Alles über Zertifizierter Fuhrparkmanager (Dekra)
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Zertifizierter Fuhrparkmanager Teil 6: Versicherungs- und Schadenmanagement

Lehrgang zum zertifizierten Fuhrparkmanager. Wir begleiten die Teilnehmer bei allen sieben Modulen bis zur Prüfung. Teil 6: Versicherungs- und Schadenmanagement.

Bei Versicherungen und Leasinggesellschaften weht ein rauer Wind. Sparen ist angesagt. Fuhrparkleiter merken das spätestens, wenn sie Schäden bewertet und vor allem bezahlt bekommen möchten. Deshalb müssen sie wissen, worauf es ankommt, welche Rechte sie haben und was ihrem Unternehmen zusteht. Das erfahren die Teilnehmer im siebten Modul Versicherungs- und Schadenmanagement.

Getragen wird es Christoph Heinrichs, Fachanwalt für Versicherungs- und Verkehrsrecht. Den zweiten, eher praktisch orientierten Vortragsteil  übernimmt Dragan Zanze, Fuhrparkleiter und Schadengutachter der Sachverständigenoorganisation Dekra. Zur Einführung bekommen die Teilnehmer einen Blick in die Welt der Versicherungsgesetze und die entsprechenden Begrifflichkeiten. Worin bestehen die Unterschiede zwischen Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung? Was steht eigentlich in den Allgemeinen Bedingungen der Kraftfahrtversicherung?

Pflichtlektüren für Fuhrparkleiter

Laut Anwalt Heinrichs sollten etwa sie zur Pflichtlektüre jedes Fuhrparkmanagers gehören. Sie regeln, wer und was genau versichert ist oder bis zu welcher Höhe der Versicherungsschutz greift. Auch die Pflichten des Halters sind beschrieben: "Als Halter müssen Sie dafür sorgen, dass ein Mitarbeiter nicht ohne Fahrerlaubnis oder angetrunken in einen Dienstwagen steigt", ermahnt Heinrichs die Teilnehmer. "Verletzen Sie diese Pflichten grob fahrlässig, kann die Versicherung die Leistungen entsprechend kürzen."
Nach soviel Theorie geht‘s weiter mit Beispielen aus der Praxis. Speziell: Thema Deckung versus Haftung. "Deckung betrifft die Frage, ob der Versicherungsschutz den Schaden abdeckt und Haftung klärt, ob der Schädiger für den Schaden eintreten muss", erklärt Heinrichs.

Schäden objektiv beurteilen

Die Materie der Haftungsgrundlagen ist kompliziert. Um es anschaulicher zu machen, gehen die Profis ins Detail, erklären die Theorie anhand typischer Fälle mit teilweise spektakulären Fotos. Zu sehen sind miserabel gesicherte Ladungs, verunfallte Autos oder Räder, die sich einfach selbständig gemacht haben. Nicht weniger umfangreich sind die Themen der folgenden Seminartage. Dragan Zanze, bei Dekra Herr über 1.200 Fahrzeuge und außerdem gelernter Kfz-Mechaniker taucht in den Bereich Schaden- und Riskmanagement  ein.

Was Fuhrparkleiter erwarten können

Zu Beginn gibt er einen Überblickund erklärt, wie sich Schadenabwicklung-, management und -steuerung gegeneinander abgrenzen, wer am Schadenprozess beteiligt ist. Anschließen erfahren die Teilnehmer, welche Anforderungen Fuhrparkleiter an ihre Dienstleister haben dürfen. Und natürlich geht‘s dabei auch immer ums Geld. "Gerade in der heutigen Zeit stellen die Kosten einen nicht unerheblichen Faktor dar", erklärt Zanze.
Natürlich kann der Praktiker den Flotten-Azubis jede Menge einschlägige Tipps mit auf den Weg geben, wie sie noch den ein oder anderen Euro einsparen. Vor allem aber, was sie von Dienstleistern erwarten können. So zählen für ihn beispielsweise Hol- und Bringservice, Wochenendtermin, bundesweit einheitliche und transparente Preise sowie ein flächendeckendes Netz zu den Grundvorausetzungen einer guten Werkstattkette.

Simulierte Zustandsprüfung

Nach einem Streifzug durch die rechtlichen Feinheiten von merkantilem Minderwert, fiktiver Abrechnung sowie den Gefahren des Outsourcings leiten die Ausbilder hinüber zur Fahrzeugbewertung und Zustandsprüfung. Es geht raus ins Freie, ans Objekt. Auf dem Hof wartet ein VW Passat, den Frank Silbereisen aus seinem Lego-Fuhrpark mitbrachte. Der Wagen soll in den kommenden Tagen an Leasinggesellschaft zurückgegegeben werden. Zanze dient er als Anschauungsobjekt. Hier kann er am praktischen Beispiel zeigen, welche Schäden noch akteptiert werden und wo die Leasinggesellschaft die rote Karte zeigt.

Im Gepäck hat er einen Abfragebogen, wie ihn auch von professionelle Gutachtern nutzen. Als erstes werden Lackdichte und Ausstattung geprüft. "Hier lauern einige Stoplersteine", sagt Zanze. "Manchmal erkennt man nur an Kleinigkeiten wie einer Chromumrandung, um welche Ausstattungslinie es sich handelt."

Unterschiedliche Schadenkataloge

Die Schadenkataloge der Leasinggesellschaft unterscheiden sich: "Fuhrparkleiter müssen wissen, wie ihr Anbieter Gebrauchsspuren oder Schäden bewertet, die zu Minderwerten führen", erklärt Zanze. Sein Tipp: "Vergleichen Sie ihre Bewertung mit dem zugrunde liegenden Schadenkatalog, den Sie unterschrieben haben". Einfach wird‘s nicht, das ist allen klar. Das Thema Fahrzeugrückgabe bleibt heiß. "Nicht zuletzt, weil der Mensch dabei eine Rolle spielt."

Autor

Foto

Nicole Holzer

Datum

14. April 2015
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