Renault-Transporter 2021

Express und Kangoo komplett neu

Renault Transporter 2021 Foto: Renault 16 Bilder

Mit den neuen Express und Kangoo und den überarbeiteten Trafic Combi und Trafic SpaceClass geht Renault 2021 in die Offensive. In der Zukunft soll neben dem batterieelektrischen Antrieb auch der Brennstoffzelle eine große Rolle zukommen.

Ganz oder gar nicht, so könnte man den Zukunftskurs von Renault-Nutzfahrzeug-Chef Mark Sutcliffe in einem Satz überreißen. In der Pressekonferenz zu den Neuheiten 2021 nämlich erteilt er Plug-in-Hybriden zumindest für den Moment eine Absage. Kunden, die nach einer höheren Reichweite verlangen, als das aktuell mit einer Batterie darstellbar ist, soll statt mit einem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer lieber mit einer Brennstoffzelle in dieser Funktion geholfen werden. Eine bemerkenswerte Strategie, wird Wasserstoff doch selbst von vielen Lkw-Bauern nur noch im schweren Fernverkehr forciert.

Master Hydrogen mit bis zu 600 km Reichweite

Sutcliffe aber will so einen Transporter bauen, der auch nach dem Überschreiten des Aktionsradius seiner Batterie noch emissionsfrei fährt. Der entsprechend positionierte Master Hydrogen soll noch 2021 kommen, seine Reichweite: voraussichtlich 500 bis 600 Kilometer. Die Pläne, die Renault mit dem US-Brennstoffzellenhersteller Plug Power als Partner ausgearbeitet hat, sind dazu wahrlich ambitioniert: Bis 2030 streben die Franzosen einen H2-Anteil von 30 Prozent am europäischen Markt für leichte Nutzfahrzeuge an. Um dieses Ziel erreichen zu können, aber auch den Absatz der batterieelektrischen Modelle zu pushen, will Sutcliffe mit der Renault-Tochter Elexent Ladelösungen für Flottenbetreiber anbieten – und Interessenten mit weiteren Dienstleistungen zur Seite stehen.

Für das heutige Geschäft aber zählt noch der konventionelle Antrieb – hier kommen zwei neue Transporter, Express und Kangoo Rapid, sowie die überarbeiteten Personentransporter Trafic Combi und Trafic Spaceclass zum Tragen.

Renault Express als Nachfolger des Dacia Dokker

Der 4,39 Meter lange Express mit Marktstart im Mai und noch nicht kommuniziertem Einstiegspreis ist völlig neu und fungiert als günstige Basis, wo er auch den Dacia Dokker Express ablöst. Er ist mit einem 1,3-Liter-Turbobenziner mit 102 PS und einem 1,5-Liter-Turbodiesel mit 75 oder 95 PS zu haben. Der 75-PS-Selbstzünder ist dazu in der Eco-Leader-Variante erhältlich, die bei 100 km/h abgeregelt ist. Damit soll der Verbrauch von 5,1 l/100 km nochmal um 0,5 Liter sinken. Der in allen Express aktivierbare Eco-Modus mit reduziertem Drehmoment soll gut sein für eine Reduktion um weitere maximal zwölf Prozent.

Was den Laderaum angeht, wartet der Express mit einem Volumen von 3,3 bis 3,7 Kubikmeter auf. Die Ladelänge beziffert der Hersteller auf 1,91 Meter, im Falle der drehbaren Trennwand stehen 2,36 Meter zur Verfügung. Die seitliche Schiebetür misst in der Breite 71,6 Zentimeter, die Zuladung liegt bei bis zu 700 (Benziner) respektive 625 Kilo (Diesel).

Touchscreen und induktive Ladeschale im Cockpit

Im Cockpit kommen alle Ablagen auf ein Volumen von bis zu 48 Litern. Die Kunststoffoberflächen sollen leicht abwaschbar sein, optional gibt's pflegeleichte Kunstledersitze. Gegen Aufpreis sitzt in der Mittelkonsole ein 8-Zoll-Touchscreen mit Rückfahrkamera und Navigation, Android Auto und Apple Carplay. Eine Ablage, über die sich Smartphones induktiv laden lassen, ist ab Jahresmitte lieferbar – zusätzlich zu drei USB-Schnittstellen und zwei 12-V-Steckdosen.

In Sachen Fahrerassistenz fährt Renault den Rear View Assist auf, der mit einer Kamera das Verkehrsgeschehen hinter dem Transporter auf ein 5-Zoll-Display überträgt, das an der sonst üblichen Innenspiegelposition installiert ist. Weiter kommen ein Totwinkelwarner und ein zusätzlicher Weitwinkelspiegel zum Einsatz, der in der Sonnenblende des Beifahrers untergebracht ist und den toten Winkel grundsätzlich verkleinert. Ins ESP integrieren die Franzosen eine Anhängerstabilisierung, außerdem gibt's optional die erweiterte Traktionskontrolle "Extended Grip".

Renault Kangoo mit riesiger Sesame-Ladeöffnung

Der neue Kangoo Rapid dann soll auf das Express-Angebot noch eine Schippe drauflegen – besonders mit dem "Open Sesame by Renault"-Konzept, einer seitlichen Ladeöffnung mit einer Breite von 1,45 Metern. Dieses Feature ist zwar nur für die Standardlänge und nur mit schwenkbarer Trennwand zu haben, dafür aber mit verstärkten Elementen in Schiebe- und Beifahrertür auch ohne B-Säule ohne Abstriche bei der Sicherheit. "Open Sesame by Renault" erleichtert das Be- und Entladen, eröffnet dazu neue Möglichkeiten in Sachen Ausbau: In Werkstattwagen sollen mehr Geräte mitgeführt werden können, die Entnahme kann mit einem schwenkbaren Schrank außerdem außerhalb des Fahrzeugs stehend erfolgen. Und damit nicht genug: Eine einklappbare, oben im Laderaum montierte Innengalerie vereinfacht auch den Transport von Leitern oder Rohren.

Der neue Kangoo Rapid in Standardlänge (4,49 Meter) wird ab Juni verfügbar sein, die Langversion folgt später. Sein Ladevolumen liegt bei 3,3 bis 4,9 Kubikmeter, die Nutzlast bei zumindest 540 Kilo. Im Cockpit montieren die Franzosen einen Fahrersitz mit verstellbarer Lendenwirbelstütze und ein in Höhe und Tiefe verstellbares Lenkrad. Die Ablagen kommen auf maximal 60 Liter, wozu auch ein großes Schub- statt eines klassischen Handschuhfachs beiträgt. Ist der Kangoo Rapid mit Beifahrerdoppelsitzbank ausgestattet, kann die mittlere Rückenlehne zum Tisch umgewandelt werden. In Sachen Infotainment ist wie im Express ein 8-Zoll-Touchscreen zu haben – und später eine Ablage mit induktiver Ladefunktion.

Teilautomatisierte Fahrfunktionen im Plan

Bei der Sicherheit müssen dazu die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent Erwähnung finden, Spurhaltewarner und Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Totwinkelwarner und aktiv in die Lenkung eingreifender Totwinkelassistent, Anhängerstabilisierung, Verkehrszeichenerkennung und die adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-go-Funktion. Wie auch im Express ist dazu der Rear View Assist erhältlich – und auch eine 360-Grad-Einparkhilfe und der Easy-Park-Assistent finden sich in der Sonderausstattungsliste. Später sollen noch ein Seitenwindassistent sowie Autobahn- und Stauhilfen verfügbar sein, mit denen Renault eine teilautomatisierte Fahrt ermöglichen will.

Die zur Auswahl stehenden 1,3-Liter-Turbobenziner bringen es auf 102 und 130 PS, die drei 1,5-Liter-Turbodiesel auf 75, 95 und 115 PS. Serie ist eine Sechsgangschaltung, optional das Siebengangdoppelkupplungsgetriebe EDC. Eco-Leader-Varianten mit einer abgeregelten Höchstgeschwindigkeit gibt's für den mittleren Diesel und den starken Benziner. 2022 folgt dann auch der vollelektrische Kangoo Rapid E-Tech Electric, der über einen 75 kW starken E-Motor und eine 44-kWh-Batterie verfügt. Seine Reichweite gibt Renault mit rund 265 Kilometern an, mit 75 kW Gleichstrom soll die Ladedauer bis 80 Prozent bei minimal 42 Minuten liegen. Sowohl die Preise für den Stromer als auch für die Verbrenner sind wiederum noch nicht kommuniziert.

Neuer Dieselmotor für den Renault Trafic

Die Personentransporter Trafic Combi und Trafic SpaceClass sind im Gegensatz zu Express und Kangoo Rapid nicht komplett neu, aber doch aufgewertet. Sie stechen ab Mai mit neuer Front, neuen Spiegeln und Voll-LED-Scheinwerfern ins Auge, können dazu mit einem neuen Armaturenbrett und zusätzlichen Ablagefächern punkten. Das Kofferraumvolumen liegt je nach Konfiguration und Fahrzeuglänge (5,1/5,5 Meter) zwischen einem und sechs Kubikmetern, maximal finden neun Personen Platz. In Sachen Multimedia kommt auch in den Trafic optional der 8-Zoll-Touchscreen zum Einsatz, dazu findet sich wieder eine Ablage zum induktiven Laden von Smartphones. Was die aktive Sicherheit angeht, schnürt Renault mit adaptivem Tempopiloten, Spurhaltewarner, Notbremsassistenten und Totwinkelwarner ein stimmiges Paket.

Unter der Haube von Trafic Combi und Trafic SpaCeclass kommen drei Turbodiesel zum Einsatz: der Blue dCi 110 mit Sechsgangschaltgetriebe, der neue Blue dCi 150 mit Sechsgangschaltung oder Sechsgangdoppelkupplung und der Blue dCi 170, der grundsätzlich an das Sechsgangdoppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist. Was die Kastenwagenvarianten angeht, dürften dazu auch schon bald Details bekannt werden – ihre Einführung nämlich ist ebenfalls noch für 2021 geplant.

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