Zwölf Prozent Aufschlag für neue Dienstwagen
Ab 2027 wird es dort für Arbeitgeber teurer, Beschäftigten einen neuen Dienstwagen mit Benzin-, Diesel- oder Hybridantrieb zu überlassen. Zwölf Prozent des Listenpreises pro Jahr werden als zusätzliche Abgabe fällig. Zahlen muss nicht der Fahrer, sondern das Unternehmen. Weiterreichen? Nicht vorgesehen. Das ist kein politischer Zeigefinger. Es ist ein Preisschild in Warnfarbe – dort angebracht, wo die Entscheidung fällt: in der Fuhrparkabteilung, beim Einkauf und in der Geschäftsführung.
TCO, Restwert, Gewohnheit: Wo die Antriebswende entschieden wird
Denn Antriebswenden werden nicht in Sonntagsreden entschieden. Sie passieren dort, wo TCO’s geprüft werden, Reichweite, Restwert, Leasingrate, Ladeaufwand und Gewohnheit gegeneinander antreten. Und Gewohnheit ist zäh. Der Diesel kennt den Weg, der Plug-in-Hybrid verspricht das Beste aus zwei Welten – und wird gern noch einmal durchgewunken. Die Niederlande stellen nun einen Schlagbaum auf: Wer weiterhin fossil abbiegt, zahlt Maut.
Zu teuer, zu viel Staat: der imaginäre deutsche Aufschrei
Man stelle sich das in Deutschland vor. Der Aufschrei wäre vermutlich schneller da als der erste Ladepunkt: zu pauschal, zu teuer, zu wenig Infrastruktur, zu viel Staat. Und ja, manches davon stimmt. Doch ein Malus baut erstmal keine Ladesäule, beschleunigt keinen Netzanschluss und macht aus einem ungeeigneten Einsatzprofil noch keinen elektrischen Musterfuhrpark.
Wer fossile Fahrzeuge verteuert, ohne die Alternative wirklich einsetzbar und nutzbar zu machen, verteilt Strafzettel auf einer Straße, die noch gar nicht fertig ist. Trotzdem hat der niederländische Ansatz einen Vorteil: Er ist klar. Wer einen Verbrenner oder Hybrid bereitstellt, muss den Aufschlag einkalkulieren - und wer E-Autos beschafft, vermeidet ihn. Das versteht jede Einkaufsabteilung schneller als eine Förderrichtlinie, deren Fußnoten länger sind als der Leasingvertrag.
Zwischen Zuckerbrot und Peitsche: Bleibt Elektromobilität alternativlos?
Natürlich muss man die Frage stellen, ob sich alles auf die Elektromobilität versteifen muss. Ob es gar keine Alternativen geben kann. Aber die Richtung sollte nicht offenbleiben. Wir diskutieren über Zuckerbrot, Peitsche und Brückentechnologien – und wundern uns, dass Fuhrparkverantwortliche weiter das bestellen, was kalkulierbar ist.
Ob der Malus die niederländischen Flotten schneller elektrifiziert, wird sich zeigen. Ein Kostenimpuls allein löst nicht alle Probleme. Aber immerhin fährt dort jemand los. Deutschland steht noch am Straßenrand, prüft die Beschilderung und fragt, ob das Navigationsgerät nicht auch technologieoffen sein müsse.







