Chinas größter Pkw-Exporteur startet im Frühjahr 2027 in Deutschland, und von vier Modellen dürfte der Tiggo 7 das wichtigste sein: Der 4,55 Meter lange Fünfsitzer tritt im weiterhin boomenden Kompakt-SUV-Segment an. Die aktuelle Generation debütierte bereits 2020 in China, wirkt aber noch nicht alt. Innen geht es aufgeräumt zu: zwei 12,3-Zoll-Bildschirme, je nach Ausstattung eine 360-Grad-Kamera und ein Sony-Audiosystem, für Klimaanlage und wichtige Funktionen gibt es weiterhin eigene Tasten. Die Materialqualität liegt über dem, was die angepeilten Preise von rund 30.000 Euro (Vollhybrid) beziehungsweise rund 35.000 Euro (Plug-in) erwarten lassen. Weniger überzeugen die Sitze mit wenig Seitenhalt und fehlender Lordosenstütze.
Elektrisch losfahren, Verbrenner kaum hörbar
Schon nach wenigen Metern fällt auf, wie unauffällig der Hybridantrieb arbeitet. Der Vollhybrid kombiniert einen 105 kW/143 PS starken 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem bis zu 150 kW/204 PS starken Elektromotor. Die Systemleistung beträgt 165 kW/224 PS bei maximal 295 Nm. Der Tiggo 7 fährt häufig elektrisch an, der Verbrenner schaltet sich weich und fast unhörbar zu; nur bei Vollgas auf der Autobahn macht sich der Vierzylinder bemerkbar. In 8,7 Sekunden geht es auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h.
Bedienung wird zur größten Schwäche
Sportliche Ambitionen entwickelt der Tiggo 7 also nicht, passend dazu das komfortabel abgestimmte Fahrwerk. Die viel zu leichtgängige Lenkung gibt dagegen kaum Rückmeldung und fühlt sich synthetisch an. Größter Schwachpunkt ist die Bedienung: Das Menü ist unnötig verschachtelt, viele Symbole sind unnötig klein, und die Sprachsteuerung versteht nur fest hinterlegte Befehle. Auch die kleine Schrift im Fahrerdisplay fällt negativ auf. Die meisten Assistenzwarnungen lassen sich zwar abschalten, allerdings nur umständlich über Untermenüs.
500 Liter Kofferraum, aber flache Heckklappe
Beim Kofferraum gibt es wenig zu kritisieren: 500 Liter passen hinter die Rückbank, bei umgelegten Lehnen sind es bis zu 1.305 Liter. Die Batterie sitzt allerdings unter dem Ladeboden, zusätzlichen Stauraum gibt es dort also nicht. Auch schwingt die elektrische Heckklappe nicht weit genug nach oben, größere Personen müssen beim Beladen den Kopf einziehen.
Der Tiggo 7 ist vor allem ein vernünftiges Auto: Für ihn sprechen der leise, geschmeidige Hybridantrieb, ordentliche Materialien und viel Ausstattung fürs Geld. Wer dagegen Fahrspaß, eine intuitive Bedienung und Ruhe im Cockpit sucht, dürfte mit diesem SUV weniger glücklich werden. Bis zum deutschen Marktstart bleibt allerdings noch etwas Zeit: Die gefahrenen Autos entsprechen laut Chery noch nicht dem finalen Deutschlandstand.







