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Foto: Mercedes-Benz

Mercedes A-Klasse (W177) im Test

Erste Fahrt im neuen Baby-Benz

Die deutlich gewachsene Mercedes A-Klasse ist voll mit neuer Technik. Ob die jüngste Auflage endlich komfortabel federt, lesen Sie in unserem Fahrbericht.

Auf den ersten Blick fällt es gar nicht auf, doch die neue A-Klasse streckt sich ganz schön in die Länge. 4,42 Meter sind es, das entspricht genau dem ersten 190er von 1982. Der trat damals an, um Mercedes in der kleineren Mittelklasse erfolgreich zu machen. Die A-Klasse fährt in der Kompaktklasse mit, ist inzwischen bei den Außenmaßen aber dem Urahn ebenbürtig. Die neue Größe kommt mit der langen Motorhaube dem Design zu Gute, zudem wächst das Raumangebot: Die Motorhaube wurde länger, der hintere Überhang wuchs um neun Zentimeter. Letzteres kommt voll und ganz dem Gepäckraum zugute. Der ist fortan 11,5 Zentimeter länger und steht dank zweigeteilter Heckleuchten endlich für sperriges Gepäck offen . 370 Liter passen laut Norm hinten rein, das ist fast Golf-Niveau. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen werden es bis zu 1.210 Liter. Auch sonst führt das Größenwachstum zu einem geräumigeren Innenraum. Die Enge im Vorgänger zählte zu den Hauptkritikpunkten. Nun kneift es weniger an den Schultern, hinten sitzen auch zwei Erwachsene mit genügend Luft für Knie und Scheitel.

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Gesteuert wird das Infotainmentsystem über Blackberry-ähnliche Bedienfelder am Lenkrad

Etwas mehr als der Golf möchte die A-Klasse auf der Infotainment-Bühne bieten. Das neueste Daimler-System feiert in der Kompaktklasse Premiere. Software-Spezialisten in Sindelfingen, dem Silicon Valley und Indien entwickelten das MBUX genannte System. Es nimmt den Platz von herkömmlichen Instrumenten und bisherigem Radio gleich mit zwei Bildschirmen ein, die auf Wunsch je 26 Zentimeter in der Diagonale messen. Gesteuert wird das Infotainmentsystem über Blackberry-ähnliche Bedienfelder am Lenkrad, das neue Touchpad in der Mittelkonsole oder ebenfalls direkt via Fingerzeig über den rechten Bildschirm.

Eine clevere Sprachbedienung ergänzt den Infotainment-Wahnsinn. Sie aktiviert sich nach der Ansprache "Hallo Mercedes" automatisch und versucht, jeden Satz richtig zu interpretieren. Dank künstlicher Intelligenz soll sie mit der Zeit den Fahrer immer besser verstehen. Das funktioniert für das Navi ganz gut, und selbst die 64 Farben der Ambientebeleuchtung wechseln per Sprachbefehl flott durch.

Auch für Flotten gibt es neue Vernetzungsmöglichkeiten. Via Mercedes-Me-App ist die A-Klasse auf Carsharing vorbereitet. Der Schlüssel bleibt dabei stets im Auto, geöffnet wird die A-Klasse übers Smartphone. Via App teilt der Fuhrparkleiter Mitarbeitern den Dienstwagen zu. Einziger Haken an der Sache: Auto und Smartphone müssen im Mobilfunknetz eingewählt sein, Tiefgaragen fallen somit als Abstellort aus.

Komfortabel gefedert

Genug von Vernetzung, ganz wesentlich ist bei einem Auto nach wie vor das Fahren. Das nimmt Mercedes dem Dienstwagenfahrer in der A-Klasse immer mehr ab. Notbrems- und aktiver Spurhalteassistent sind serienmäßig, außerdem erkennt jede A-Klasse Verkehrszeichen. Gegen 1.510 Euro (alle Preise netto) Aufzahlung kommt das volle Sicherheitspaket aus der E- und S-Klasse, selbst die Spur wechselt der kleinste Mercedes dann vollautomatisch.

Gerade bei den klassischen Tugenden im Fahrwerksbereich sparen die schwäbischen Ingenieure allerdings. Während der anfangs erwähnte 190er mit aufwendiger Raumlenker-Hinterachse vorfuhr, kommt die neue A-Klasse in der Basisversion mit einer Verbundlenkerachse aus. Erst die stärkste Motorisierung, adaptive Dämpfer oder größere Felgen bringen die Vierlenker-Achse ins Auto mit der auch unser Testwagen ausgerüstet war. Dann ist der Komfortsprung zum Vorgänger sehr deutlich: Die Federung wogt sachte über lange Wellen, auf Wunsch geht es in Sport-Stellung aber immer noch zackig ums Eck. Dabei dringen kaum Wind- und Fahrwerksgeräusche nach innen.

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A 180d, A 200 und A 250 werden ab Mai beim Händler stehen

Umso deutlicher fällt der neue 1,33-Liter-Benziner aus dem A 200 auf: Ab 3.500 Touren klingt der Vierzylinder trotz 163 PS leicht gequält. Das von neue von Getrag zugelieferte Doppelkupplungsgetriebe schaltet flott und komfortabel. Wer das Gas etwas zu schnell durchdrückt, löst nervöses zurückschalten aus. Es dauert dann einen Moment, bis das Getriebe wieder in eine höhere der sieben Stufen schaltet. Harmonischer ist die Kombination des Getriebes mit dem kleinen Diesel im A 180d. Er ist unsere Empfehlung für Vielfahrer. Mit 116 PS  ist er ausreichend kräftig, läuft sehr ruhig und zumindest laut Bordcomputer mit unter fünf Litern Verbrauch auch sparsam. Größere Diesel erwarten wir erst Anfang kommenden Jahres, während A 180d, A 200 und A 250 ab Mai beim Händler stehen.

Typisch Mercedes sind die recht hohen Preise: Mindestens 25.405 Euro werden für das Einstiegsmodell A 200 mit Schaltgetriebe fällig. Der Diesel kommt immer mit empfehlenswertem Doppelkupplungsgetriebe und kostet ab 26.385 Euro. Damit sind nicht nur Abmessungen und Assistenzsysteme der neuen A-Klasse nah an der Mittelklasse, sondern auch ihr Preis.

Dieser Artikel stammt aus Heft Firmenauto 05/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

18. April 2018
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