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Tankmanagement: Schwarzes Gold

Kraftstoff ist so billig wie 2009. Doch wie lange noch? Fuhrparkleiter müssen immer darauf vorbereitet sein, dass der Ölpreis wieder steigt.

Die Einsparungen, die günstige Spritpreise mit sich bringen, sind enorm: "Für eine internationale Pkw-Flotte von 6.000 Fahrzeugen, von denen 80 Prozent einen Dieselantrieb besitzen, liegen die Einsparungen bei bis zu einer Million Euro", erklärt Saskia Harreman, Managing Consultant bei Leaseplan International. "Und wenn die Kraftstoffpreise in diesem Jahr um weitere zehn Prozent sinken, so wie es die US Energy Information Administration prognostiziert, sinken die Kraftstoffkosten für dieselbe Flotte um weitere 1,5 Millionen Euro. Das entspricht in etwa drei Prozent des gesamten Fuhrparkbudgets."

Manche Firmen erlauben wieder größere, spritschluckende Motoren

Diese Größenordnungen werden von multinationalen Flottenmanagern bestätigt. Für sie stellen die Kraftstoffkosten in der Regel 25 bis 30 Prozent der Gesamtbetriebskosten dar – zumindest in Westeuropa. In weniger entwickelten Märkten liegt das Kraftstoffbudget bei etwa zehn Prozent der TCO. Immer noch ein beachtlicher Batzen. Doch was machen die Firmen mit dem unerwarteten Geldsegen? Klar, man könnte in Ausbildung oder eine bessere Ausrüstung investieren, doch in der ­Realität kommt das kaum zum Tragen. Vielmehr setzen manche Unternehmen verstärkt auf spritschluckende SUV. Rückt damit das Flottenmanagement von seiner Vorbildfunktion für saubere Motoren und grüne Alternativen ab? Das scheint eher unwahrscheinlich. "Ich glaube nicht, dass sinkende Kraftstoffpreise einen bleibenden Einfluss aufdie Entwicklung von alternativen Antrieben haben werden. Der Ölpreis wird ab einem gewissen Punkt wieder steigen. Dessen sind sich auch Autohersteller und Zulieferer bewusst. Sie werden künftig mehr und bessere alternative Antriebe auf den Markt bringen."

Dienstwagenregelung sollte niedrige CO2-Emissionen im Blick haben

Die Ölpreise könnten zwar vorerst niedrig bleiben, aber niemand kann voraussehen, wie sich die Preise entwickeln. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, einschließlich bewaffneter Konflikte oder technologischer Entwicklungen.Langfristig wagen die Experten eindeutigere Prognosen: Während seit 2005 die Zahl der Fahrzeuge weltweit um 35 Prozent stieg, legte die Kraftstoffproduktion nur um zwölf Prozent zu. Diese Diskrepanz wird weiter wachsen, entsprechend sind langfristig Preissteigerungen nicht zu vermeiden. Angesichts dieser Aussichten sollten Flottenmanager entschlossen bleiben, fordert Lutz Hansen, Chefeinkäufer Flottenmanagement bei Bayer: "Günstige Kraftstoffpreise schonen zwar das Budget, trotzdem verstärken wir unseren Druck in Richtung Niedrig-Emissions-Fahrzeuge. Das Ergebnis: Weniger Spritverbrauch zu günstigen Preisen – das wirkt sich am Ende doppelt aus". Was also sollten Fuhrparkmanager angesichts der Tatsache, dass die Kraftstoffpreise nicht auf diesem niedrigen Niveau verharren, tun? Behalten Sie die langfristige Entwicklung im Blick, richten Sie ihre Car Policy auf niedrige CO2-Emissionen und sparsame Motoren aus. Viele Dienstwagenfahrer sind schon einen Schritt vor­aus: Ihre Entscheidungen sind nicht von den heutigen Treibstoffpreisen getrieben, sie entscheiden sich aktiv für kleinere, sparsamere Autos und sehen die Vorteile von Elektro- und Hybridantrieben.

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Datum

15. Juli 2015
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