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Foto: VW

Fahrbericht VW Tiguan Allspace

Tiguan im XXL-Format

VW legt vom Tiguan einen längeren Siebensitzer auf. Von den Abmessungen her gleicht der Tiguan Allspace dem Skoda Kodiaq, er soll aber hochwertiger sein und mehr Ausstattung bieten.

Moment mal. Gleiches Auto, nur etwas größer? Dieses Geschäftsmodell verfolgt doch schon Skoda. Die Volkswagen-Tochter klont über alle Baureihen hinweg VW-Modelle, nur fallen diese eben etwas größer aus. Auch vom neuen Tiguan hat die tschechische Marke schon einen Ableger. Bei Skoda heißt er Kodiaq. Allerdings ist der Kodiaq 4,70 Meter lang, statt der 4,49 Meter, auf die es der Tiguan bringt. Jetzt raten Sie mal wie lang der neue Tiguan Allspace ist. Richtig. 4,49 Meter plus 21 Zentimeter macht genau 4,70 Meter. VW dreht den Spieß herum und kopiert von Skoda. Allspace und Kodiaq unterscheiden sich maßgeblich durch den kleinen Preisaufschlag, den Volkswagen typischerweise für VW-Modelle verlangt. Die Tiguan-Langversion startet ab 25.189 Euro (1.4 TSI / alle Preise netto). Den gleichmotorisierte Kodiaq gibt’s knapp 600 Euro günstiger (1.4 TSI 4x4 ab 24.579 Euro), allerdings ist der dann schon mit Allrad unterwegs. Der kleine Tiguan ist rund 1.500 Euro billiger (ab 23.655 Euro).

Umfangreiche Basisausstattung

Allerdings rollt der Tiguan Allspace mit umfangreicherer Grundausstattung vom Hof, sowohl gegenüber dem Kodiaq als auch dem normalen Tiguan. So sind in der Basisversion Trendline schon Extras wie 17-Zoll-Leichtmetallräder, Klimaanlage, Spurhalteassistent oder das Lederlenkrad an Bord. Doch wer glaubt, er kaufe beim Tiguan zudem das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“, der irrt. Während VW den normalen Tiguan in Wolfsburg baut und Skoda den Kodiaq in Tschechien, wird der Allspace von den VW-Kollegen in Mexiko und China zusammengeschraubt. Das hat auch seinen Grund: Auf dem US-Markt und in China erwartet VW den größten Absatz.

Zoom VW Tiguan Allspace 2017 Foto: VW

Doch auch bei uns dürfte der Allspace mit seinen sieben Sitzplätzen gute Verkaufschancen haben. Vans sind schließlich out, auch Familien wollen jetzt SUV fahren. Allerdings ist selbst der dickste SUV für eine fünfköpfige Bande ganz schön eng – drei zankende Kids auf der Rückbank sind der elterliche Albtraum bei jeder Urlaubsfahrt. Im Allspace hingegen verteilt sich die Großfamilie auf drei Reihen. Wobei nur die kleinsten auf die beiden Plätze der dritten Bank passen. Die Sitzflächen liegen auf dem Kofferraumboden auf, die Füße angewinkelt aufstellen geht daher kaum. Die Kids auf der zweiten, asymmetrisch geteilten Bank können ihre Stühle immerhin um 18 Zentimeter in Längsrichtung verrücken, damit die Geschwister dahinter ihre Beine etwas ausstrecken können.

Sieben Sitzplätze oder bis zu 1.920 Liter Stauraum

Da im Vergleich zum normalen Tiguan auch der Radstand um elf Zentimeter zulegt, bleibt auf der Rückbank ohnehin mehr Platz für die Knie. Durch die breiteren Fondtüren steigen wir hinten leichter ein. Was allerdings nicht auf die beiden Sitze im Kofferraum zutrifft. Die Außensitze der zweiten Reihe lassen sich nicht wickeln, nur die Lehne nach vorne umlegen. Also trampeln die Kleinsten entweder mit ihren Dreckschuhen über die Sitze, oder Daddy muss sie hinten rein- und rauslupfen. Den Allspace zu beladen, geht deutlich leichter. Nach einem Fußschwenk unter der Heckschürze surrt die Kofferraumklappe elektrisch auf (348 Euro netto Aufpreis, Serie ab Highline).

Zoom VW Tiguan Allspace 2017 Foto: VW

Beim Siebensitzer passen lediglich zwei Trolleys hinten rein. Ziehen wir aber an zwei Schlaufen, fallen die beiden Lehnen der dritten Reihe vor und verschwinden komplett im Ladeboden. Nun lassen sich üppige 700 Liter Gepäck verstauen. Per seitlichem Hebelzug vom Kofferraum aus purzeln zusätzlich die Rücksitzlehnen der zweiten Reihe vor, was uns kombi-ähnliche 1.775 Liter Stauraum beschert. In der 1,92 Meter langen Ladefläche tut sich jetzt allerdings ein großer Spalt auf. Wie den normalen Tiguan gibt es den Allspace als reinen Fünfsitzer. 630 Euro netto sind dann gegenüber dem Siebensitzer gespart, das Kofferraumvolumen steigt zudem auf 760 bis 1.920 Liter.

Bei den Motoren bedient sich der Allspace logischerweise beim normalen Tiguan. Einstiegsmotorisierung ist der 150 PS starke 1.4 TSI. Darüber rangiert der 2.0 TSI mit 180 und 220 PS sowie serienmäßigem Allradantrieb und einer Siebengang-Doppelkupplung. Den Zweiliter-Diesel bietet VW mit 150, 190 und 240 PS ab 27.605 Euro an. Nur auf den kleinen Benziner mit 125 PS sowie den Diesel mit 115 PS verzichtet VW bei der Langversion. Das können wir bei dem 1,8 Tonnen schweren Dickschiff gut verschmerzen. Auf was wir allerdings nicht verzichten wöllten, ist die Rundumkamera-Technik Area View – auf dem Infotainment-Bildschirm sehen wir die Umgebung aus der Vogelperspektive. So macht uns der dickere Tiguan-Hintern auch keine Probleme mehr.

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Datum

15. Oktober 2017
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