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VW Touran TSI Ecofuel: So schlägt sich der Erdgas-Touran

Der VW Touran mit Erdgasantrieb senkt Flottenemissionswerte und Spritkosten. Doch reicht das CNG-Tankstellennetz für den Alltagsbetrieb aus? Und ab wann lohnt sich der 3.000 Euro teure Aufpreis für den bivalenten Antrieb überhaupt? Wir haben den Erdgas-Touran getestet.

Wie soll es auch anders sein: VW stellt uns einen Touran mit Erdgasantrieb zum Testen bereit und die CNG-Tankstelle um die Ecke streikt. Ärgerlich, da es bislang deutschlandweit nur 900 Tankstellen gibt, die Erdgas anbieten. Das Navigationssystem zeigt uns aber zum Glück alle Erdgastankstellen in der Umgebung an. Ein Fingerdruck auf den 6,5 Zoll großen Touchscreen reicht und das Menü spuckt den kürzesten Weg zum nächsten CNG-Zapfhahn aus. In unserem Fall: 15 Kilometer durch die City von Stuttgart, Fahrtzeit laut Navi: 22 Minuten.

Deutlich geringerer Verbrauch macht den Umweg wett

Das Nachtanken läuft dabei genauso leicht von der Hand wie beim normalen Verbrenner: Erst die Pistole fest auf den Stutzen drücken, den Hebel umlegen und auf Start drücken. Spätestens als uns der Tankwart den Kassenbon in die Hand drückt, ist der kleine Umweg schon fast wieder vergessen. 4,9 Kilogramm CNG braucht unser Touran TSI Ecofuel mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf 100 Kilometer im Test. Beim aktuellen Erdgaspreis von 0,95 Euro netto im Süden Deutschlands kann der von Flotten am häufigsten gewählte Zweiliter-Diesel (5,7 Liter pro 100 Kilometer mit Sechsgang-DSG) nicht mithalten.

Und auch bei den CO2-Emissionen hält sich die CNG-Variante vornehm zurück. Mit lediglich 125 Gramm pro Kilometer liegt der Erdgas-Touran in der Effizienz-Klasse A. Das schafft nur der 2.0 TDI mit Sechsgang-Schaltung. Stickoxide und Kohlenmonoxide stößt der Öko-Touran ebenfalls weniger in die Luft. Ein klarer Vorteil hat der Diesel dennoch. Mit Reichweiten von über 1.000 Kilometern können wir im CNG-Touran nur träumen.

400 Kilometer Reichweite mit Erdgas

Vollgetankt fährt uns der Van mit seinen vier am Unterboden angebrachten Stahltanks (24 Kilogramm) bis zu 400 Kilometer weit. Zumindest, wenn man mit fünf Sitzen auskommt. Großfamilien können im Siebensitzer aufgrund der dritten Bank höchstens 18 Kilo Erdgas mit auf den Weg nehmen – die Reichweite schrumpft dementsprechend um ein paar Kilometer. Die beiden Zusatzsitze müssen also gut überlegt sein, zumal nur Kinder mit bis zu 35 Kilo Platz nehmen dürfen.

Als Reserve schleppt der Touran einen elf Liter großen Benzintank mit sich, der nochmals bis zu 150 Kilometer bringt. In unserem Test mussten wir den aber nur in einer Ausnahmesituation in Anspruch nehmen. Das Anzapfen des Benzinkanisters ist für den Alltag eh nicht zu empfehlen. Aufgrund des Mehrgewichts von 100 Kilo für den Gastank braucht der Familienvan 7,2 Liter Super auf 100 Kilometer.

Ab 60.000 Kilometer Laufzeit lohnt sich der Erdgas Touran

Der Umbau des TSI-Motors erfordert einige Modifikationen. Ventile, Kolbenringe und Kolben wurden aufgrund höherer Drücke verstärkt und gehärtet. Weitere Maßnahmen: Spezielle Gas-Einblasdüsen  im Saugrohr und ein kleinerer Turbolader.

Trotz der Anpassungen bekommt der TSI Ecofuel seine kleine Anfahrschwäche nur schwer in den Griff. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe versucht das Turboloch mit einem kurz übersetzten ersten Gang auszugleichen. Wer beim Ampelstart allerdings zu beherzt aufs Gas tritt, saust so zügig davon, dass die Traktionskontrolle den Touran wieder einfängt. Einmal in Schwung, fährt sich der CNG-Touran aber so flüssig wie ein Benziner.
Viel deutlicher zu spüren, bekommen Dienstwagennutzer den Aufpreis für den bivalenten Vortrieb. 24.075 Euro kostet der VW Touran Ecofuel mit Sechsgang-Schaltung.

Den 1.4 TSI ohne Erdgasantrieb gibt es bereits für 20.987 Euro – ein Preisunterschied von über 3.000 Euro. Dennoch amortisiert sich der Gasbrenner angesichts des hohen Super-Preises (aktuell: 1,38 Cent netto) schon nach rund 61.500 Kilometern. Bis sich ein finanzieller Vorteil gegenüber dem beliebten Zweiliter-Diesel einstellt, müssen fast 70.000 Kilometer auf dem Tacho stehen. Die Umwege zur nächsten Gastanke haben wir hier übrigens nicht berücksichtigt.

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26. Februar 2013
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