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Renault Clio Grandtour: Geschmackvoller, gallischer Kofferträger

Renault baut beim Clio die Modellpalette weiter aus. Der Kombi Grandtour zielt besonders auf den Flottenmarkt.

Hübsch verpackt und mit einem guten Raumangebot ist der Franzose ein variabler Verwandlungskünstler. Etwas billiger geworden ist er auch.


Kleine Kombis sind schon eine seltene Spezies: Seat hat den sportlichen Ibiza ST, Skoda den geräumigen Fabia Combi, Mini den noblen Clubman und Renaults neuer Lastenträger, der Clio Grandtour ist ein ganz schicker geworden. Dessen ungeachtet startet der Franzose in einem rar besetzten Segment, welches VW beispielsweise mit dem Polo Variant längst aufgegeben hat. Folglich muss er umso mehr eigene Akzente setzen.

Der Gallier will kein Handwerker-Kombi sein

Rein optisch ist das schon mal gelungen. Richtig hübsch steht er da. Den Clio Grandtour verunstaltet kein schnurgerades wie mit der Handkante geschlagenes, kastenförmiges Hinterteil. Am Heck trägt er vielmehr wohlproportionierte, weiche Rundungen und wirkt dadurch eher wie ein Shooting Brake als ein Raumriese.

Ebenso wenig weisen der kurze Überhang und die hoch ansteigende Gürtellinie auf geräumige Eigenschaften hin. Aber weit gefehlt, wer erst einmal die Heckklappe des kleinen Beau öffnet, wird positiv überrascht. Im Laderraum kann man 443 Liter Gepäck unterbringen und werden die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen umgelegt, nimmt er 1.380 Liter mit. Das sind 100 Liter mehr als beim alten. Die Zuladung ist mit 505 bis 515 Kilo großzügig bemessen, für langes Transportgut bis 2,43 Meter kann ab der Version Dynamique zudem die Beifahrerlehne vorgeklappt werden.

Das neue Multimedia-System R-Link wartet mit einigen Überraschungen auf
Dass der 4,27 Meter lange Kleintransporter hauptsächlich auf eine junge Kundschaft abzielt, beweist der peppig gestaltete Innenraum. Wie beim fünftürigen Clio verzieren im Grandtour breitflächige Dekorelemente in kräftigem Rot oder Blau das Cockpit und die Türverkleidungen. Alternativ ist auch eine Klavierlack-Optik erhältlich.

Die Mittelkonsole mit neuen Multimediasystem R-Link, das der Grandtour zum ersten Mal präsentiert, dient nicht nur der Information, sondern kommt einer Gamer-Konsole schon recht nah. Abgesehen vom verfügbaren Online-Zugang und einer Navi-Routenführung, besteht die Möglichkeit über den hauseigenen App-Store „My Renault“ spezielle Programme herunterzuladen. So kann man sich E-Mails über die Sprachsteuerung vorlesen lassen, oder Börsenkurse und die neuesten Nachrichten checken. Teilweise kostenlos, teilweise kostenpflichtig.

Verrückte Dinge befinden sich auch darunter, wie eine Motor-App, die den Sound eines Rennwagens, Oldtimers oder sogar eines spacigen Raumschiffs analog zur Gaspedalstellung klanglich nachahmt. Also die Audioanlage aufdrehen und einfach Mal hinhören. Beschleunigt der Grandtour unter bollernder, synthetischer Klanguntermalung, hört sich das anfangs für die Ohren ziemlich ungewohnt an – zumal wir nur mit dem 90 PS-Turbodiesel unterwegs sind. Auf jeden Fall ist es aber eine humorvolle Idee und sorgt für Erheiterung unter den Insassen.

Der kraftvolle Selbstzünder mit Start-Stopp ist übrigens eine Empfehlung. Er beschleunigt den 1,2 Tonnen schweren Gallier richtig flott und genehmigte sich auf unserer Proberunde im Schnitt akzeptable 5,4 Liter (Werksangabe: 4,5 Liter, 105 Gramm CO2). Schade nur, dass der Franzose auf ein Sechsganggetriebe verzichtet. Sonst wäre noch mehr drin gewesen.


Die weiteren Motoren, ein kleinerer 75 PS dCi sowie zwei Benziner mit 74 PS und natürlich der moderne Einliter-Dreizylinder TCe mit 90 PS werkeln auch im normalen Clio. Im Sommer wird das Angebot noch um eine weitere Dreizylinder-Ausbaustufe und 120 PS erweitert, die ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe EDC angeboten wird.

Der Kombi federt noch verbindlicher als der Fünftürer

Gegenüber dem fünftürigen Clio ist der straffere Grandtour gut 840 Euro teuerer: Der kleine Benziner beginnt bei 11.597 Euro, für den gleichstarken Selbstzünder verlangt Renault 1.764 Euro mehr. Gegenüber dem alten Modell ist der Kombi allerdings um 330 Euro günstiger geworden. Gleichzeitig hat sich die Ausstattung mit unter anderem höhen- und weitenverstellbarem Lenkrad, schlüssellosem Zugangssystem sowie LED-Tagfahrlicht verbessert.

Der schicke Clio Grandtour ist sauber verarbeitet und erfüllt mit seinem 90 PS starken Turbodiesel die Ansprüche an einen kleinen Firmenkombi. Witzigerweise heißt er in seiner französischen Heimat nur schlicht Estate (Kombi). Scheinbar haben die Gallier nun den Anglizismus lieb gewonnen.

 

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Datum

1. März 2013
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