Auswirkungen von WLTP auf Car Policy

Fünf Tipps für Flottenmanager

TecDay Neue Messverfahren: WLTP und RDE im Fokus: Mehr Transparenz für den Kunden Foto: Daimler AG

Seit September 2018 gilt der neue Normverbrauchszyklus WLTP. Diese fünf Schritte sollten Flottenmanager jetzt beachten.

Mit dem WLTP-Verbrauchszyklus steigt der Normverbrauch und dadurch auch die Kfz-Steuer. Doch wo finden Flottenmanager die neuen Angaben? In den Hersteller-Konfiguratoren stehen auch nach dem Stichtag meist nur die NEFZ-Werte. Da einige Auslaufmodelle noch bis Anfang nächsten Jahres mit alter Zertifizierung neu zugelassen werden dürfen, müssen für die Vergleichbarkeit in allen Preislisten die alten Werte stehen. Dennoch ist es sinnvoll, im Fuhrpark bei Neuanschaffungen die WLTP-Werte im Buch zu führen. Spätestens auf dem Kaufvertrag sind diese schließlich aufgeführt. Für die Planung bei den CO2-Schranken der Car-Policies sind 20 Prozent Zuschlag gegenüber dem NEFZ-Verbrauch realistisch, auch wenn einzelne Modelle abweichen können.

Da bei WLTP alle Ausstattungsvarianten berücksichtigt werden müssen, stehen vor allem deutsche Hersteller mit ihrem Variantenreichtum mit dem Rücken zur Wand. Viele Modelle sind vorübergehend oder dauerhaft nicht erhältlich, knapp zehn Prozent der Kunden können aktuell ihr Wunsch auto nicht bestellen. Hinzu kommen viele Autofahrer, die länger auf ihren Wagen warten müssen, weil Modelle noch nicht zertifiziert sind. Vor allem Kunden des VW-Konzerns sind betroffen. Durch den Abgasskandal waren viele Prüfstände blockiert, erst im kommenden Jahr sind alle Modellreihen zertifiziert. Schneller geht es bei Importeuren wie Mazda, Honda, Hyundai oder Kia, die wenige Ausstattungsvarianten im Programm haben. Auch bei Opel und Ford kommt es kaum zu Verzögerungen.

1. Car Policy ändern

Durch WLTP steigt der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 20 Prozent, wodurch künftig manche Modelle durchs Raster fallen. Wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihre Kollegen dadurch angefressen sind, können Sie bis Jahresende mit NEFZ weiterarbeiten oder alternativ eine Übergangslösung einführen – etwa Leistungs- statt CO2-Grenzen. Ab 2019 sollten genügend Erfahrungswerte vorhanden sein, um die Car-Policy komplett auf WLTP anzupassen. Weil bei WLTP auch die Sonderausstattung den CO2-Wert beeinflusst, ist es ratsam, vorkonfigurierte Pflichtausstattungen einzuführen. Sonst konfigurieren Mitarbeiter die Autos ausschließlich nach eigenen Vorlieben.

2. Auf Lieferverzögerung reagieren

Vor allem deutsche Hersteller haben Probleme, bestellte Autos rechtzeitig zu liefern. Stellen Sie sich darauf ein und überlegen Sie sich Alternativen. Eventuell lassen sich laufende Leasingverträge verlängern oder kurzzeitig junge Gebrauchtwagen einkaufen. Auch ein Blick auf Auslaufmodelle kann lohnen, denn die müssen nicht nach WLTP geprüft werden und sind meist sofort verfügbar.

3. Kosten kontrollieren

So wirkt sich WLTP auf die Kfz-Steuer aus. Foto: firmenauto
So wirkt sich WLTP auf die Kfz-Steuer aus.

Schon seit 2009 bestimmt neben dem Hubraum auch der CO2-Ausstoß die jährlich fällige Kfz-Steuer. In der Gesamtkostenrechnung mögen 50 Euro wenig auffallen, dennoch sollten Sie die Mehrkosten in Ihrer Kalkulation berücksichtigen. Für 2019 rechnet die Uni Duisburg-Essen mit 170 Millionen Euro Steuer-Mehreinnahmen durch WLTP. Rechenbeispiele zur Veränderung der Kfz-Steuer finden Sie in nebenstehender Grafik.

4. Auf Abgasnorm achten

Die Abgasnorm hängt zwar nicht direkt mit dem neuen Verbrauchszyklus zusammen, dennoch ist sie wichtig für Ihre Dienstwagen-Strategie. Denn auch wenn derzeit nur Euro-5-Diesel und schlechtere Abgasstufen von Fahrverboten betroffen sind, weiß keiner aktuell, welche Motorisierungen die Richter in drei Jahren aus den Innenstädten verbannen. Lassen Sie also ab sofort nur noch Autos in Ihre Flotte, die Euro 6d-Temp erfüllen. Das wirkt sich im Übrigen auch positiv auf die Restwerte aus.

5. Bonus-/Malussysteme beachten

Erhalten Ihre Mitarbeiter einen Boni, wenn sie einen sparsamen Dienstwagen fahren? Dann sollten Sie das System lieber zeitnah den neuen Normwerten anpassen. Sonst droht aus dem Bonus eventuell sogar ein Malus. Unmut in der Belegschaft wäre vorprogrammiert.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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11/2018 19. Oktober 2018 Inhalt zeigen
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