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Fahrbericht Porsche Cayenne S Diesel: Die Wucht der acht Zylinder

Mit 382 PS ist der Cayenne S Diesel der stärkste Selbstzünder, den Porsche derzeit bietet. Ist das noch vernünftig?

Liebe vernunftorientierte Fuhrparkleiter, bitte nicht weiterlesen: 245 Diesel-PS sind echt nicht schlecht, aber Porsche-Freaks fanden schon immer: Der Porsche Cayenne verdient mehr. Endlich hat Porsche reagiert und nochmals eine Schippe nachgelegt. In Form des vom Audi-V8 abgeleiteten S Diesel.

Doch ganz so einfach durfte der von einem Biturbo befeuerte 4,2-Liter-Motor mit 350 PS nicht unter der Haube des wuchtigen SUV einziehen. Vorher legte er noch einen kurzen Boxenstopp in der Tuningabteilung der Zuffenhausener ein. Die quetschten aus dem V8 nochmals 32 Mehr-PS raus. Damit ist aus Porsche-Sicht die Welt wieder in Ordnung, denn den direkten Konkurrenten BMW M50d treibt ein Pferdchen weniger an.

Die ZF-Automatik ist das Non-Plus-Ultra

Machen wir‘s kurz: Die Symbiose aus 382 PS, der derzeit wohl besten Automatik auf dem Markt (ZF Achtgang) und einem Geländewagen mit sportwagentauglich abgestimmtem Fahrwerk (man beachte: der SUV wiegt voll beladen drei Tonnen) ist schlicht sensationell. Bereits bei 2.000 Umdrehungen türmt der V8 ein Drehmomentplateau von 850 Nm auf, das erst bei 2.750 wieder leicht abfällt. Man muss schon Schumi-artige Ambitionen haben, um die Nadel über 3.000 Touren zu treiben. Oder einfach Spaß an der Unvernunft brachialer Kraftentfaltung, an Leistung im Überfluss.

Über ein gehöriges Maß an Selbstvertrauen sollte der Fahrer des Cayenne allerdings auch verfügen. Denn schon im Leerlauf wummert der Diesel wie ein Panzer in Hab-Acht-Stellung, nur um bei jedem Gasstoß die Symphonie der acht Zylinder zu fauchen. Dies ruft bei Passanten höchst unterschiedliche Reaktionen hervor. Kopfschütteln gehörte während unserer Testfahrt noch zu den freundlicheren.

Souveräne Leistung für entspanntes Cruisen

Also nichts wie raus aufs platte Land, wo wir feststellen: Extreme Leistung hat etwas extrem Beruhigendes. Ganz schnell ignorieren wir die gefühlt 2.500 Schalter und Knöpfe der wuchtigen Mittelkonsole und ärgern uns auch nicht weiter über das umständliche, nicht mehr zeitgemäße Musik- und Bediensystem. Da bremst uns schon wieder ein Auto aus? Egal, den fressen wir in mit einem Zucken des rechten Fußes. Ansonsten lassen wir den Porsche rollen, genießen eine ruhige CD, während sich die hervorragend gedämmte Karosse mit hohem Tempo fast unhörbar ihren Weg durch Wind und Wetter bahnt.

Der Cayenne S Diesel ist ein astreiner Sportwagen. Aber er ist auch ein extrem komfortables Reiseauto mit richtig viel Platz, aus dem man nach 1.000 Kilometern am Stück entspannt aussteigt. Einfach, weil er so souverän fährt und federt und dabei eine Gelassenheit vermittelt, für die man genügend Leistung braucht.

252 km Spitze

Der SUV mag geländetauglich sein. Das haben wir lieber nicht getestet. Er fährt 252 km/h schnell. Das hätten wir gerne nachgeprüft, ging aber nie – zu viel Verkehr, zu viele Tempolimits. Wozu also 382 PS? Weil sie passen zu einem Auto, dass sich jeglicher Vernunft entziehen darf. Da stellt sich auch nicht die Frage, ob 65.280 Euro netto zu viel sind angesichts der Tatsache, dass beim freundlichen Porsche-Händler für jedes weitere Chromringchen oder Ledernähtchen nochmals die Kasse klingelt. Wer aber doch ein vernünftiges Kaufargument sucht, den verweisen wir auf unseren Testverbrauch: 10,7 Liter auf 100 Kilometer dürften auch den knickrigsten Fuhrparkleiter zufrieden stellen.

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8. März 2013
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