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Toyota forciert den Hybridantrieb: Diesel-Krise spielt Toyota in die Karten

Toyota ist Pionier beim Hybridantrieb. Fast jedes zweite verkaufte Modell in Deutschland ist ein Hybride. Verzichten die Japaner bald ganz auf den Diesel?

Pionierarbeit ist nicht immer einfach: Um die erste Million Hybrid-Fahrzeuge zu verkaufen, benötigte Toyota zehn lange Jahre.  Doch das Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt. "Jetzt haben wir eine Million Hybrid-Fahrzeuge in nur neun Monaten verkauft", freut sich Tom Fux, Deutschland-Chef von Toyota. Im letzten Jahr hatten vier von zehn in Deutschland verkauften Fahrzeuge einen Hybriden unter der Motorhaube.  Tendenz steigend: In den ersten zwei Monaten 2017 lag der Hybrid-Anteil bei 45 Prozent. Schon 2020 soll er auf 65 Prozent ansteigen. Entscheidet sich der deutsche Autokäufer also in Zeiten des Diesel-Bashing ganz bewusst für alternative Antriebe? "Unser Händler in Stuttgart sagt uns jedenfalls, dass er momentan keinen einzigen Selbstzünder mehr verkauft", sagt Fux. 

Gut für Toyota, denn das Angebot von Diesel-Modellen ist ohnehin überschaubar. Über alle Modelle liegt der Verkaufsanteil auch nur noch bei zwölf Prozent. Schon längst entwickeln die japanischen Ingenieure keinen eigenen Dieselmotor mehr. Stattdessen kauft der Hersteller bei BMW ein. Ganz aussteigen aus der Technik will man aber nicht. "Solange die Kunden noch Diesel verlangen, werden wir sie weiter liefern", sagt Fux.

Nur eben nicht in allen Baureihen. Der aktuelle Yaris wird der letzte mit Selbstzünder sein. Und auch im Katalog des neuen Crossover-SUV C-HR findet sich kein Diesel mehr. Das SUV-Coupé gibt es nur noch als Benziner mit 116 PS oder eben mit der besonders sauberen Hybridtechnik, für die sich zwei Drittel aller Käufer entscheiden. Die allerdings passt gut zum Charakter des Autos. Denn Kilometerfresser werden dieses lifestylige Auto kaum ordern.

Eckig, kantig, schrullig: Der C-HR polarisiert wie kaum ein Auto. Entweder man findet ihn klasse, oder man mag ihn überhaupt nicht. Dazwischen gibt's nichts.

Tatsählich ist der C-HR ein Auto zum ruhigen Cruisen. Dann lassen sich auch locker Verbrauchswerte um die 4,5 Liter und weniger in der Praxis schaffen. Zumindest, wenn man viel in der Stadt unterwegs ist. Denn dort fährt der Toyota häufig elektrisch, während auf der Autobahn der Benzin-Motor die meiste Arbeit übernimmt.

Noch sparsamer wäre man mit dem Prius Plug-in Hybrid unterwegs. Fux sieht die Plug-in-Technik allerdings auch nur als Übergangslösung, bis auch Toyota in drei bis vier Jahren reine Elektrofahrzeuge auf den Markt bringt.

4.000 Kilometer elektrisch: FIRMENAUTO ist mit dem Brennstoffzellenauto Toyota Mirai bis nach Oslo und zurück gefahren.

Langfristig aber, so prophezeien es die Japaner, werde der Brennstoffzellen-Antrieb als Gewinner hervorgehen. Auch hier leistet Toyota wieder Pionierarbeit, hat mit dem Mirai bereits ein alltagstaugliches Modell im Programm. Dass der sich nicht besser verkauft, liegt wohl weniger am Preis (66.000 Euro) als an den fehlenden Tankstellen. Trotz vollmundiger Ankündigungen gibt es erst bundesweit erst 22 Wasserstoff-Tankstellen. Fux ist trotzdem optimistisch:  "2050 werden in Deutschland nur noch zehn Prozent aller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unterwegs sein."

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Toyota

Datum

29. März 2017
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