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Fahrbericht Cadillac CTS: Mit scharfen Kanten gegen E-Klasse und Co.

Mit dem schnittig gezeichneten CTS tritt Cadillac jetzt gegen die etablierte deutschen Konkurrenz mit Audi A6, Fünfer-BMW und Mercedes E-Klasse an. Was die neue Mittelklasselimousine aus USA so kann, haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen.

Auch wenn die die GM-Tochter Cadillac auf dem Weltmarkt derzeit Zuwächse um rund 28 Prozent verbucht, bei uns sind die US-Boys von Cadillac nur in homöopathischen Dosen vertreten: Gerade einmal knapp über 100 Neuwagenkäufer haben sich für die amerikanische Nobelmarke im letzten Jahr erwärmt. Vielleicht könnte nun der neue CTS für hiesigen Schwung in der Zulassungsstatistik sorgen.

Optisch ist der CTS ein Hingucker

Mit ihren scharf geschnitten Kanten sowie einem prägnantem Kühlergrill setzt der auf sportliche sowie eigenständige Akzente. Eine Verwechslungsgefahr ist völlig ausgeschlossen. Die knapp fünf Meter lange Mittelklasselimousine ist in der Länge um gut 13 Zentimeter gewachsen und gut drei Zentimeter flacher als das Vorgängermodell. Durch den Einsatz von Aluminium an Motorhaube, Türen und Fahrwerk konnte zudem das Gewicht um über 100 Kilo reduziert werden. Der CTS wiegt mindestens 1,7 Tonnen, wahlweise stehen Heckantrieb oder Allrad zur Wahl.

Innen präsentiert sich der Cadillac richtig edel

Mächtig stolz ist Cadillac auf die Gestaltung des Interieurs. Mit Recht, denn das ist handgefertigt und sieht in der Kombination mit Vollleder sowie Elementen aus kühlem Aluminium, Magnesium oder glänzendem Mahagoniholz richtig hochwertig aus. Auch die Verarbeitungsqualität liegt auf einem sehr gediegenen Niveau. Die Spaltmaße sind gering, das Finish ist sauber und suggeriert Qualität. Ödes Plastik sucht man im CTS vergebens, alles fasst sich anschmiegsam an. Und dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde, offenbaren die Mittelkonsole und die Cupholder vorn, dessen Abdeckungen elektrisch surrend, leise öffnen und schließen. Das ist schlichtweg Premium.

Instrumente wie bei einem High-tech Raumschiff

Das Platzangebot darf zwar eher als maßgeschneidert bezeichnet werden, dennoch gibt es genügend Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen. Vor dem Fahrer türmt sich eine digitale Kommandozentrale auf. Ein 12,3 Zoll großer und konfigurierbarer LCD-Bildschirm beherbergt die Instrumente und weitere Informationen, rechts daneben befindet sich ein weiterer Acht-Zoll-Monitor für die Infotainmentsysteme und das Navi. Die Bedienung erfolgt wie bei einem Smartphone per Touchscreen. Allerdings in einem Auto recht ungewohnt: Nach jedem Fingertipp vibriert die Fläche auf der Mittelkonsole zur Bestätigung, gleiches gilt für die virtuell angezeigten Tasten. Zum Glück lässt sich der Vibrationsalarm auch abschalten oder man steuert die Funktionen einfach mittels Sprache. Ganz weit vorne liegt der Cadillac in Sachen Multimedia und bietet neben einem AUX-Eingang, eine SD-Karten-Schnittstelle sowie insgesamt drei USB-Anschlüsse zum Aufladen von Handys oder streamen von Musik. Wünschenswert wären im CTS aber mehr brauchbare Ablagemöglichkeiten. Denn das Fach in der Mittelkonsole taugt allenfalls für Kleinkram und die Türtaschen fallen recht schmal aus.

Ein aufgeladener Benziner dient als Antrieb

Ganz schön mutig: In Deutschland tritt der CTS mit nur einem Benzinmotor an. Der Turbomotor folgt dem Downsizing-Prinzip und schöpft aus nur zwei Litern Hubraum stramme 276 PS. Laut Cadillac ist ein Turbodiesel für den CTS in der Pipeline, der wird aber nicht vor 2015 kommen. Wann genau, steht noch in den Sternen.

Für unser erstes Kennenlernen wählten wir die heckgetriebene Variante. Der Turbo-Benziner schiebt zwar mächtig an und beschleunigt in nur 6,6 Sekunden auf 100 km/h, dafür benötigt er aber Drehzahlen und wird dann schon mal knurrig laut. Unten heraus wirkt der Motor, den es immer zusammen mit einer ruckfreien Sechsgang-Automatik gibt, schon ziemlich zäh. Schade, denn der CTS ist insgesamt ein sehr leises Fahrzeug mit einer sehr guter Geräuschisolierung. Denn selbst bei hohem Autobahntempo von über 200 Km/h halten sich die Windgeräusche höflich zurück und erlauben noch Gespräche in Zimmerlautstärke.

Die Abstimmung des serienmäßig adaptiven Fahrwerks geriet schon in der Grundauslegung sportlich straff. Der Fahrer kann unter drei Fahrwerks-Einstellungen wählen: Touring, Sport und Schnee&Eis. In Sport nimmt der CTS Kurven auch im Eiltempo ohne zu Murren und auch die präzise Lenkung gewährt genug Rückmeldung. In der komfortbetonten Touring-Position nimmt der Cadillac Bodenunebenheiten zwar spürbar sanfter, lässt aber seine Insassen nicht wirklich über den aktuellen Fahrbahnzustand im Unklaren. Ein wenig mehr Komfort, vor allem auf Querfugen, hätte dem CTS sicherlich gut getan.

Gute Ausstattung zu einem vernünftigen Preis

Mit einem Einstiegspreis von 41.933 Euro netto liegt der Cadillac CTS gut 3.000 Euro unter seinen etablierten Wettbewerbern rund um den Audi A6 und Co. Die CTS-Grundversion ist schon reichhaltig ausgestattet. User Chooser mit dem Hang zur US-amerikanischen Marke sollten aber besser gleich zur nächst höheren Luxury-Ausstattung greifen. Die beginnt bei 43.866 Euro und ist bereits mit allerhand Fahrerassistenzsystem (unter anderem Spurhalter, Rückfahrkamera, Toter-Winkel-Assistent) wesentlich besser ausgerüstet. Gut, der Vibrationsalarm im Sitzkissen des Fahrers, der beim Verlassen der Seitenlinie oder beim zu dichten Auffahren anschlägt, trifft nicht jedermanns Geschmack. Insgesamt aber hinterlässt der Cadillac CTS einen ausgereiften und ziemlich europäischen Fahreindruck. Große Schwächen hat er nicht offenbart. Mal sehen, was die Restwertprognosen für den US-Ami demnächst prognostizieren werden.

Autor

Foto

Cadillac

Datum

10. Juni 2014
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