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Digitales Fuhrparkmanagement: Ein Blick in die Tiefe

Digitales Fuhrparkmanagement stellt die Nutzung der Fahrzeugdaten in den Mittelpunkt.Ein Pilotprojekt von Athlon ermöglicht es, diese auch markenübergreifend zu nutzen.

Viel hilft viel: Nach diesem Motto wird in der Medizin gerne praktiziert. Wenn diese dem Arzt und Astrologen Paracelsus zugeschriebene Maxime auch für die Digitalisierung ihre Berechtigung hat, dann stehen der Telematik im Fuhrparkmanagement goldene Zeiten bevor. Schließlich sind moderne Autos eine nahezu unerschöpfliche Daten-Quelle: Betriebsflüssigkeiten, Batterien und Bremsbeläge, Temperaturen, Reifendruck, Kilometerleistungen und vieles mehr.

Einmal erfasst, gespeichert, ausgewertet und analysiert, lassen sich damit prächtige Geschäfte machen. Wie das geht, machen Hersteller, Zulieferer und Markenwerkstätten mit maßgeschneiderten Services vor. Fuhrparkchefs können dann tiefschürfende Reportings für einen Mercedes, BMW, Audi und VW in Anspruch nehmen.

Fahrzeugdaten aus Misch-Fuhrparks

Geht’s aber um einen gemischten Fuhrpark, fehlen häufig die Tools, um das Management auf die nächste Stufe der digitalen Evolution zu heben. Diese Lücke wollen Fuhrparkmanagementgesellschaften und Leasingunternehmen jetzt schließen. "Die Digitalisierung macht es nötig, die Möglichkeiten der Telematik noch weiter auszuloten", erklärt Carsten Claßen, Produkt- und Innovationsmanager bei Athlon Germany. Das Leasingunternehmen hat vor Kurzem ein zweijähriges Pilotprojekt abgeschlossen, das den Nutzen und die Akzeptanz neuer Services auf Basis der Fahrzeugdaten bei Kunden testen sollte.

"Wir haben im Vorfeld mit rund 40 Fuhrparkverantwortlichen gesprochen, die Servicefahrzeuge sowie Außendienst- und Motivationsfahrzeuge in Mehrmarken-Fuhrparks mit Größen zwischen 50 und mehreren Hundert Einheiten betreuen. Der klare Wunsch der Manager war ein markenübergreifendes Reporting", berichtet Carsten Claßen. Als Partner haben sich Athlon den Technologiekonzern Bosch ins Boot geholt, der seit rund vier Jahren im Flottenmanagement mit Telematik-Dienstleistungen und Softwareprodukten unterwegs ist. Bosch stellte für das Projekt die IT-Infrastruktur und die Hardware für das vernetzte Fahrzeug zur Verfügung, die über das bordeigene Diagnosesystem auf die für den Betrieb relevanten Parameter zugreift.

Tatsächlich könnten die Services, die sich aus diesen Daten ableiten lassen, ein besseres Verständnis der Fahrzeugnutzung im Fuhrpark ermöglichen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Concierge-Service. Den Part der aufmerksamen Aufsichtsperson würde eine Software übernehmen, die den Nutzer auf eine anstehende Wartung hinweist. Eine Funktion zur vorbeugenden Wartung hingegen würde Fuhrparks mit Außendienst- und Servicefahrzeugen entgegenkommen, die auf eine hohe Verfügbarkeit ihrer Fahrzeuge angewiesen sind. Mit den entsprechenden Informationen ließe sich ein Fahrzeug rechtzeitig in die Werkstatt lotsen, bevor es auf der Strecke liegen bleibt.

Flotten optimal auf deren Einsatz ausrichten

Mit den Daten ließe sich auch ein Nutzungsprofil für eine Flotte erstellen. Eine Analyse könnte dann zum Beispiel zu dem Ergebnis kommen, dass die gewählte Motorisierung für einen Lieferwagen nicht zum Einsatzzweck des Fahrzeugs passt. Möglich wäre auch, ein Fahrzeug mit vielen Kilometern auf dem Tacho schnell zu identifizieren und den Transport dann einem Fahrzeug mit geringerer Laufleistung zu übertragen. Was dem Athlon-Manager Claßen jetzt vorschwebt, ist ein modulares System, bei dem sich der Anwender künftig die Bausteine selbst auswählen kann. Die Module ließen sich einzeln buchen und auf ein einfaches Reporting beschränken. Eine hochwertigere Variante könnte Athlon mit umfassenden Analysen verbinden, an deren Ende auch die Beratung durch einen Experten des Unternehmens steht. Die Mission selbst bleibt allerdings in der digitalen Zukunft dieselbe wie in analogen Zeiten. Carsten Claßen: "Unsere Aufgabe ist es, den Fuhrpark unserer Kunden zu optimieren."

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Datum

6. Juli 2017
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