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Mazda 929: Solider Barock aus Japan

Autos, die jeder kennt. Fahrzeuge der Kindheit, erstes eigenes Auto, unvergessener Dienstwagen: Mazda 929.

Barock stand hoch im Kurs, als die Japaner in den 70ern Deutschland als Urlaubs- und Absatzparadies entdeckten. Würzburg, Bamberg oder Fulda, die Gäste aus Nippon waren begeistert. Mazda zog daraus Schlüsse und versuchte es selbst mit Barockem: 1978 kam der 929 L und wirkte sehr teutonisch. Die Front orientierte sich an Mercedes, das Interieur an deutschen Wohnzimmern mit Eichenholzfurnieren und höhenverstellbaren Couchtischen.

Die Ausstattungsliste schien unendlich. Während Opel beim Rekord für einen abschließbaren Tankdeckel 17 Mark wollte, gab es bei Mazda serienmäßig sogar einen mit elektrischer Verriegelung. Damit nicht genug: stufenlos verstellbare Velourssitze, Leselampen, getönte Scheiben, Radio, in die Frontscheibe integrierte Antenne, fünfter Gang, alles drin im Preis von netto 12.900 Mark. "Da hat der Komfort Vorfahrt", lobte sich Mazda in der Werbung selbst. Ganz sicher besser als dieser Slogan waren die technischen Eigenschaften des Autos: grundsolide, ausgereift. Der Zwei-Liter-Benziner mit 90 PS war gut für Tempo 163, bei neun bis zwölf Liter Verbrauch.

Auffallend war die hohe Gürtellinie des 929. Natürlich war dies ein Stilelement, um ­schwere, satte Solidität zu vermitteln. Leider aber auch eines, um den Schlitten bei ordentlich Seitenwind gepflegt von der Piste zu pusten. Kritik kam auf an der hinten verbauten Starrachse. »Da poltert es schon mal auf schlechter Strecke«, bescheinigten die Tester des Fachblattes Hobby der Konstruktion: "Und bei Autobahnrillen überrascht der Mazda mit kleinen, seitlichen Versetzern." Trotzdem überraschte ­Mazda die Fachwelt ziemlich bald mit einem weiteren "Versetzer": dem auf die Überholspur in den Zulassungsstatistiken.

Autor

Foto

Mazda

Datum

1. Juli 2014
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