Firmenauto: Fahrbericht Volvo C30 1.6 D Drive

Ein großer Verkaufserfolg ist er nicht, der Volvo C30. Aber die Marke hält eisern daran fest. Lobenswert. Denn schließlich ist der C30 einer, der den Einheitsbrei auf den Straßen ein bisschen auflockert. Er zieht die Blicke auf sich. Zumindest von Leuten, die sich angesichts seiner großen Heckklappe an den legendären Volvo P 1800 ES, genannt „Schneewittchensarg“, erinnern. Der C30 hat von allem etwas: Coupé, Kombi, Kompaktlimousine, Sportwagen. Am auffälligsten ist das Heck. Etwas eigenbrötlerisch, aber einprägsam. Fürs Modelljahr 2010 wurde es ein wenig umgestylt, aber nicht wirklich verändert. Man kann sagen: nur leicht angeschärft. Die Veränderungen am Bug sind auffälliger. Stärker konturierter Stoßfänger, größerer Lufteinlass mit Wabengrill und vor allem ganz neue Scheinwerfer, die sich weit in die Kotflügel hineinziehen. Ob der C30 dienstwagentauglich ist, hängt wie immer vom Einsatzzweck ab. Als Personentransporter ist er kaum geeignet. Zwar finden auf der Rückbank zwei Erwachsene ganz gut Platz, aber ihr Ein- und Ausstieg ist schwierig. Und mehr als zwei Türen gibt´s nicht. Mit dem Kofferraum ist es auch nicht weit her. Nur 251 Liter, also viel weniger als beim Golf. Mit umgeklappten Rücksitzen sind´s immerhin knapp 900 Liter. Aber die gläserne Heckklappe gibt nur eine enge und schmale Öffnung frei und beim Einladen muss man sich weit vorbeugen. Warum der C30 im Fuhrpark dennoch eine gute Figur abgeben könnte, hängt mit seinen Sparkünsten in Sachen Verbrauch zusammen, wenn er als 1,6 D Drive Start/Stop bestellt wurde. Mit „Drive“ bezeichnet Volvo alle Modelle, die mit Leichtlaufreifen auf aerodynamisch geformten Leichtmetallrädern, Leichtlauföl, Schaltanzeige, längerer Getriebeübersetzung und einem auf Sparsamkeit programmierten Motormanagement fahren. Außerdem haben sie Windabweiser an den Vorderrädern, tiefer gelegte Karosserien und im Falle des C30 noch einen verkleideten Unterboden mit Heckdiffusor, einen Dachspoiler und eine besondere Kühlluftführung. Ergänzen lässt sich „Drive“ durch eine Start-Stopp-Automatik, die eine Bremsenergierückgewinnung und eine Zusatzbatterie enthält. Die Bremsenergierückgewinnung wird zum Aufladen der Batterie genutzt, sobald der Fahrer bei eingelegtem Gang auf die Bremse tritt. Die Zusatzbatterie soll die Hauptbatterie entlasten, wenn man zum Beispiel mit stehenden Motor vor einer roten Ampel wartet und diverse Stromverbraucher wie Klimaanlage und Sitzheizung eingeschaltet hat. Die Zusatzbatterie ist schon deswegen wichtig, weil zu „Drive“ auch ein Beschlagsensor und eine elektrische Zusatzheizung gehören. Dank der diversen Sparhilfen soll der 1,6 Liter-Diesel mit 109 PS im Schnitt lediglich 3,8 Liter/100 km verbrauchen und nicht mehr als 99 g/km CO2 ausstoßen. Sein Preis: 19.160 Euro. Die 3,8 Liter sind freilich so etwas wie ein Laborwert und in der Praxis wohl nur schwer zu erreichen. Bei unserer Testfahrt über 40 Kilometer zeigte der Bordcomputer 5,1 Liter/100 km an. Aber immerhin ist damit klar: Ein Säufer ist das Auto nicht. Wir haben uns aber gefragt, wieso er nur fünf Gänge im Getriebe hat. Und reichen die 109 PS aus, um seiner sportlichen Hülle gerecht zu werden? Wir meinen ja – bei 190 km/h Spitze. Dass einem beim Ampelstart die meisten Golfs die Rücklichter zeigen, muss man allerdings in Kauf nehmen. Bis 100 km/h braucht er 11,3 Sekunden. Neu im C30-Programm ist auch der 2.0 F mit 145 PS, der wahlweise mit Superbenzin oder Bio-Ethanol betrieben werden kann. Und für Gewerbekunden, die ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, bietet Volvo jetzt die Möglichkeit einer freiwilligen Alkoholkontrolle an. Für 714 Euro und etwa 40 bis 75 Euro Einbaukosten können der C30 und die meisten anderen Volvo-Modelle mit Alcoguard ausgerüstetet werden, einem Gerät von der Größe eines Brillenetuis, das den Atem analysiert und bei einem bestimmten Grenzwert den Motor nicht anspringen lässt. Der Grenzwert kann zwischen 0,3 und 0,8 Promille gewählt werden.

Datum

12. Februar 2010
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