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Leasing: Konzepte für den Fahrer

Mit Mobilitätsberatung will die Leasingbranche die Weichen in die mobile Zukunft stellen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Fahrer, die sich die neuen Konzepte konzentrieren.

Die Leasinggesellschaften suchen den Schulterschluss mit ihren Kunden. Näher ran an Fuhrparkmanager und Dienstwagennutzer lautet die Devise. Das Mittel zum Zweck sind innovative Konzepte, die auf die Bedürfnisse der Klientel zugeschnitten sind. Dies ist ein Ergebnis der Nachfrage zu den aktuellen Trends in Sachen Mobilität, die FIRMENAUTO Anfang des Jahres an diverse Leasinggeber gerichtet hat. Wir wollten wissen, wie sich die Branche auf den Generationenwechsel bei den Dienstwagennutzern, auf alternative Mobilitätskonzepte und neue Technologien der Autohersteller einstellt.

Ein Handlungsbedarf dürfte in dieser Hinsicht bestehen. Eine Ende 2014 veröffentlichte Studie von Lease Trend zur Zukunft des Autohandels deutet darauf hin, dass sich der technologische Wandel in der Automobilindustrie bereits nachhaltig auf die Kaufent-scheidungen auswirkt. Dass der Handel auf mittlere Sicht Mobilitätsgarantien, Finanzierungen, Leasing und Flottenmanagement als Top-Themen identifiziert, könnte daher auch der Leasingbranche zu denken geben.

Der Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) sieht allerdings vorerst keine Notwendigkeit für weit reichende Initiativen. "Im Flottenmarkt bleibt mittelfristig der Dienstwagen für Fachkräfte das Maß der Dinge, das mobile Freiheit und Unabhängigkeit mit Freude am Fahren verbindet. Carsharing und neue Mobilitäts-konzepte sind erst vereinzelt zu erkennen. Auf lange Sicht wird sich der Trend aber verstärken", erklärt der Vorstandsvorsitzende Michael Velte. Seine Einschätzung: Die Branche hat das Ohr am Markt und wird die Weichen in ihre mobile Zukunft rechtzeitig stellen. Tatsächlich zeigt unsere Umfrage,dass die Mehrheit der Leasing gesellschaften in Bezug auf neue Konzepte und Services bislang mit angezogener Handbremse unterwegs ist. Andererseits gibt es Anbieter, die den Entwicklungen schon heute ihren Stempel aufdrücken.

Nachfrage nach individuellem Service steigt

Arval und Lease Plan zum Beispiel haben beide im Flottenmarkt eine handfeste Nachfrage zu individuellen Services ausgemacht. Die Leasingunternehmen sehen darin jede Menge Potenzial, die automobilen Trends gewissermaßen in die Fuhrparks hinein zu vermitteln. Hier wie dort rückt der Fahrer in den Mittelpunkt der Produktentwickler. Bei Arval lautet dazu das Schlüsselwort "Fahrermanagement". Dahinter steht die Idee, dass die effektiven Kosten für ein Fahrzeug nicht ausschließlich durch den Preis auf dem Leasingangebot entstehen, sondern durch seine Nutzung. Demnach ist also auch der Fahrer ein Kosten-faktor für den Fuhrpark.

An diesem Punkt setzt Arval mit dem Dienstleistungspaket "Arval Driver Solutions" den Hebel an. Die Münchener bieten sich als Ansprechpartner für Fuhrparkmanager und Fahrer an, der in der Vertragslaufzeit mit einem festen Beraterteam zur Verfügung steht. "Wir übernehmen im Tagesgeschäft die komplette Kommunikation mit dem Fahrer. Das reicht von der Konfiguration des Fahrzeugs über die Bereitstellung und das Management wichtiger Termine bis zur Rückgabe am Ende der Laufzeit. Damit schaffen wir dem Fuhrparkleiter den Freiraum, den er braucht, um sich um die strategischen Aufgaben rund um Kostenkontrolle, Umweltschutz und Mitarbeiterzufriedenheit zu kümmern", erklärt Sebastian Fruth, Commercial Director von Arval Deutschland. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Angebot die digitalen Services.

Für die Dienstwagennutzer gibt‘s neuerdings ein Online-Tool, das die relevanten Informationen zum Leasingvertrag aufbereitet. Die Fahrer können sich damit zur nächsten Werkstatt oder zum Karosserie- und Reifenpartner navigieren lassen. Ebenfalls abrufbar sind persönliche Fahrstatistiken. Über eine Direktwahltaste lässt sich zudem Kontakt mit Arval aufnehmen.

Auch Lease Plan schreibt sich neue Mobilitätskonzepte für den Dienstwagennutzer auf die Fahne. "Die Fahrer pflegen häufig eine unterschiedliche Wertschätzung ihrer Fahrzeuge".

Dienstwagen müssen sich den Belangen der Mitarbeiter anpassen

"Jeder vierte Dienstwagenberechtigte fragt heute nach Alternativen zum Dienstwagen", weiß Gunter Glück, Geschäftsleiter Vertrieb und Kundenbetreuung. Die Neusser reagieren darauf mit einem Modell, das bei der Auswahl der Dienstfahrzeuge stärker die Belange der Nutzer berücksichtigt. "Das klassische Leasingmodell sieht ein fixes Budget für den Nutzer vor. Kommt er damit nicht aus, ist in der Regel für den Dienstwagen eine Zuzahlung fällig", sagt Glück. Anderseits belegen die Statistiken des Unternehmens, dass 27 Prozent der Kunden die eingeräumte Referenzrate unterschreiten. Genau hier setzt jetzt das Mobilitätsbudget von Lease Plan an.

Die Idee: Der Mitarbeiter erhält ein Budget, das der bisherigen Referenzrate entspricht. Bleibt er bei der Auswahl seines Dienstfahrzeugs unter dem Limit, kann er sich den eingesparten Betrag aus zahlen lassen oder einen Teil davon in eine Bahncard, ein ÖPNV- Ticket oder ein E-Bike investieren. Entscheidend ist, dass alle dienstwagenberechtigten Mitarbeiter ihre Mobilität besser gestalten können. Zudem motiviert das Modell insbesondere die Mitarbeiter, deren Bedürfnisse nun stärker berücksichtigt werden. Dem Unternehmen steht es allerdings frei, ob es die gesamte Differenz oder nur einen Teilbetrag auszahlt.

Seit Anfang 2014 testet Lease Plan das Mobilitätsbudget im eigenen Unternehmen. Dabei gibt es die Einsparungen vollständig an seine Mitarbeiter weiter. Darüber hinaus bleibt das Bonus-Malus-System für den Kohlendioxidausstoß bestehen. Damit addieren sich Einspareffekte einer geringeren Leasingrate und niedriger CO2-Werte.

Finanzamt fordert seinen Anteil

So unterschreitet beispielsweise Christopher Schmidt, Bereichsleiter Kundenbetreuung Süd, mit seinem Opel Insignia seine Referenzrate um rund 200 Euro. Dazu kommen ein CO2-Bonus von rund 35 Euro sowie handfeste Einsparungen beim geldwerten Vorteil. Bei Diana van den Bomm, Sachgebietsleiterin Beschaffung, gab das Mobilitätsbudget den Anreiz, nicht nur Premium-Marken in Betracht zu ziehen." Der Seat Leon erfüllt meine Ansprüche und bringt ein kleines Plus auf dem Konto." Nun liegt sie 70 Euro unter ihrer Referenzrate. Der CO2-Bonus beträgt bei diesem Auto elf Euro.

Kleiner Wermutstropfen: Das Finanzamt fordert für diese Form der Gehaltszulage seinen Obulus. Trotzdem kommt das Mobilitätsbudget gut an. Gunther Glück: "Mittlerweile geht es in den Benzingesprächen der Mitarbeiter nicht mehr darum, wie hoch die Zuzahlung ist, sonder was man einspart."

Arval Smart Experience - Neue Online Tools

Unter dem Label "Arval Smart Experience" hat Arval Online-Tools entwickelt, die einzelne Fuhrparkprozesse analysieren und darstellen. Das Tool "Arval Connect" zum Beispiel bietet eine Übersicht der Fahrzeugauslieferungen sowie eine Suchmaschine für Netzwerkpartner. Auch die aktuellen Vertrags- und Fahrzeuginformationen sind aufbereitet. Einen Mehrwert sollen Infos  wie zum Beispiel Videos zu Fahrzeugtests bringen. Das Tool "Arval Fleet View" bietet eine Übersicht zu den Kennzahlen eines Fuhrparks. 

Autor

Foto

Minerva Studio fotolia

Datum

14. April 2015
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