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Modellcheck VW Golf Sportsvan: Sie haben die Wahl

Mit seinem flexiblen Raumkonzept und vielen cleveren Detaillösungen will der VW Golf Sportsvan als Dienstwagen auf sich aufmerksam machen. Im Modellcheck geben wir Auskunft, welche Trümpfe der Wolfsburger in der Hand hält.

Sein Vorgänger, der VW Golf Plus, war hierzulande mit rund 500.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller, dennoch entschied man sich in der Wolfsburger Konzern-zentrale beim Nachfolger für einen Kurswechsel. Mehr optischer Schwung lautete die Devise beim Golf Sportsvan. Weg vom biederen ­Senioren-Image des Hochdachmodells. Das hausbackene Ansehen seines angestaubten Vorgängers bügelt der Sportsvan mit mehr Prestige einfach glatt, dabei ist der Crossover flacher und länger geworden. Ohne Frage, stilistisch wie funktionell beschreitet er neue Wege.

Der Sportsvan soll jene Außendienstler ansprechen, die auf kompakte Abmessungen nicht verzichten wollen, aber viel Platz und ein variables Innenraumkonzept suchen. Preislich haben ihn die Wolfsburger innerhalb der Golf-Familie scharf kalkuliert. Mit wirtschaft-lichem 1,6-Liter-TDI-Bluemotion und 110 PS beginnt er bei netto 20.630 Euro. Damit ist der Sportsvan gerade einmal 168 Euro teurer als der Golf Variant mit gleich starkem Motor. Wesentlich größer wird der Unterschied gegenüber dem kastenförmigen Van Touran. Der Preisvorteil liegt beim Sportsvan bei satten 1.492 Euro. Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil: Der Touran ist zwar mit hubraumgleichem TDI unterwegs, verfügt aber nur über 105 PS und muss ohne die spritsparende Bluemotion-Technik auskommen.

Innerhalb der Golf-Familie ist der Sportsvan preislich scharf kalkuliert

den Startlöchern und wird mit modernen Motoren im September 2015 erwartet. Er soll größer und geräumiger werden.

Aber zurück zum Sportsvan, der mit 4,43 Metern gerade mal eine Handbreite länger als ein regulärer Golf VII ist. Die erhöhte Sitzposition im Sportsvan sorgt für einen bequemen Ein- und Ausstieg und gebührend Bewegungsfreiheit über den Köpfen. Dank groß- flächiger Ver­glasung nebst schmaler Dachsäulen ist die Rundumsicht bestens und der lange Radstand von knapp 2,69 Metern bringt vor allem viel Platz im Fond.

Das Gepäckraumvolumen beträgt beim Sportsvan 500 bis 1.520 Liter. Da passt ordentlich was rein. Klar, Dienstwagenfahrer mit richtig hohem Transportaufkommen werden jetzt bekritteln, dass der Touran mit fünfsitziger Bestuhlung mit 796 bis 1.989 Litern wesentlich mehr schluckt. Recht haben sie, aber das Ladevolumen des Sportsvan dürfte wohl die meisten Außendienstlerbelange befrie­digen. Für alle anderen gibt es ja weiterhin den praktischeren Van.

Besonders langes Ladegut stellt aber auch den Sportsvan vor kein Problem, denn eine umklappbare Beifahrersitz­lehne gibt es ebenfalls. Sie kostet netto 79 Euro, sofern nicht die ­Einstiegsversion Trendline geordert wird, denn für das ­Basismodell ist sie nicht lieferbar.

Durchdachte Detaillösungen

Der Gepäckraumboden ist ab Werk höhenverstellbar und dank seiner verschiebbaren Rückbank gibt es entweder mehr Stauraum oder hinten mehr Kniefreiheit. Selbst der Rolle eines Transporters wird er gerecht. Die im Verhältnis 60 : 40 : 60 dreigeteilten Lehnen lassen sich über Schlaufen vom Gepäckabteil umlegen und für 92 Euro stehen neben einem Gepäcknetz auch eine Wende­matte sowie Staufächer in der Reserveradmulde bereit.

Zahlreiche sowie groß dimensionierte Ablagen bietet der Sportsvan mehr als genug. Sie sind generell immer an Bord, egal ob man sich nun für die Ausstattungslinie Trendline, Comfortline oder Highline entscheidet. Das Cockpit ist, wie von VW gewohnt, funktionell und einfach bedienbar.

Viele gute Dinge lässt sich Volks­wagen aber extra bezahlen und das zu einem nicht gerade geringen Preis. Sollte das Firmenbudget dennoch mitspielen, ­gehört das Fahrerassistenz- paket für 2.063 Euro auf jeden Fall mit auf die ­Bestellliste. Es umfasst neben dem
Abstandsradar ACC den Blind Spot ­Sensor Plus. Dieser erkennt beim Rückwärts-ausparken sich annähernde Fahrzeuge und leitet gegebenenfalls eine Notbremsung ein.

Im Paket enthalten sind unter anderem auch ein Fernlichtassistent, ein Spurhalter sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. In Sachen Multimedia bietet der VW jede Menge Lösungen. Online-Navigation via Google oder etwa die aktuellsten Internetver­kehrsinformationen direkt ins Fahrzeug abrufen? Mit »Car-Net« für 86 ­Euro kein Problem. UMTS, Bluetooth-Audio oder WLAN-Hotspot? Gibt’s für den Spotsvan ebenso. Und wird die Mobilfunk-Schnittstelle mit der Bezeichnung »Premium« für 399 Euro hinzugewählt, steht ein Internetzugang für bis zu sieben Endgeräte bereit.

Darüber hinaus kann sich der Fahrer eingehende Nachrichten oder E-Mails vorlesen lassen, während der Kollege nebenan die neuesten Firmeninformationen über den Tablet-PC oder das Laptop downloaded. Klingt alles sehr bequem, ist aber nicht ganz günstig, da als Grundvoraussetzung immer das Navigationssystem Discover Pro (2.290 Euro) mitbestellt werden muss. Macht summa summarum 2.775 Euro. Zugegeben, richtig viel Geld. Aber damit wird der Sportsvan zum rollenden Büro. Sollte anschließend das Budget immer noch nicht erschöpft sein, schlagen wir noch einen weiteren Tipp vor: Mit der klanggewaltigen, 400 Watt starken Soundanlage von Dynaudio für 588 Euro kommen nicht nur Musikliebhaber auf ihre Kosten.

Mageres Diesel-Angebot

Mit vier TSI-Motoren (85 bis 150 PS) ist die Vielfalt bei den Benzinern groß. Wesentlich übersichtlicher sieht es bei der aktuellen Selbstzünder-Fraktion aus. Hier stehen mit dem 1,6-Liter-TDI (110 PS) sowie dem Zwei-Liter-TDI mit 150 PS nur zwei Aggregate zur Wahl.

Den Topdiesel werden Außendienstler mögen. Er ist lebhaft sowie durchzugsstark und läuft kultiviert. In Verbindung mit dem gut abgestuften DSG-Getriebe für 1.576 Euro ist der Sportsvan eine ­gute Wahl und mit einem Testverbrauch von 5,8 Litern auf unserer Normrunde erweist er sich als genügsam. Empfehlenswert ist auch das adaptive Fahrwerk DCC Plus (853 Euro). Es lässt den Sportsvan entweder komfortabel über Uneben­heiten gleiten oder agil um die Kurven wetzen. Ein Knopfdruck genügt.

Bei den laufenden Kosten erweist sich der Wolfsburger als gar nicht so günstig, wie man es eigentlich von einem VW erwartet. Im Vergleich zu einem Ford C-Max ist der Wolfsburger mit Zwei-Liter-TDI nicht nur deutlich teurer in der Anschaffung, sein nomineller Wertverlust ist ebenfalls um einiges höher. Auch im restlichen Unterhalt schneidet der sportlich anmutende VW-Van schlechter ab als sein Kölner Mitbewerber. Bei den Wartungs- und Verschleißkosten (Seite 58) liegt er bei dreijähriger Nutzung sogar deutlich höher als ein vergleichbarer Peugeot 3008. Da soll noch einer über die "ach so teuren Franzosen" meckern. Nur die Mercedes B-Klasse liegt in Disziplinen höher – was aber auch wirklich keine Überraschung ist. Dafür glänzt der Stuttgarter genauso wie der Wolfsburger mit einem sauberen Motor nach Euro-6-Norm.

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

24. März 2015
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