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Abgasskandal: Antworten auf die 15 wichtigsten Fragen

Flottenbetreiber sind besonders hart vom Abgasskandal des VW-Konzerns betroffen. Wir beantworten die wichtigsten Frage.

Was ist passiert?

Der VW-Konzern wollte immer sparsamere Motoren bauen. Das war mit einfacher Filtertechnik nicht machbar. Statt teure Speicherkats einzubauen, manipulierte VW die Abgaswerte mithilfe von Software. Sie erkennt, dass der Wagen auf dem Prüfstand steht und stellt den Motor so ein, dass die Stickoxid-Emissionen im gesetzlichen Rahmen liegen. Auf der Straße sind die Werte um ein vielfaches höher. Das KBA hat den VW-Konzern nun verpflichtet, die Motoren mit Kats, Filtern oder anderen Maßnahmen so nachzurüsten, dass die Emissionen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Welche Motoren sind betroffen?

Motoren des Typs EA 189, also 1.2 TDI, 1.6 TDI und 2.0 TDI der Baujahre 2007 bis 2013, welche die Euro 5 erfüllen. Nach VW-Angaben sind aktuelle Euro-6-Diesel nicht betroffen.

Woran erkennt man die Fahrzeuge?

Auf den Webseiten von Audi, Seat, Skoda und VW können Kunden die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) eingeben. Sie erfahren sofort, ob das Auto betroffen ist. Die FIN steht in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter "E".

Bleibt die Zulassung bestehen?

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums ist nicht geplant, den Modellen die Typenzulassung zu entziehen.

Sind die Autos noch sicher?

Ja, laut VW gibt es keinerlei technische Bedenken, die Fahrzeuge weiterhin zu benutzen. Die Motoren stoßen natürlich mehr Stickoxide aus als erlaubt

Wann kann man Autos umrüsten lassen?

Alle Kunden, also auch Flottenbetreiber, werden vom KBA oder von den Herstellern ab 2016 informiert.

Wer trägt die Kosten des Rückrufs?

VW hat angekündigt, alle Kosten zu übernehmen.

Wer übernimmt die Ausfallkosten?

Ein Rechtsanspruch auf Leihwagen hat man nicht. Auch einen Schadenersatz für entgangene Arbeitszeit einfordern dürfte schwierig werden. Andererseits kann es nicht schaden, das Thema bei den nächsten Kaufverhandlungen mit aufzunehmen.

Kann man die Autos zurückgeben?

Laut der Verbraucherzentrale könnte aufgrund der Manipulation tatsächlich ein Sachmangel vorliegen. Den Kunden stünden dann die üblichen Mängelgewährleistungsansprüche (Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatzansprüche) zu. Die bekannten Fakten reichten aber nicht aus, um abschließend beurteilen zu können, ob und in welcher Höhe Ansprüche bestehen. Ein Kunde müsste im Rahmen der Sachmängelhaftung beweisen, ob die vertraglich zugesicherten Abgaswerte von den tatsächlichen abweichen. Außerdem gilt die Sachmängelhaftung bei Neuwagen nur zwei Jahre, bei gewerblichen Käufern kann sie sogar auf ein Jahr verkürzt werden. Im Infobereich des ADAC kann man ein Musterschreiben herunterladen, mit dem Kunden die Frist verlängern können.

Was passiert, wenn die Reparatur nicht funktioniert?

Laut Verbraucherzentrale haben Kunden folgende Rechte: Rücktritt  Rückgabe an den Verkäufer. Der müsste den Kaufpreis abzüglich Nutzungsersatz erstatten. Der Rücktritt setzt laut der Rechtsexperten jedoch einen erheblichen Mangel voraus. Ob der Mangel hier erheblich ist, lässt sich noch nicht abschätzen. Ein erheblicher Mangel könnte vorliegen, wenn die Betriebserlaubnis des Autos erlöschen würde. Oder wenn das Auto hinterher mehr Sprit verbraucht.

Minderung  Der Kunde behält das Auto und fordert vom Verkäufer einen Teil des Kaufpreises zurück.

Wo mache ich Ansprüche geltend?

Sofern Sie die Kosten genau beziffern können, gegenüber dem Verkäufer, nicht dem Hersteller. Flottenkunden müssen also prüfen, wo sie letztlich gekauft haben: bei der Großkundenabteilung des Herstellers oder beim Händler. Ob es sinnvoll ist, Schadenersatz zu fordern, muss jeder Flottenbetreiber selbst entscheiden. Firmen- und Großkunden sind für VW extrem wichtig. Man kann also davon ausgehen, dass sich sie bei künftigen Rahmenverhandlungen gute Karten haben und sich die Großkundenabteilung kulant zeigt.

Übernimmt die Versicherung die Kosten eines Rechtsstreits?

Theoretisch ja, aber Sie sollten vorher immer eine Deckungszusage einfordern. Schwierig ist es laut Verbraucherzentrale, die Höhe des Schadens zu beziffern.

VW hat auch bei den Verbrauchswerten geschummelt. Was passiert da?

Hierbei haben die Ingenieure nicht die Technik manipuliert, sondern dem KBA für die Typenzulassung der Bluemotion-Spritsparmodelle zu niedrige CO2-Werte gemeldet. Betroffen sind 800.000 Fahrzeuge, darunter auch Benziner. Bei diesen Modellen sollen die Verbrauchswerte korrigiert werden.

Steigt die Kfz-Steuer?

Da die Schummel-Software den Stickoxid-Ausstoß beeinflusst, ändert sich bei den EA-189-Motoren nichts. Anders sieht es bei den 800.000 Autos mit von den zu falschen verbrauchswerten baus. Ein höherer CO2-Ausstoß verteuert die Kfz-Steuer. Der VW-Konzern hat bereits angekündigt, die Mehrkosten zu übernehmen.

Verlieren die Autos mehr an Wert?

Es ist schwierig vorherzusagen, wie sich der Abgasskandal auf die Restwerte auswirkt. Die meisten Großkunden leasen ihre Autos mit Kilometerverträgen. Für sie hat der Skandal keine Folgen, sie geben die Autos am Ende der Laufzeit einfach zurück. Anderen Kunden rät Schwacke, Ruhe zu bewahren. "Bis heute sehen wir keine negativen Einflüsse auf den Restwertverlauf gebrauchter Diesel-Pkw außerhalb normaler Markt- schwankungen", so Christoph Ruhland, Direktor Marketing & Presse bei Schwacke. Für eine abschließende Beurteilung, ob und wie weit sich die aktuellen Vorgänge auf die Restwertentwicklung von VW-Modellen sowie Diesel-Pkw generell auswirken, sei es noch zu früh. "Wir werden uns nicht an Spekulationen beteiligen, dazu wissen wir noch zu wenig", sagt Ruhland.

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Datum

20. November 2015
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