Kia K4 Sportswagon: Viel Platz im Kombi

Deutschlandstart: Kia K4 Sportswagon im Test
Kompakt-Kombi gegen den SUV-Trend

Mit dem K4 Sportswagon schickt Kia einen geräumigen Kompaktkombi ins Rennen. Der Test zeigt, wo der Benziner punktet, wo der Verbrauch stört und welche Version besonders interessant sind.

Zwei Kia K4 Sportswagon Modelle vor moderner Gebäudearchitektur.
Foto: Kia

Heckklappe auf, Kinderwagen rein, Taschen und Koffer dahinter, schon ist der Wagen gepackt. Lange galt der Kombi als Allzweckwaffe für alle Einsätze, als Firmenwagen für schnelle Außendienstler, als geräumige Familienkutsche oder als Freizeitbegleiter für Menschen mit mehr Hobbys als Stauraum. Heute fährt man SUV, Kombis lassen sich in der Kompaktklasse fast an einer Hand abzählen. Doch Kia bleibt dem Segment treu und stellt jetzt den K4 Sportswagon vor.

Das ist doppelt bemerkenswert. Zum einen ist der K4 ein echter Benziner, zum anderen ein Weltauto. Gebaut wird er in Mexiko, während sein Vorgänger Ceed in Rüsselsheim speziell für den europäischen Markt entwickelt und in der Slowakei vom Band fuhr. In Deutschland wurde der K4 als Fünftürer bereits 2025 eingeführt. Jetzt folgt der geräumigere Kombi zum Grundpreis von 25.042 Euro (alle Preise netto), also für 840 Euro Aufpreis.

Mehr Platz als der Kia Ceed Kombi

Der K4 nutzt eine aktuelle Kompaktwagen-Plattform des Kia-Hyundai-Konzerns, was auch die bessere Raumausnutzung gegenüber dem erfolgreichen Vorgänger Ceed erklärt, der noch auf einem europäischen Kompaktbaukasten aufsetzte. Mit fast 4,70 Metern streckt sich der K4 Sportswagon gut zwei Handbreit länger als der Ceed Kombi. Das sind genau die Zentimeter, die den hinteren Passagieren im Vorgänger fehlten. Im K4 sind selbst langbeinige Mitfahrer entspannt untergebracht, ohne die Beine verdrehen zu müssen. Allerdings sitzen sie auch sehr niedrig, weshalb sie die Knie im spitzen Winkel abknicken müssen.

Kia K4 Sportswagon in Bewegung auf einer Straße mit seitlicher Frontperspektive.
Kia

In Deutschland ist der Kombi ab sofort für 25.042 Euro netto erhältlich, 840 Euro netto mehr als der bereits 2025 eingeführte Fünftürer.

Kofferraum mit bis zu 1.439 Litern Volumen

Kombikäufer blicken natürlich zuallererst ins Heck. Die Klappe schwingt so weit hoch, dass 1,90-Meter-Menschen darunter passen. Niedrige Ladekante, steile Heckklappe, vom Kofferraum aus entriegelbare Rücksitzlehnen, dazu ein Schienensystem zur Ladungssicherung: Die Koreaner lassen nichts anbrennen. Großzügige 604 Liter oder sechs Sprudelkisten packt der Kia ins Heck, in etwa so viel wie der VW Golf Variant. Geklappte Rücklehnen erweitern den Laderaum auf 1.439 Liter, im etwas kürzeren Golf dagegen auf mehr als 1.600 Liter. Hier zeigt sich, wo der Fokus liegt. Der K4 Sportswagon ist ein geräumiger Kombi mit deutlich mehr Platz für die Mitfahrer, während man im VW etwas beengter sitzt, aber bei Bedarf noch mehr Stauraum hat.

Modernes Cockpit mit großen Displays

Fahrer und Beifahrer blicken auf ein breites Displayband mit digitalem Kombiinstrument, 12,3-Zoll-Touchscreen und zusätzlichem 5,3-Zoll-Feld für die Klimabedienung, das Navigation, Multimedia und Fahrzeugsteuerung bündelt. Darunter bleiben Direktwahltasten für zentrale Funktionen erhalten. Im Vergleich zum Ceed wirkt der K4 sehr viel moderner, aber nicht so radikal reduziert, dass jede Kleinigkeit im Menü verschwindet. Smartphones lassen sich kabellos integrieren, Software wird over the Air auf dem neuesten Stand gehalten und das Auto öffnet sich auf Wunsch per Telefon oder Smartwatch.

Kia K4 Sportswagon in Heckansicht während der Fahrt auf einer Straße.
Kia

Im Innenraum kombiniert der K4 ein 12,3-Zoll-Touchscreen-Display mit einem separaten 5,3-Zoll-Feld für die Klimabedienung sowie physischen Direktwahltasten.

Benziner und Mildhybrid im Kia K4

Auch bei den Motoren unterscheiden sich Fünftürer und Kombi nicht. Den Einstieg bildet ein 85 kW/115 PS starker Einliter-Turbomotor mit drei Zylindern und Sechsgang-Schaltung für 25.118 Euro, die Wahl für nüchterne Rechner ohne fahraktive Ambitionen. Für 1.680 Euro mehr gibt es den gleichen Motor auch mit 48-Volt-Technik und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die E-Unterstützung hat Vor- und Nachteile. So spart man vielleicht ein, zwei Zehntelliter Sprit und muss nicht schalten, doch die E-Technik sitzt im Heck und schmälert das Ladevolumen um 20 Prozent.

Zügiger ist man mit den beiden Turbo-Vierzylindern mit 110 kW/150 PS oder 132 kW/180 PS unterwegs. Beide gibt es ausschließlich mit DCT. Der stärkste K4 sprintet in 8,4 Sekunden auf 100 km/h und schafft 210 km/h in der Spitze. Ein Dynamikwunder ist er aber trotzdem nicht. Trotz Turbo fehlt ihm der Biss, den man von Mildhybriden mit E-Unterstützung kennt.

Fahreindruck zwischen Komfort und Vernunft

Auf der Landstraße gibt sich der K4 Sportswagon als unaufgeregter, aber stimmiger Kombi. Er lenkt sauber ein, federt komfortabel, ohne weich zu werden, und dämpft Unebenheiten sauber weg. Nur die Lenkung bleibt etwas synthetisch. Sie arbeitet zwar präzise genug, vermittelt aber wenig davon, was unter den Vorderrädern passiert. Und auch beim Verbrauch hapert's. Selbst bei moderatem Landstraßentempo meldete der Bordcomputer wenig zeitgemäße 7,5 Liter auf 100 km. Wer Sprit sparen will, muss bis Ende des Jahres warten; dann soll ein Vollhybrid folgen.

Kia K4 Sportswagon in Heckansicht während der Fahrt auf einer Straße.
Kia

Kia versucht nicht, den Kombi neu zu erfinden, sondern zeigt, dass diese Karosserieform immer noch gut funktioniert.

Ausstattung von Core bis GT-Line

Bei den Ausstattungen orientiert sich Kia am übrigen Modellprogramm. Core als Basis kommt mit dem Nötigsten, darunter Navigation, manuelle Klimaanlage und die wichtigsten Fahrassistenten. Wirklich Spaß macht erst die 2.521 Euro teurere Version Vision mit Sitz- und Lenkradheizung, Klimaautomatik und digitalem Cockpit. Darüber rangieren die dem großen Motor vorbehaltenen Topversionen Spirit und GT-Line mit Extras wie Schaltwippen oder schwarzem Dachhimmel. Head-up-Display, Soundsystem von Harman/Kardon, Glasschiebedach oder Klimasitze kosten extra und können den Preis eines voll ausgestatteten K4 Sportswagon auf fast 37.815 Euro treiben.

Empfehlenswerter Kia K4 für Flotten

Nötig ist das nicht. Wer einen vernünftigen Kombi sucht, wäre mit dem 150-PS-starken K4 Sportswagon Vision gut bedient. Kostenpunkt: 29.739 Euro. Dafür gibt es keinen aufregenden, aber einen angenehm vollständigen Kompakten mit viel Platz, ordentlichem Komfort und sieben Jahren Garantie. Kia versucht nicht, den Kombi neu zu erfinden, sondern zeigt, dass diese Karosserieform immer noch gut funktioniert.

Kia K4 Sportswagon – Technische Daten

Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktkombi; Länge: 4,70 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe: 1,44 Meter, Radstand: 2,73 Meter, Kofferraumvolumen: 604–1.439 l (1.0 T-GDI 48V: 482–1.317 l)

1.0 T-GDI1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 200 Nm bei 2.000–3.000 U/min, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltung, 0–100 km/h: 12,0 s, Vmax: 186 km/h, Normverbrauch: 6,2 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 141 g/km Preis: ab 25.118 Euro

(Ausstattung Core)1.6 T-GDI 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.500–4.000 U/min, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 0–100 km/h: 9,1 s, Vmax: 205 km/h, Normverbrauch: 7,1 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 161 g/km Preis: ab 29.739 Euro

(Ausstattung Vision)1.6 T-GDI1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 265 Nm bei 1.500–4.000 U/min, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 0–100 km/h: 8,4 s, Vmax: 210 km/h, Normverbrauch: 7,1 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 161 g/km Preis: ab 32.345 Euro (Ausstattung Spirit)

Kia K4 Sportswagon – Kurzcharakteristik

Warum: Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Warum nicht: Hoher Verbrauch

Was sonst: Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi, VW Golf Variant

Wann kommt er: Schon im Handel