansicht mit langem Dachkantenspoiler und Diffusor sowie Unterfahrschutz wirkt knackig und kompakt.

Gerade einmal 4,19 Meter lang

Ebenso wie die Maße und Proportionen. Exakt 4,19 Meter misst der neue Einstieg in Audis Q-Herde. Dank 2,60 Meter Radstand und den kurzen Überhängen hat man jedoch nie den Eindruck in einem kleinen Auto zu sitzen. Vorne ist es sportlich-bequem wie in einem A3, mit dem Unterschied, dass man rund neun Zentimeter höher sitzt. Die Passagiere auf der Rückbank sitzen sogar noch etwas höher und dürfen zudem 405 Liter Gepäck mitbringen, rund 25 Liter mehr als im Sportback. Sind die Lehnen umgelegt, werden daraus maximal 1.050 Liter.

Während die äußere Erscheinung also mit dem gewohnten Bild bricht, wirkt der Innenraum auf Anhieb gewöhnlich und vertraut – was bei Audi ja nichts schlechtes ist. Instrumente und Bedienung sind mustergültig geordnet. Wohin auch immer die Finger fassen, alles fühlt sich gut und hochwertig an. Immer vorausgesetzt, das Budget lässt Spielraum für höhere Ausstattungen und Optionen. Dann darf der kleine Q nämlich mit all den Komfort- und Technikfeatures glänzen, die auch seine großen Modellbrüder drauf haben. Vom virtuellen Cockpit mit gestochen scharfem 12,3-Zoll-TFT-Bildschirm im Kombiinstrument über das Infotainmentsystem MMI Touch und Navigation Plus mit Dreh-/Drücksteller inklusive Eingabe-Touchpad im Mitteltunnel bis hin zur Online-Anbindung via LTE mit bordeigener SIM-Karte, Datenflatrate, WLAN-Hotspot und Smartphone-Integration. Selbst eine Highend-Audioanlage von Bang & Olufsen mit 705 Watt, 14 Lautsprechern und Surround-Sound gibt es ebenso wie ein Head-up Display, das allerdings als wenig schöne Lösung mit einer ausfahrbaren 10x5 Zentimeter-Glasscheibe hinterm Kombiinstrument erscheint.

Kollisionswarner mit Notbremse ist Serie

Gleiches gilt für die elektronischen Helferchen. Auch hier steht dem Q2 und seinen Insassen die komplette Audi-Assistenz-Armada im alltäglichen Verkehrsgerangel zur Seite. Vom Abstandshalter samt Stop&Go-Funktion (mit S tronic) über Spur-, Lenk-, Licht-, Verkehrzeichenassistenten bis hin zum Ein- und Ausparkroboter. Alles gegen Aufpreis versteht sich, an denen Audi gerade noch rechnet und die erfahrungsgemäß nicht günstig ausfallen werden. Allein der Kollisionswarner inklusive Fußgängererkennung und Notbremse ist serienmäßig.

Unter der Haube steckt ebenso Bewährtes aus dem Ingolstädter Motorenregal. Drei TDI und TFSI, jeweils mit 116, 150 und 190 PS sowie alle mit Direkteinspritzung und Turboaufladung stehen zur Wahl. Schon das Einstiegsmodell 1.0 TFSI mit Dreizylinder-Benziner hält die nur 1.205 Kilogramm leichte Fuhre locker in Schwung. Bis auf ein leichtes Knurren ist nicht zu erkennen, dass ein Zylinder weniger als üblich am Werk ist. 200 Nm Drehmoment reichen vollkommen, um alle Manöver des automobilen Alltags ohne Murren zu absolvieren. Allerdings ist der Basisbenziner, ebenso wie am anderen Ende der Range der Turbobenziner mit 190 PS (ab 26.723 Euro), erst fürs nächste Jahr vorgesehen.

1.4 TFSI als Alternative zum Diesel

Ab sofort zu haben und für Viel- und Flottenfahrer eine interessante Alternative zu den kräftigen und laufruhigen Diesel ist der 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung (ab 20.924 Euro), fällt der doch mit 5,2 Liter nach Norm noch unter die CO2-Schranke von 120 g/km. Dabei hängt das 150-PS-Triebwerk gut am Gas, gefällt mit Laufruhe und spritzigem Antritt, der den Q2 in 8,5 Sekunden auf Landstraßentempo bringt und 212 km/h Spitze erreicht. Für den überraschend agilen und handlichen Fahreindruck sorgt die aus dem S3 bekannte Progressivlenkung, die beim Einlenken zunehmend direkter wird und in jedem Q2 ab Werk eingebaut ist. Optional lässt sich das noch mit einem Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern sowie dem Fahrdynamiksystem mit fünf verschiedenen Fahrmodi nachschärfen.

Eine gute Wahl, allen aktuellen Unkenrufen zum Trotz, bleiben die Diesel. Allen voran der Zweiliter-Bestseller, wahlweise mit 150 PS (ab 23.655 Euro) oder 190 PS (ab 28.571 Euro). Beide Selbstzünder schieben mit 340 Nm respektive 400 Nm kräftig an, halten sich akustisch auffallend zurück. Zu empfehlen ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic, das mit allen Motoren kombiniert werden kann. Bei den beiden TFSI- und TDI-Topmodellen ist es immer Serie, ebenso wie der Allradantrieb quattro.

Autor

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Audi

Datum

7. Juli 2016
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