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Neue Mercedes A-Klasse (2018)

Modernste Technik und künstliche Intelligenz

Im Mai geht die neue Generation der A-Klasse an den Start. Länger, sparsamer, sicherer und komfortabler. Der größte Knaller aber ist das Cockpit. Das sucht auf der Welt noch seinesgleichen.

Ein bisschen gezwickt hier und da hat sie schon, die A-Klasse von Mercedes. Nach dem grundlegenden Wandel vor sechs Jahren vom Mini-Van im One-Box-Design hinzu einem sportlichen Hatchback-Modell im Stile des Einser-BMW blieben ein paar Unzulänglichkeiten. Den Kunden hat dies nicht gestört. Im Gegenteil, die A-Klasse verkaufte sich besser denn je und bildet für viele Käufer den Einstieg in die Markenwelt von Mercedes.

A-Klasse lernt Wünsche des Fahrers mit Zeit besser kennen

Wie die neue A-Klasse sich nun präsentiert, lässt einen schon ein bisschen mit offenem Mund dastehen und ein Wow! entlocken. Denn wenn sie im Frühjahr auf den Markt kommt, wird sie nicht nur über das modernste Cockpit im Hause Mercedes verfügen, sondern auch über das fortschrittlichste Bediensystem, das weltweit im Kompaktsegment überhaupt angeboten wird. Es nennt sich MBUX und könnte selbst Alexa von Amazon die Stimme verschlagen. Bei MBUX (das steht für Mercedes-Benz User Experience) läuft fast alles über die Bildschirme. Plural? Ja, die A-Klasse besitzt gleich zwei Displays (zumindest in der Topausstattung), vereint unter einer riesigen Glasfläche, ganz ähnlich dem Widescreen in S- und E-Klasse. "Die A-Klasse spricht unsere jüngsten Kunden an und die Millennials wollen coole Features", sagt Entwicklungsvorstand Ola Källenius zum MBUX, und verspricht: "Das werden Sie bald auch in unseren anderen Baureihen finden."

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Die neue A-Klasse besitzt gleich zwei Displays.

Das MBUX-System lernt durch seine künstliche Intelligenz den Fahrer bei jeder Benutzung besser kennen, weiß um seine Gewohnheiten beim Fahren, kennt seine täglichen Routen, seine Lieblingsmusik oder den Lieblingssender. Gestartet wird die Sprachsteuerung mit der Begrüßung "Hey Mercedes" (installiert sind 23 Sprachen). Das Tolle: Man braucht nicht einmal stereotypische Anweisungen zu formulieren, sondern kann munter drauf los plappern. Ein "Mir ist kalt" reicht, damit MBUX die Temperatur im Auto erhöht. "Ich habe Hunger" blendet auf dem Display die Restaurants entlang der Strecke ein.

Auch die restliche Bedienung per Touchscreen, per Touchpad auf der Mittelkonsole oder auf dem Lenkrad ist einfach und läuft nahezu intuitiv. Für die graphische Darstellung liefert Nvidia den derzeit schnellsten Prozessor, den es im Pkw zu kaufen gibt. Ansichten und Bilder erscheinen in höchster Brillanz. Wie beim iPad können animierte 3D-Bilder des Autos mit dem Finger gedreht, vergrößert oder verkleinert werden. Auf dem linken Monitor – jener hinter dem Lenkrad – lassen sich je nach Geschmack und Stimmung verschiedene Rundinstrumente und Ansichten darstellen. Selbst eine Navigations-Karte mit Augmented-Reality-Technologie in Echtzeit ist möglich.

Antriebstechnisch bleibt es konventionell

Bei so viel neuer, digitaler Ausstattung scheint der Rest der neuen A-Klasse fast zu verblassen. Design-Direktor Gorden Wagener verpasst dem Kompaktmodell gegenüber der Vorgängerversion glattere Flächen, ohne es am sportlichen Auftritt mangeln zu lassen. In der Außenlänge wuchs der kompakte Benz um stolze 12 Zentimeter auf 4,41 Meter. Hauptsächlich kommt dies dem Kofferraum zugute, der mit 370 Liter jetzt 29 Liter mehr fasst als zuvor. Verschwunden ist glücklicherweise die viel zu eng geschnittene Heckklappe. Der Grund war, man wollte das Geld für zweiteilige Rückleuchten sparen. Jetzt sind sie zweigeteilt und es stehen 20 Zentimeter mehr Ladebreite zur Verfügung.

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Die A-Klasse wuchs um zwölf Zentimeter auf 4,41 Meter.

Antriebstechnisch bleibt es konventionell, die A-Klasse erhält aber überarbeitet Motoren. Zum Marktstart hat der Kunde die Auswahl unter zwei Benzinern und einem Dieselmotor. Ein sparsamer Plug-in-Hybrid nach Muster des Audi A3 Sportback e-tron ist in Vorbereitung, kommt vermutlich 2019. Erd- (CNG) oder Flüssiggas (LPG) finden nicht statt. Bei den Benzinern beginnt der Einstieg mit dem A 200 und 165 PS. Er soll nach Norm 5,6 Liter verbrauchen. Die Leistung liefert hier ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit Zylinderabschaltung. Dieser Motor wird später mit weniger PS auch die Versionen A 160 und A 180 antreiben. Beim A 250 sitzt ein Zweiliter-Vierzylinder mit 224 PS unter der Haube. Er kommt auf einen Verbrauch von 6,0 Litern. Beide Benziner verfügen über einen Partikelfilter – serienmäßig. Das bietet in dieser Klasse bislang kein anderer Hersteller. Sparsamstes Modell (4,1 l/100 km) im kleinsten Mercedes ist der A 180 d. Sein 1,5-Liter-Selbstzünder – er stammt aus der Kooperation mit Renault/Nissan – bringt es auf 116 PS. Den hauseigenen, hochmodernen Zweiliter-Diesel OM 654 aus der E-Klasse will Mercedes später im Jahr nachreichen.

2019 folgt A-Klasse als Limousine

Und dass auch die Freunde von Beschleunigung und schneller Kurvenfahrt nicht zu kurz kommen, dafür sorgt erneut AMG. Die Performance-Tochter aus Affalterbach hat ja bereits den potenten Vorgänger A 45 (381 PS) auf die Räder gestellt. Die neue Version soll über 400 PS bekommen und dürfte 2019 antreten. Gleichzeitig wird es eine "mildere" Variante, vermutlich in Form eines A 35 geben. Zahlen lässt man bei AMG noch unter dem Hut. Aber mit rund 300 PS sollte zu rechnen sein.


Dass Mercedes nicht nur beim Thema Infotainment und Sprachsteuerung führend, sondern auch in Sachen Assistenzsysteme Maßstab sein will, zeigt die lange Liste der elektronischen Helferlein. Als erstes Fahrzeug in Segment kann die neue A-Klasse teilautonom fahren, auf der Autobahn sogar selbstständig überholen. Zudem weiß sie stets, wie die Strecke vor ihr verläuft, um beispielsweise vor einer Kurve rechtzeitig vom Gas zu gehen. Fast schon daran gewöhnt haben wir uns an Verkehrszeichen-, Fußgänger-, Radfahrer- und Querverkehr-Erkennung, an Spurhaltung, Abstandsradar, Totwinkel-Warner, Müdigkeitssensor, Notbremsassistent und dergleichen mehr.

Den Preis für die A-Klasse wollen die Stuttgarter erst im März bekannt geben, wenn die Bestellbücher geöffnet werden. Günstiger wird der Spaß sicher nicht. Das Vorgängermodell startete mit 20.740 Euro netto. Noch in diesem Jahr bekommt die A-Klasse ihren ersten Bruder, die B-Klasse. Sie baut auf der gleichen, sogenannten MFA2-Plattform auf. 2019 soll es erstmals eine A-Klasse in Limousinen-Form geben, nicht zuletzt auch, weil Audi mit solch einem Modell (A3) recht erfolgreich unterwegs ist. Die A-Klasse mit Stufenheck ist vor allem für China gedacht, wird aber auch – mit kürzerem Radstand – bei uns angeboten. Der Plan bis 2020 sieht zudem vor, die Kompaktfamilie mit dem viertürige Coupé CLA, dem CLA Shooting Brake und dem kompakten SUV GLA zu erweitern. Hier bleibt es wie gehabt. Über dem GLA jedoch siedelt Mercedes als neues Familienmitglied den GLB an. Er wird sich im Design stark an die Gelände-Ikone G-Klasse anlehnen und soll über sieben Sitzplätze verfügen. Über 600.000 Kompaktmodelle verkauft Mercedes jedes Jahr. Das ist fast ein Drittel des gesamten Absatzes. Mit der neuen Generation der A-Klasse und ihren dann sieben Geschwister sollen es sogar noch mehr werden. Fünf Fabriken stehen dafür weltweit bereit.

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Datum

7. Februar 2018
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