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Neuer Honda Jazz:

Bis die dritte Generation des Honda Jazz nach Deutschland kommt, wird es zwar noch 18 Monate dauern. Doch eine erste Ausfahrt mit seinem japanischen Zwilling Fit zeigt: Das Warten könnte sich lohnen.

Katsushi Inoue hat schon bessere Zeiten gesehen. Denn der Chef von Honda Deutschland steht vor einer gewaltigen Durststrecke. Ein paar aktualisierte Motoren und die lang ersehnte Kombi-Variante des Civic – das ist alles, was er im nächsten Jahr als Neuheit feiern kann. Dass er trotzdem noch ein Lächeln auf den Lippen hat, liegt am Weitblick, der den Japanern eigen ist. Schließlich beginnt 2015 eine Produktoffensive, wie sie Honda schon lange nicht mehr erlebt hat. Sie bringt nicht nur das überfällige Comeback von Spaßmodellen wie dem Civic Type R für den Breiten- und dem NSX für den Leistungssport. 2015 ist auch das Jahr des neuen Jazz, der im deutschen Honda-Portfolio aktuell die erste Geige spielt.

Während Inoue händeringend auf das kleine Raumwunder wartet, ist die Neuauflage in Japan unter dem Namen Fit schon seit ein paar Monaten auf dem Markt – und ausgesprochen erfolgreich. Denn gegenüber dem Vorgänger hat der Wagen nicht nur im Radstand um ein paar Zentimeter zugelegt und ist damit noch geräumiger geworden. Vor allem sieht er jetzt besser aus: "Wir wollten weg vom Van", sagt Designer Toshinobu Minami und lenkt den Blick auf die markante Motorhaube mit dem neuen Firmengesicht, die etwas knackigeren Hüften und das breite Heck, das in natura besser aussieht als auf den Fotos.

Außen hui, innen nicht viel Neues

Außen wirkt der jetzt 3,96 Meter lange Jazz tatsächlich frisch und neu. Doch innen ist der Wagen ganz der alte geblieben. Das gilt im Guten für das imposante Platzangebot mit rund 400 Litern Kofferraum (mehr als beim VW Golf), die niedrige Ladekante und die variable Rückbank mit ihren "Magic Seats", die man mit einem Handgriff aufstellen und dann im Fond sogar ein Fahrrad transportieren kann. Und das gilt im Schlechten für das Ambiente. Die Kunststoffe machen jetzt zwar einen wertigeren Eindruck, es gibt ein paar Chromrähmchen und in der Mittelkonsole prangt eine Art Touchscreen für die Klimasteuerung. Doch die Instrumente sehen mit ihren grauen Grafiken und pixeligen Anzeigen noch immer aus wie in jenen Zeiten, als Tamagochis der letzte Schrei waren.

Dabei können es die Japaner auch anders. Denn wer in die Hybrid-Version des Jazz wechselt, der schaut auf brillante Bildschirme mit gestochen scharfen Animationen und einen Tacho, der sich wirklich sehen lassen kann. Selbst der Schaltstummel war den Designern ein bisschen Mühe wert und erinnert jetzt an den Schubregler aus einem Raumschiff.

Hybrid wirkt vielversprechend

Überhaupt ist der Hybrid diesmal wahrscheinlich die beste Motorisierung. Nicht umsonst hat Honda die alte IMA-Technik ausgemustert und einen sehr viel harmonischeren Triebstrang eingebaut. Der Benziner hat jetzt 1,5 Liter Hubraum und 81 kW/110 PS, der 30 PS starke E-Motor ist ins Getriebe integriert und statt der nervigen CVT-Automatik mit ihrem Kettensägen-Effekt gibt es jetzt eine siebenstufige Doppelkupplung, die ihre Sache sehr viel besser macht.

Ernsthafte Daten zu Fahrleistungen und Verbrauch gibt es noch nicht. Doch bei der ersten Testfahrt wirkt der Hybrid deutlich freudvoller und lange nicht so träge. Und im ziemlich realtitätsfremden Verbrauchszyklus der japanischen Behörden soll er mit 3,2 Litern zufrieden sein. Was davon in Europa übrig bleibt, wird man 2015 sehen, räumen die Entwickler ein. Doch so viel ist schon jetzt amtlich, sagen die Techniker stolz: "Kein anderer Verbrenner auf dem japanischen Markt ist sparsamer."

Neue Benziner

Aber nicht nur der Hybrid ist neu. Auch die beiden Benziner wurden ausgetauscht. Im Topmodell fährt deshalb der 1,5-Liter ohne E-Motor, der dann auf 97 kW/132 PS und 155 Nm kommt. Und den Einstieg markiert ein 1,3-Liter mit 74 kW/100 PS und 119 Nm. Für Europa soll es obendrein auch den 1,6-Liter-Diesel mit 88 kW/120 PS geben, der im Sommer im CR-V seinen Einstand gegeben hat.

Zwar sieht Deutschlandchef Inoue mit Autos wie dem Jazz Licht am Ende des Tunnels. Doch seinen Neid auf die japanischen Kollegen, bei denen die dritte Generation schon in den Läden steht, kann er nicht verhehlen. "Wir tun alles, um die Markteinführung zu beschleunigen", sagt Imoue: "Je früher das Auto in den Handel kommt, desto besser."

Autor

Foto

Honda

Datum

20. November 2013
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