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Fahrbericht Skoda Kodiaq: Impulsgeber

Skodas Erfolg der letzten Jahre geht auf die Kombi-Größen Octavia und Superb zurück. Nun soll der neue Kodiaq den Takt in der wichtigen SUV-Liga vorgeben.

Skoda hat es schon wieder getan. Die VW-Tochter nimmt sich ein Modell der Konzernmutter und stretcht es so weit, dass es die Klassengrenzen sprengt. Denn eigentlich ist der Kodiaq ein neuer Wettstreiter für Kompakt-SUV wie den Ford Kuga und den kürzlich vorgestellten Seat Ateca. Oder den Tiguan, der für den Kodiaq Pate stand. Mit seinen 4,70 Meter ist der Tscheche allerdings satte 27 Zentimeter länger als der Wolfsburger.

Bei Skoda wird nicht mit wuchtigen Autos geprahlt, die größere Karosse kommt den Passagieren zugute. Vorne auf den fest gepolsterten und körperbetont geschnittenen Sitzen ist das Platzangebot ja schon üppig. Richtig feudal wird’s Skoda-typisch auf den Rücksitzen. Die Beine übereinanderschlagen ist hinten kein Problem. Auch wenn die um 18 Zentimeter verschiebbare Rückbank ganz nach vorne gerückt ist, kommt ganz bestimmt kein beklemmendes Gefühl auf.

Bis zu 2.065 Liter Kofferraumvolumen

Die Rücklehne lässt sich in fünf Stufen in der Neigung verstellen. In ganz aufrechter Stellung kann der Außendienstler eckige Gegenstände bündig an den Kofferraumrücken schieben und den Laderaum optimal ausfüllen. Das dürfte in der Praxis nur selten notwendig sein. Mit 835 Litern Volumen steckt er locker alles weg, was außendienstmäßig mit muss. Wenn nicht, klappt der Fahrer einfach die Rückbank mit einem Tastendruck vom Kofferraum aus um und verteilt sein Zeugs auf 2.065 Litern Stauraum. Falls das immer noch nicht genügt, sollten Sie Ihre Kollegen vielleicht lieber mit einem Kleintransporter auf Tour schicken, so viel packt nicht mal der Superb Combi.

Der doppelte Ladeboden bügelt die Stufe von Kofferraumboden zu umgelegten Rücksitzen aus. Auf der optionalen dritten Sitzreihe reisen zwei Kinder gemütlich mit. Werden die Sitze nicht gebraucht, verschwinden sie flach im Ladeboden des Siebensitzers. Die Heckklappe surrt elektrisch auf und zu, sobald der Fahrer die entsprechenden Tasten auf dem Schlüssel und im Cockpit drückt oder den Fuß unterm Schweller durchschwingt.

Türkantenschutz und Schlaf-Kopfstützen

Skoda tüftelt stets an hilfreichen Features für den Alltag. Beim Kodiaq kommen ein paar Neue hinzu. Ein Gummischutz stülpt sich beim Öffnen der Türen über die Kanten. In engen Parklücken birgt dies Lackschäden am eigenen Wagen oder Dellen am Nachbarauto vor. Mikrofone im Kodiaq übertragen selbst Piepsstimmen zartbesaiteter Kollegen klar und deutlich von den Vordersitzen nach hinten. In den Vordertüren sind Regenschirme griffbereit integriert – das gibt’s sonst nur bei Bentley und Rolls Royce. Oder aber die sogenannten Schlaf-Kopfstützen für müde Fondpassagiere. Alle 30 sogenannten Simpley-Clever-Lösungen aufzuzählen, würde den Rahmen des Textes nun allerdings sprengen.

Machen wir mit bei den Ablagen weiter. Die gibt es ebenfalls in Hülle und Fülle, 27 an der Zahl. Auch hier hat sich Skoda viel dabei gedacht. Der Boden der Flaschenhalter zwischen den Vordersitzen verzahnt sich mit gängigen 0,5-Liter-PET-Flaschen. So kann der Fahrer Flaschen mit der rechten Hand öffnen, während die linke das Lenkrad umgreift.

Wlan-Hotspot und Google Earth-Kartenansicht

Der Touchscreen des neuen Infotainmentsystems ist auf acht Zoll gewachsen. Das System dient nun als Wlan-Hotspot mit LTE-Geschwindigkeit und beherrscht das Spiegeln von Smartphone-Apps. Die Navi informiert in Echtzeit über Staus, spuckt die Karte in Google-Earth-Ansicht aus und sucht bereits während der Fahrt nach Parkmöglichkeiten am Ziel oder schaut nach dem Wetter. Selbst den nächsten Wartungstermin machen Sie direkt vom Wagen aus, während der Kodiaq gleich alle notwendigen Infos an die Werkstatt sendet.

Wobei der Kodiaq nicht den Eindruck hinterlässt als würde viel anfallen. Im Innenraum fühlt sich alles wertig an. Der Fahreindruck ist ebenfalls top. Er federt beflissen über Bodenwellen hinweg, lenkt leichtgängig und gleichzeitig präzise ein. Trotz der immensen Größe haben wir das Dickschiff gut im Griff.

Während kostenbewusste Flottenmanager auf den 150 PS starken Selbstzünder mit serienmäßigem DSG-Getriebe schiele (4,9 Liter/100 km, 129 g CO2, Effizienzklasse A), träumen User-Chooser vom kultivierteren 190-PS-Diesel. Der bringt den 1,7-Tonner lässig in Fahrt, bleibt angenehm leise weil auch die Doppelkupplung zackig schaltet und nur an Steigungen länger in hohen Drehzahlen verweilt. Allrad ist Serie. Und weil der stärkere Diesel in der mittleren Ausstattungslinie startet, ist er satte 7.000 Euro teurer als der Einstiegsdiesel. Günstiger als der vergleichbare Tiguan ist er dennoch, auch das hat sich Skoda wieder erlaubt.

Autor

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Skoda

Datum

23. November 2016
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