Nicht jede Geschäftsfahrt braucht einen Dienstwagen. Gerade auf der letzten Meile, bei spontanen Terminen oder wechselnden Projektteams suchen Unternehmen nach flexibleren Lösungen. Uber for Business will genau dort ansetzen: als digital buchbarer Mobilitätsbaustein ohne Grundgebühr, ohne Mindestnutzung und mit zentraler Abrechnung. Joachim Marschal erklärt im Interview, wo der Dienst den Fuhrpark ergänzen kann – und wo die Grenzen liegen.
Wie entwickelt sich Uber for Business in Deutschland?
Wir sehen eine positive Entwicklung. Immer mehr Firmen nutzen unseren Service, und die Resonanz am deutschen Markt ist gut. Gleichzeitig sind wir sichtbarer geworden – über Kampagnen, Messen und den Austausch mit Partnern wie dem VDR.
Ein Treiber ist der Wandel in der Arbeitswelt. Viele Beschäftigte sind digitale Lösungen und On-Demand-Services aus dem privaten Umfeld gewohnt. Uber kommt aus der App-Welt. Diese Nutzererfahrung lässt sich relativ einfach in den beruflichen Kontext übertragen.
Wie verändert sich die Nachfrage nach Geschäftsfahrten?
Wir sehen, dass Geschäftsreisen trotz wirtschaftlichen Drucks wieder zulegen. Der VDR spricht von einem Plus von 8,3 Prozent. Zugleich wird bewusster gereist: Unternehmen prüfen genauer, welche Mobilitätslösung zum jeweiligen Termin passt.
Je nach Fahrt zählen Effizienz, Komfort oder ein verlässlicheres Qualitätsniveau. Darauf reagiert Uber for Business unter anderem mit Business Taxi – einem Angebot mit höherwertigen Fahrzeugen und erfahrenen Fahrern für Geschäftsreisende.
Für wen lohnt sich Uber for Business – und ersetzt es den Dienstwagen?
Das Interesse kommt aus unterschiedlichen Branchen. Relevant ist der Service vor allem für Unternehmen, die geschäftliche Mobilität flexibler organisieren wollen – also für Travel Manager, Mobilitätsmanager und Fuhrparkverantwortliche.
Uber for Business ersetzt den Dienstwagen nicht pauschal, kann aber Teil eines breiteren Mobilitätskonzepts sein. Der Dienst ergänzt dort, wo ein eigenes Fahrzeug nicht die effizienteste Lösung ist: bei Fahrten vom Bahnhof, Flughafen oder ÖPNV-Halt zum Ziel, bei spontanen Kundenterminen, bei regelmäßigen Transfers oder für Außendienst- und Projektteams mit wechselndem Bedarf.
Der Dienstwagen bleibt in Deutschland ein starkes Produkt. Viele Unternehmen wollen ihren Mitarbeitern aber mehrere Optionen bereitstellen, aus denen sie je nach Situation wählen können.
Wie funktioniert das Business-Profil in der Uber App?
Die Nutzung läuft über die bekannte Uber App. Mitarbeiter können dort zwischen ihrem privaten Profil und einem Business-Profil wechseln. Wenn sie im Business-Profil fahren, greifen im Hintergrund die Einstellungen des Unternehmens.
Die Firma kann festlegen, wer Uber nutzen darf, wann der Dienst genutzt werden kann und in welchem Rahmen. Für den Mitarbeiter bleibt die Nutzung einfach. Die Steuerung erfolgt im Hintergrund.

Für kurze Strecken zum Kundentermin kann eine App-Fahrt den Mobilitätsmix ergänzen – vor allem, wenn Bahn, Dienstwagen oder Mietwagen allein nicht ausreichen.
Was kostet Uber for Business – und welche Funktionen sind enthalten?
Die Nutzung von Uber for Business ist für Unternehmen kostenfrei. Es gibt keine monatliche Gebühr, keine Service Fee, keine Verwaltungsgebühr und keine Mindestnutzung. Kosten entstehen ausschließlich für tatsächlich gebuchte Fahrten – nach dem Pay-as-you-go-Prinzip.
Enthalten sind unter anderem zentrale Abrechnung, Reporting, Kostenkontrolle und die Integration in Spesensysteme. Unternehmen können Ausgaben besser nachvollziehen, Richtlinien hinterlegen und Belege automatisiert übertragen. Uber for Business lässt sich unter anderem an SAP Concur, Rydoo und Mobilexpense anbinden. Der Mitarbeiter fährt, steigt aus – und der Beleg läuft im Idealfall automatisch in das jeweilige Spesensystem.
Wie werden Uber-Fahrten im Unternehmen abgerechnet?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Viele Unternehmen setzen auf eine zentrale Abrechnung, bei der am Monatsende eine Abrechnung für die Firma bereitgestellt wird. Die Zahlung kann dann über die hinterlegte Firmenzahlmethode laufen, etwa per SEPA-Lastschrift, direktem Einzug oder Banktransfer.
Alternativ kann der Mitarbeiter eine Firmenkreditkarte im Business-Profil hinterlegen. Wir sind bei der Abrechnungsmethodik flexibel, weil Unternehmen unterschiedliche Prozesse haben.
Wie läuft die Einführung im Unternehmen?
Der erste Schritt ist ein Gespräch mit unserem Team. In Deutschland haben wir mittlerweile mehr als 20 Personen, die mit Fuhrpark-, Mobilitäts- und Travel-Managern sprechen. Dabei geht es darum, die Bedürfnisse des Unternehmens zu verstehen und die passende Lösung aufzusetzen.
Die eigentliche Einführung ist nicht schwergewichtig. Wichtig ist vor allem die Kommunikation an die Mitarbeiter. Sie müssen wissen, dass es diese Möglichkeit gibt und wie sie ihr Business-Profil verknüpfen. Unser Team begleitet diesen Prozess.
Wie hilft Uber beim CO₂-Reporting?
Wichtig für Unternehmen ist vor allem die Transparenz. Wir stellen CO₂-Reportings zur Verfügung. Jede Uber-Fahrt wird mit einem CO₂-Wert berechnet und ist in der Business-Oberfläche als Bericht abrufbar. Das kann Unternehmen bei ESG- und CSRD-Themen helfen, vor allem mit Blick auf Scope-3-Emissionen. Zudem können Firmen über Optionen wie Uber Green gezielt Fahrten mit Hybrid- oder vollelektrischen Fahrzeugen berücksichtigen.
Wo ergänzt Uber for Business Mobilitätsbudget und Fuhrpark?
Mobilitätsbudgets sind ein wichtiges Thema, das wir in Gesprächen immer wieder hören. Wir sehen uns dabei als Baustein innerhalb eines breiteren Mobilitätsmixes – neben Fahrrad, Mikromobilität oder anderen Verkehrsmitteln.
Uber for Business unterstützt vor allem geschäftliche Mobilität, wenn Mitarbeiter flexibel von A nach B kommen müssen. Entscheidend sind Transparenz, Kostenkontrolle, zentrale Abrechnung, einfache Nutzung und der kostenfreie Plattformzugang. Eine direkte Schnittstelle zu Mobilitätsbudget-Anbietern steht dabei derzeit nicht im Vordergrund.











