Alles über Toyota Mirai
Toyota Mirai FCVtour Brennstoffzelle Zoom

5. Etappe der FCVtour mit dem Toyota Mirai: Zieleinlauf nach 3.150 Kilometern

Am letzten Tag der Brennstoffzellentour nach Skandinavien und zurück lässt es der Toyota gemütlich auslaufen. Fazit: Top-Technik, aber schwache Infrastruktur.

Nach fünf Tagen und  3150 km stellen wir den Mirai auf dem Parkplatz der Zentrale von Toyota Deutschland in Köln ab. Die Route: Stuttgart-Köln-Hamburg-Kopenhagen-Göteborg-Frederikshavn-Hamburg-Köln. Ohne Panne und ohne mit leerem Tank liegenzubleiben. Leise, schnell, zuverlässig: der Toyota Mirai hat sich bewährt. Gut, übers Design des Autos kann man streiten, aber der Brennstoffzellen-Antrieb ist top.

Unauffällige Hybrid-Technik

Auch die Hybrid Technik funktioniert völlig unauffällig. Beim Bremsen und Ausrollen rekuperiert des Mirai ähnlich wie etwa ein Toyota Prius. Dann wird die Lichtmaschine zum Stromproduzenten und füttert eine Speicherbatterie. Die unterstützt den sonst mit Strom aus der Brennstoffzelle versorgten Elektromotor beim Anfahren und senkt so den Wasserstoffverbrauch. Wenn wir die Wahl hätten, würde wir lieber heute als morgen auf ein Brennstoffzellen-Auto umsteigen. Das leise Dahingleiten entspannt ungemein. Wobei man nicht meinen sollte, ein FCV sei träge. Im Gegenteil: Wie bei Elektroautos üblich liegt das maximale Drehmoment praktisch aus dem Stand heraus an. Sofern nicht die Eco-Taste gedrückt ist, reagiert der Mirai spontan, im Power-Modus fast schon aggressiv auf den Druck aufs Fahrpedal.

Knapp 400 Kilometer Reichweite sind bei defensiver Fahrweise und Autobahntempo 120 km/h drin. Unser Durchschnittsverbrauch über 3.150 Kilometer bei Durchschnitttempo 78 km/h: 1,2 Kilo H2/100 km. Kostenpunkt: Rund 11,50 Euro brutto/100 km.Und das Beste: Wir fuhren fast CO2-neutral. Um Wasserstoff zu erzeugen, benötigt man zwar Energie in Form von Strom. Wenn der aber wie in Skandinavien aus Wind- und Wassesrtoff produziert wird, fällt nur für den Tansport des H2 zur Tankstelle Energie an. In Deutschland ist man noch nicht ganz so weit: Doch auch hierzulande sollen rund 50 Prozent des Wasserstoffs mit Hilfe von regenerativ produziertem Strom hergestellt werden. 

Der größte Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Elektroauto sind die kurzen Tankstopps: Es dauert nur ein paar Minuten, bis die Hochdruck-Kompressoren vier Kilo Wasserstoff in die beiden Tanks im Heck des Mirai gepresst haben..

Zu wenig Tankstellen

Jetzt fehlen nur die Tankstellen. Die sollten dann bitte näher an der Autobahn gebaut werden, ein Dach/Wetterschutz bekommen und vor allem international einheitlich zu bedienen sein. Bessere Hinweisschilder wären gut, besonders, wenn sich die Anlagen auf Hinterhöfen von Firmengeländen verstecken. Auch wären international gültige Tankkarten nicht schlecht, sodass man sich nicht umständlich vorher registrieren muss. Wir vermissen eine Notfallnummer an den Zapfanlagen und vernünftige Bedienungsanleitungen, Kompressoren, die genügend Druck aufbauen, Personal, dass über die Anlagen Bescheid weiß, wenn man vorher nachfragt. Außerdem lassen sich Ergonomie und Haptik der Zapfanlagen verbessern. Insgesamt erinnert die Tankstellen-Infrastruktur an die Zeit, als das Netz der Erdgas-Tankstellen aufgebaut wurde. Die Euphorie der Mineralölgesellschaften und der CNG-Branche scheiterte teilweise an der Lustlosigkeit einzelner Tankstellenbetreiber. Hoffen wir, dass die Brennstoffzellen-Lobby hier mehr Enthusiasmus an den Tag legt.

Autor

Foto

Hanno Boblenz

Datum

15. November 2016
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