Hyundai i30 14 Bilder Zoom

Kaufberatung Hyundai i30 Kombi: Ausgewogener Korea-Kombi

Bereits ab knapp über 14.000 Euro ist der Hyundai i30 Kombi zu bekommen. Der Modellcheck klärt, welche Version des kompakten Koreaners sich als Firmenwagen empfiehlt und wie gut die Baureihe wirklich ist.

Heidelberg und Hofbräuhaus, Bach und Beethoven, Schnitzel und Schweinshaxe – Koreaner lieben Deutschland, pünktliche Züge und Autos, solide wie Trutzburgen. Na ja, die fahrplanmäßigen Züge sind bei uns längst abgefahren, und dass in anderen Ländern mittlerweile auch hervorragende Autos gebaut werden, hat sich selbst nach Asien herumgesprochen.

Trotzdem entwirft der koreanische Weltkonzern Hyundai seit einigen Jahren die Modelle für den europäischen Markt in Rüsselsheim, damit sie auch dem Qualitätsanspruch deutscher Kunden gerecht werden. Unter anderem den kompakten, als Drei- und Fünftürer sowie als Kombi erhältlichen i30. Die Liebe zum Teutonen geht zwar noch nicht so weit, dass der 2012 eingeführte i30 seinen Fahrer freudig mit der Ode an den Götterfunken begrüßt. Doch zumindest eine synthetische Fanfare lässt der kompakte Koreaner erklingen, sobald sich seine Türe öffnet.

Auch beim Aussteigen ist der Fortschritt hörbar. Warf man vor zehn, vielleicht auch noch vor fünf Jahren die Tür eines Hyundai etwas heftiger zu, so antwortete die Karosserie mit einem verärgert pappigen "Klonk". Bei dem i30 fällt die Tür nun fast so satt ins Schloss wie der Tresor der Deutschen Bank.

Weder schnick noch schnack - der i30 Kombi ist einfach ein grundsolides Auto

Inzwischen ist die zweite Generation des Golf-Gegners als Firmenwagen etabliert und stellt gut ein Fünftel aller verkauften Hyundai. Im Frühjahr bekam sie die erste Modellpflege und rollt nun mit neuer Front, überarbeiteten Motoren und Start-Stopp-System auf die Firmenparkplätze. Unnötigen Schnickschnack und trendigen Tand darf der Käufer nicht erwarten. Der i30 will weder als sportliche Konkurrenz zum VW Golf noch als Hochglanz-Alternative zu einem Audi A3 antreten. Er richtet sich an Fahrer, die für ihr sauer verdientes Geld viel Auto verlangen und dem Finanzamt bei der Ein-Prozent-Versteuerung möglichst wenig in den Rachen werfen wollen.

Ärmlich geht es trotzdem nicht zu. Der i30 ist sauber verarbeitet, nichts knarzt oder knackt. Den Fahrer erwarten in kühlem Blau leuchtende Schalter und Instrumente, ein sauber aufgeräumtes Cockpit und eine praxisgerechte Einrichtung. Das gilt für alle drei Karosserieversionen. Wer viel transportieren will, kommt um den Kombi nicht herum. Alle anderen wählen den 18 Zentimeter kürzeren Fünftürer, der abgesehen vom Kofferraum gleich viel Platz bietet.

Zwei Türen weniger und schwupp wird aus der Limousine ein Coupé, zumindest vom offiziellen Namen. Denn der Dreitürer duckt sich weder nied­riger auf die Straße, noch hätte er abgesehen von den 17 Zentimeter breiteren Türen andere Designelemente, die ihn zu einem Coupé adeln würden. Als Firmenwagen bleibt er der Exot in der i30-Baureihe.

Innenraum: viel Platz für die Passa­giere und fürs Gepäck

Wir aber widmen uns dem 4,48 Meter langen Kombi. Obwohl der i30 acht Zentimeter kürzer ist als Ford Focus Turnier, Renault Mégane Grandtour oder ­Toyota Auris Touring Sports, passt ordentlich was rein ins Heck (528-1.642 l). Außerdem lässt er sich dank großer Öffnung und glatter Seitenwände gut beladen. Um eine ebene Ladefläche zu bekommen, muss man nur mit einem Handgriff die Sitzpolster der Rückbank hochstellen und dann die Lehne vorklappen. Außerdem befindet sich im Ladeboden ein weiteres geräumiges Fach. Allerdings ist die dann nach oben weisende Rückseite der Lehne mit hartem Kunststoff und nicht mit einem rutschhemmenden Teppich bezogen. Nicht gesichertes Ladegut wandert so in jeder Kurve hin und her. Auch muss man damit leben, dass sich die Lehne nicht vom Heck aus entriegeln lässt. Und in dem großen Fach im Boden des Kofferraums ist Platz für das Trennnetz, aber nicht für das Rollo vorgesehen.

Damit kann man leben, zumal Fahrer und Beifahrer sowie die hinteren Passagiere kommod untergebracht sind. Die bequemen Sitze bieten genügend Seitenhalt und sind großzügig dimensioniert. Da sich das auf Wunsch beheizbare Lenkrad ausreichend weit in Höhe und Reichweite einstellen lässt, sollte jeder Fahrer die passende Position finden. Auf der Rückbank wird es bei weit nach hinten geschobenen Vordersitzen zwar etwas eng für die Knie, insgesamt geht das Raumangebot aber in Ordnung.

Sinn fürs Praktische zeigen die Designer bei der Gestaltung des Innenraums. Ablagen finden sich überall, beispielsweise in Form eines großen Fachs unter der verschiebbaren Armlehne zwischen den Vordersitzen. Die USB- und AUX-Anschlüsse sitzen gut zugänglich in der Mittelkonsole vor dem Schalthebel, zusammen mit gleich zwei Zwölf-Volt-Steckdosen. So kann man gleichzeitig Musik vom Handy abspielen, den Laptop aufladen und eine Kühlbox anschließen. Wobei das nicht unbedingt nötig wäre, denn ab der mittleren Ausstattung Trend kühlt die Klimaanlage das Handschuhfach.

Ausstattung: fünf Versionen, aber ­keine Sonderwünsche

Davon darf der Käufer der Basisausstattung namens i30 nicht einmal träumen. Sie ist nur für den 99-PS-Benziner erhältlich. Für 14.227 Euro bekommt der Käufer abgesehen von CD-Radio, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern und sieben Airbags nur das Nötigste.

Knapp 1.100 Euro mehr kostet der kleine Benziner als i30 Classic. Die Ausstattung ist gleichzeitig die Basis für den schwächeren der beiden Diesel mit 110 PS. Dafür gibt’s als wichtigstes Beiwerk die Klimaanlage. Dass der Wagen nicht mehr über einen Dreh am Schlüssel, sondern per Knopfdruck gestartet wird oder der Bordcomputer seine Infos auf einem hochauflösenden TFT-Display anzeigt, sind eher Marginalien. Wichtiger für den Fahrer ist die Tatsache, dass er einige Extras wie das Schiebedach oder Xenon-Lampen erst ab dem zweiten Niveau dazubuchen kann.

Wie so oft liegt das Gute in der Mitte. In diesem Fall ist es die Ausstattung Trend, in der die beiden stärkeren Motoren vorfahren. Dann sorgen Klimaanlage sowie beheiz- und in der Höhe verstellbare Sitze für ein Wohlfühlambiente. Das Handy dockt per Bluetooth an und der Fuhrparkleiter kann beruhigt sein, dass die Fracht im Kofferraum zumindest durch Trennnetz und Rollo gesichert reist. Die beiden teureren Varianten ­Style oder gar Premium gehören eher zur Kür, die man sich leisten kann, aber nicht muss.

Sonderwünsche bedient Hyundai nur abhängig von den Ausstattungslinien. So gibt es Xenon-Lampen erst ab Style und den praktischen Einparkassistenten nur für die Premium-Version. Die Extras sind sowieso schnell abgehakt: Fahrassistenten wie Totwinkelwarner oder City-Notbremse? Gibt es nicht. Ebenso wenig unterschiedliche Fahrwerke, größere Räder oder andere Gimmicks.

Mit dem Facelift bekam der i30 einen besseren Diesel

Dazu passt die Motorenpalette. Abgesehen von dem nicht im Kombi angebotenen Turbo-Benziner (186 PS) bewegt sie sich im meistgekauften Brot-und-Butter-Spektrum zwischen knapp 100 und 140 PS. Vielfahrer können bedenkenlos zum Diesel greifen. Der 1.6 CRDi wurde eben erst überarbeitet und schafft nun Euro 6. Die quicklebendige 136-PS-Variante hängt gut am Gas und lässt sich mit einem 6er-Verbrauch fahren. Nur bei höheren Drehzahlen knurrt sie unwillig. Der neue Ableger mit 110 PS löst den bisherigen 1.5 CRDi ab und dürfte ebenfalls agiler voranschreiten.

Bei den Kosten sollten den Flottenmanager keine böse Überraschungen erwarten, schon wegen der fünf Jahre Garantie, die Hyundai auch gewerblichen Käufern gibt. Dazu gibt’s fünf kostenlose Sicherheitschecks, die aber keine Inspektion ersetzen. Außerdem wurden die Wartungsintervalle der Diesel auf 30.000 Kilometer verlängert. Aber wer weniger fährt, muss trotzdem jährlich zur Inspektion. Deshalb liegen die Werkstattkosten etwas höher als bei der Konkurrenz. Günstige Versicherungseinstufungen und relativ geringer Wertverlust gleichen dies wieder aus. Da lassen die  Koreaner nichts anbrennen – typisch deutsch, könnte man meinen.

Positiv

Gute Ausstattung, solide Verarbeitung, übersichtliches Cockpit, bequeme Sitze, einfache Bedienung, viel Platz, großer und ebener Kofferraum mit Trennnetz und Fach im Boden, große Kofferraumöffnung, sicheres Fahrverhalten, komfortables Fahrwerk, kräftiger und sparsamer Motor, relativ wertstabil, fünf Jahre Garantie unterschiedliche Fahrwerke, größere Räder oder andere Gimmicks.

Negativ

Unübersichtliche Karosserie, ruckelige Start-Stopp-Automatik, etwas schwammige Lenkung, kurze Wartungsintervalle, relativ hohe Wartungskosten, wenig Individuali- sierungsmöglichkeiten, die meisten Extras nur im Paket und nur an Ausstattungslinien gekoppelt erhältlich, keine Fahrassistenzsysteme, Navi ohne Online-Anbindung,

Autor

Foto

Hyundai

Datum

24. Juli 2015
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres