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Fahrbericht Skoda Rapid Spaceback: Ein bisschen Kombi

Der Rapid Spaceback ist kaum größer als ein VW Golf, innen aber gibt er sich als Raumwunder. Da er auch noch viel weniger kostet, ist jetzt schon klar: Hier wächst ein ernstzunehmender Golf-Konkurrent heran.

Skoda ist Deutschlands erfolgreichster Importeur, die tschechischen Autos in Firmenfuhrparks gern gesehen. Verarbeitung auf VW-Niveau und mehr Platz für weniger Geld, das zieht beim Flottenchef ebenso wie beim Fahrer. In vielen Unternehmen heißt deshalb die Devise: Skoda Fabia statt VW Polo, Yeti statt Tiguan, Superb statt Passat – und demnächst womöglich Rapid Sportback statt Golf. Jedenfalls punktet der fünftürige Skoda mit einem riesigen Platzangebot und jeder Menge pfiffiger Details. Vor allem aber mit seinem günstigen Grundpreis von 12.600 Euro netto, der rund 2.400 Euro unter dem des fünftürigen VW Golf liegt.

 

Start-Stopp kostet 336 Euro extra

Während der vier Zentimeter kürzere Golf auf dem neuen modularen Querbaukasten des VW-Konzerns aufbaut, nutzt der 4,30 Meter lange Rapid eine einfachere, eigene Plattform. Außerdem wird bei der Technik gespart. Zwar dürfen sich die Tschechen aus dem bekannten Motorenregal bedienen und ihren Kompaktwagen mit den bekannten TSI- und TDI-Motoren bestücken – für 336 Euro extra auch als Spritsparversion mit Start-Stopp und Leichtlaufreifen. Bei 122 PS ist jedoch Schluss. Zudem muss der Käufer auf Assistenzsysteme oder ausgefeilte Infotainmentlösungen verzichten und sich mit dem in Sachen Bedienung und Kartendarstellung nicht mehr zeitgemäßen Navisystem "Amundsen" begnügen.

Das lässt sich verschmerzen, denn die Stärken des Rapid liegen woanders. Nicht unbedingt im Design. Die Blicke der Passanten zieht der zurückhaltend gezeichnete Rapid nur auf sich, wenn er mit dem zwei Quadratmeter großen Panoramaglasdach samt dezentem Dachspoiler oder einem der Stylingpakete vorfährt.

Viele clevere Detaillösungen

Dafür bietet der Spaceback das von Skoda bekannt ausgewogene Zusammenspiel von Komfort und Alltagstauglichkeit. Große Flaschen lassen sich in den Türen, Warnwesten griffbereit unter dem Fahrersitz verstauen, einen Eiskratzer hält der Rapid im Tankdeckel bereit. Alles kleine Details, die nicht viel kosten, aber das Leben leichter machen.
Sitzt man vorne schon angemessen kommod, so sind die hinteren Passagiere fast fürstlich untergebracht. Lange Dienstreisen zu viert sind angesichts der laut Skoda größten Knie- und Kopffreiheit in der Kompaktklasse gut machbar. Eng wird’s höchstens zu fünft, aber der hart gepolsterte Mittelplatz mit seiner nicht ausziehbaren Kopfstütze ist sowieso nur als Notsitz ausgelegt.

Erstaunlich, dass bei dem üppigen Raumangebot noch so viel Platz für den Kofferraum bleibt. Der ist mit 415 Litern deutlich größer als der im Golf (343 Liter). Werden die Rücklehnen nach vorne geklappt, bleibt eine Stufe im Gepäckfach, doch die überbrückt der optionale doppelte Ladeboden. In der oberen Stellung erleichtert er zudem das Beladen. Wird er nicht gebraucht, lässt er sich einfach unten im Kofferraum wegpacken. Genauso wie die Hutablage. Sollte sie im Weg sein, kann man sie vertikal hinter der Rücklehne verstauen.

Mager ausgestattete Basisversion

Wo die Tschechen sparen, lässt sich eher fühlen denn sehen. Die hoch aufschwingende Heckklappe beispielsweise muss an einem wenig eleganten Plastikgriff zugezogen werden und das Cockpit besteht weitgehend als harte Kunststofflandschaft. Aber welcher Fahrer klopft schon jeden Morgen aufs Armaturenbrett? Auch in Sachen Federungskomfort bietet der Skoda nicht die Finesse eines VW Golf.

Der preissensible Fahrer eines Dienstwagens kann auch damit leben. Ob die Basisversion Active allerdings für einen Geschäftswagen angemessen ist, darf man bezweifeln. Zentralverriegelung, sechs Airbags, elektrische Fensterheber vorne, Stahlräder – das war’s. Mindestens die mittlere Ausstattungslinie Ambition (plus 1.900 Euro) darf’s schon sein. Sie bringt zwar neben der Klimaanlage eher optische Gimmicks. Aber viele sinnvolle Extras wie Bluetooth, USB-Anschluss oder Tempomat lassen sich fürs Basismodell gar nicht erst bestellen. So richtig empfehlen können wir den Spaceback nur in Elegance-Ausstattung (Aufpreis: stolze 3.360 Euro). Dann steht der Skoda mit Chromzierrat und farbigem Dekors, 15-Zoll-Alurädern, Klimaautomatik, einer Mittelarmlehne samt Ablagefach sowie Radio und elektrischen Fensterheber hinten auf dem Firmenparkplatz. Mindestens 16.000 Euro netto sind dafür fällig. Billig ist das nicht, aber immer noch preiswert.

Autor

Foto

Skoda

Datum

30. September 2013
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